Eine Spielhalle zu eröffnen, muss gut überlegt sein

  • Lassen Sie sich nicht davon blenden, dass Automatenhallen in Ihrer Umgebung sehr stark frequentiert werden. Sie werden vielerorts als reiner Treffpunkt genutzt; eine hohe Besucherzahl sagt nichts über den eigentlichen Spielbetrieb aus. Sollte hier die Triebfeder für Ihren Wunsch, eine eigene Spielhalle zu eröffnen, liegen, denken Sie realistisch. In keiner Branche eröffnet man heute einen Laden und ist übermorgen aller Sorgen ledig.
  • Es gibt mehrere Varianten eine Spielhalle zu eröffnen. Zum einen eine komplette Neugründung, zum anderen die Übernahme eines bereits bestehenden Spielbetriebes oder eben die Wiedereröffnung einer bereits aufgegebenen Lokalität.
  • Für alle gilt gleichermaßen abzuklären, wie die Spielhallen ausgestattet werden sollen, mit gekauften oder gemieteten Spielgeräten? Nur mit Geräten, die Geldgewinne ermöglichen oder gemischt mit Unterhaltungsapparaten, an denen keinerlei Gewinne erzielt werden können?
  • In Ihrer Kalkulation gilt es die Größe der Spielstätte mit zu berücksichtigen, da für jedes Gerät eine gewisse m²-Zahl zur Verfügung stehen muss (etwa 1 Gerät auf 12 m². Die Zahlen können von Stadt zu Stadt unterschiedlich ausfallen).
  • Auch muss klar sein, dass Geldspielgeräte, an denen Gewinne erzielt werden können, nicht auf unbegrenzte Dauer aufgestellt werden dürfen. Nach einer festgelegten Frist dürfen solche Apparate nicht mehr gewerblich genutzt werden; da hilft auch keine Generalüberholung. Wobei man nun beim Instandsetzen der Geräte angelangt wäre. Hier müssen im Vorfeld - wenn man selbst keine fachlichen Fähigkeiten aufweisen kann - geeignete Kontakte geknüpft werden.
  • Bei der ersten Option, eine Spielhalle komplett neu zu eröffnen, gilt es vorher bei den entsprechenden Ordnungsämtern die Bedingungen hierfür einzuholen. Mittlerweile neigen viele Städte dazu, Automatenbetriebe aus den Innenstädten zu verbannen und diese nur noch am Stadtrand oder eben in Gebieten, die ohnehin nicht den besten Ruf haben, neu entstehen zu lassen.
  • Begrenzen Sie sich bei der Suche nach einem geeigneten Ladenlokal also nicht nur auf Ihren Wohnort. Es kann sein, dass es in der Nachbarstadt weitaus bessere Bedingungen für Ihr Vorhaben gibt. Auch muss hier die Prozedur einer eventuellen Nutzungsänderung abgeklärt werden.
  • Bei der zweiten Möglichkeit sollte sich als Erstes die Frage stellen, warum dieses Geschäft aufgegeben werden soll. Die Angabe von Krankheitsgründen sollte alle Alarmglocken zum Läuten bringen. Ein gut eingeführtes Geschäft mit regelmäßig guten Einnahmen, für das man kein teures Fachpersonal benötigt, wird niemand so ohne Weiteres aufgeben.
  • Spätestens, wenn Geräte, Inventar und Verträge übernommen werden sollen sowie eine Abstandssumme verlangt wird, sollten Sie sich über eventuell daraus resultierende rechtliche Folgen Beratung einholen und auf jeden Fall die Bücher durch einen Steuerberater prüfen lassen.
  • Die letzte Variante: Das Wiedereröffnen einer zuvor bereits geschlossenen Spielhalle bedarf einer besonderen Recherche. Es müssen dabei auch Fragen zu den Beweggründen geklärt werden.
  • Es kann ja sicherlich vorkommen, dass jemand durch Misswirtschaft in den Konkurs geht und Sie es einfach nur klüger anstellen müssen. Es könnte aber durchaus sein, dass ein Betrieb durch äußere Umstände geschlossen werden musste und der Standort dadurch einen schlechten Ruf bei den Behörden und in seiner Nachbarschaft erlangt hat.