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Dr. rer. nat. habil - was bedeutet der Titel?

Akademische Titel gehen häufig mit viel Ansehen einher, denn dem langen Ausbildungsweg, der notwendig war, um die entsprechenden Abschlüsse zu erzielen, wird mit Achtung begegnet. Nicht immer ist aber klar, was sich hinter den Abkürzungen verbirgt und welche Bedeutung die einzelnen Titel haben. Was bedeutet etwa die Bezeichnung „Dr. rer. nat. habil“?

Die Arbeit an der Uni erfordert viel Wissen.
Die Arbeit an der Uni erfordert viel Wissen. © RainerSturm / Pixelio

Nach dem Abschluss des Studiums kann eine Promotion erfolgen, d.h. das Schreiben einer Doktorarbeit. Nachfolgend kann dann noch die Lehrbefähigung - Habilitation - erreicht werden.

Das bedeutet Dr. rer. nat.

  • Die Abkürzung "rer." steht für den lateinischen Begriff "rerum". Es handelt sich dabei nicht wirklich um ein eigenständiges Wort. Der Begriff wird oft nur zur Betonung oder Verstärkung eines anderen Begriffes eingesetzt. Rer kann daher mit "bezogen auf die Dinge" oder "der Inhalte" übersetzt werden.
  • "Nat." bedeutet hingegen "naturalium", also Natürliches bzw. Naturwissenschaften. Dieser Bestandteil des Titels bedeutet also, dass die Person, welche diese Bezeichnung trägt, einen akademischen Abschluss in einer Naturwissenschaft hat.
  • Je nach Universität können ganz verschiedene Fachrichtungen zu diesem Bereich gehören. Klassischerweise zählen die Mathematik, Physik und Chemie dazu - manchmal aber auch andere Fächer, wie Informatik oder sogar Psychologie.
  • Ein „Dr. rer. nat. habil“ hat somit ein Studium in einer Naturwissenschaft absolviert und hier nicht nur ein Diplom oder einen Masterabschluss erworben, sondern auch eine Promotion abgeschlossen, d.h. eine Doktorarbeit geschrieben und daher den Titel „Dr.“ erhalten. Darüber hinaus hat derjenige aber auch eine Lehrbefähigung („habil“).

Die Lehrbefähigung - habil

  • Nach dem Abschluss einer Promotion kann ein Dr. rer. nat. an der Universität unterrichten und selbst Vorlesungen oder Seminare halten. Das bedeutet, er erwirbt zusätzlich die Lehrbefähigung bzw. Lehrberechtigung. Diese wird auch als Habilitation bezeichnet und geht mit einer weiteren Prüfung einher.
  • Dabei soll der Doktor seinen Fachbereich nicht nur in der Forschung, sondern auch in der Lehre gut vertreten können und daher in der Lage sein, Lehrveranstaltungen zu halten. Voraussetzungen sind also - neben dem bereits erworbenen Dr.-Grad - eine Habilitationsschrift (eine wissenschaftliche Facharbeit), weitere fachliche Veröffentlichungen und das Halten von Lehrveranstaltungen.
  • Ist die Habilitation erfolgreich bestanden, bedeutet dies, dass der Titel Dr. rer. nat. habil verliehen werden kann. Manchmal ist dazu auch eine Probevorlesung notwendig, in der die Qualität der Lehre nochmals geprüft wird.
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