Wie Sie über sich selbst schreiben können

Nehmen Sie sich Papier und Stift zur Hand und versuchen Sie, sich selbst mit etwas Abstand zu betrachten.

  • Notieren Sie alles, was Ihnen in den Kopf kommt, diese Notizen sind nur für Ihre Orientierung, die Ausarbeitung der Selbsteinschätzung kommt später.
  • Schreiben Sie Positives und Negatives auf. Notieren Sie, was Sie bisher erreicht haben und was daneben ging.
  • Finden Sie Worte, mit denen Sie sich beschreiben würden. Das kann in diesem ersten Brainstorming auch noch kunterbunt durcheinander sein. Finden Sie sich schön, hübsch, gut aussehend? Vielleicht sind Sie sportlich, gebildet, begabt, fröhlich, glücklich oder gerade sehr deprimiert. Es kann alles aufgeschrieben werden.
  • Suchen Sie nun ganz gezielt nach Ihren Träumen. Wo wollen Sie hin in Ihrem Leben? Notieren Sie Ihre Lebensziele. Das können auch Reiseziele sein.
  • Fragen Sie sich dann, wie viele dieser Träume Sie sich bereits erfüllt haben und schreiben Sie sie auf. Manchmal verändern sich Träume auch. Das ist normal, weil wir Menschen uns weiterentwickeln. Schreiben Sie auch solche Entwicklungen auf. Stichworte reichen für diese Notizen.
  • Zum Schluss gehen Sie Ihre Stärken und Schwächen durch. Manche Menschen können nur schwer "Nein" sagen, andere finden sich zu langweilig und sind im Inneren aber kleine Abenteurer. 
  • Zu einer Selbsteinschätzung gehören auch Fragen wie diese: Worin sind Sie gut? Und welches Talent hätten Sie gern? Auch umgekehrt müssen Sie sich fragen, was Sie an sich nicht mögen und welche Eigenschaften Sie gern ablegen würden. Vielleicht rauchen Sie zu viel und wären gern Nichtraucher. Schreiben Sie es auf und fragen Sie sich, warum Sie trotzdem noch rauchen. Seien Sie ehrlich zu sich selbst. Das Rauchen ist nur ein Beispiel, andere Menschen würden Ihr Genörgel gern ablegen oder nicht mehr bei jeder Kleinigkeit explodieren.
  • Abschließend sollten Sie sich die Mühe machen, Ihre Notizen zu sortieren. Auf ein Blatt schreiben Sie alle positiven Dinge, alles, was Sie an sich selbst mögen und auf ein anderes die negativen Eigenschaften und Erfahrungen, die Sie gern ablegen würden. Vergessen Sie dabei auch nicht die Dinge, die Sie nicht können, weil Sie sie nicht können wollen und für überflüssig halten. Bungee-Jumping zu vermeiden hat nicht unbedingt etwas mit Feigheit zu tun und ist nicht automatisch negativ, solange Sie es gut begründen können.

Die Selbsteinschätzung ausformulieren

Bedenken Sie, dass Ihnen niemand diese Fragen gestellt hat. Sie selbst sind die Person, die durch das Aufschreiben auf die Fragen gekommen ist. Deshalb müssen Sie nicht der "Öffentlichkeit" diese Fragen beantworten. Die Fragen helfen Ihnen dabei, eine Struktur für Ihre Selbsteinschätzung zu bekommen.

  • Sortieren Sie die negativen und positiven Eigenschaften in einer Art Ranking, von ganz negativ bis zu superpositiv.
  • Gehen Sie die Liste durch und markieren Sie sich die Dinge, von denen die anderen wissen sollten.
  • Streichen Sie dabei die Punkte, die niemand wissen soll.
  • Schreiben Sie für Ihre Selbsteinschätzung nun die Liste noch einmal neu.
  • Haben Sie genügend Punkte, um eine ausformulierte Selbsteinschätzung schreiben zu können? Sie können Lücken auch mit positiven Dingen aus der Kindheit und Jugend füllen. Vielleicht waren Sie im Sommer Rettungsschwimmer, Klassensprecher und zu Hause das älteste Kind. Nichts belegt besser, dass Sie es gewohnt sind, Verantwortung zu tragen.
  • Grundsätzlich sollte die Anzahl positiver Eigenschaften überwiegen, denn eine negative Einschätzung würde als problematisch angesehen werden. Wenn sich jemand selbst nicht mag, wird oft von psychischen Problemen ausgegangen. Dabei haben Sie vielleicht nur einen miesen Tag.
  • Achten Sie beim Formulieren Ihrer Selbsteinschätzung deshalb genau auf Ihre Wortwahl. Versuchen Sie, auch Ihre Schwächen gut aussehen zu lassen, sodass Ihnen Ihre Schwächen verziehen werden. 
  • Sie wirken in Ihrer Selbsteinschätzung sympathisch, wenn Sie sich selbst nicht so ernst nehmen. Wer über sich selbst und seine Macken lachen kann, wird auch von anderen gemocht. Hier kommt beim Leser der Selbsteinschätzung eine menschliche Angewohnheit zum Tragen, denn man sucht nach Gemeinsamkeiten und findet sich in kleinen Schwächen und Macken selber wieder. Das macht Sie für Leser oder Zuhörer sympathisch.

Ein Tipp zum Schluss: Haben Sie keine Angst vor der Selbsteinschätzung. Sie schreiben schließlich über sich selbst und haben es in der Hand, was Sie die anderen wissen lassen möchten. Nutzen Sie diese Chance, um sich gut zu präsentieren. Gutes Gelingen!