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Die Schwäbische Alb und ihre Geologie - eine kurze Einführung

Die Schwäbische Alb erstreckt sich vom südwestlichen Baden-Württemberg bis zum Nördlinger Ries. Sehr bedeutend ist sie vor allem ihrer Geologie wegen. Sie ist bekannt für ihren Höhlenreichtum.

Der Blautopf auf der Schwäbischen Alb.
Der Blautopf auf der Schwäbischen Alb. © angieconscious / Pixelio

Die Schwäbische Alb

Die Schwäbische Alb ist eine der größten Karstlandschaften Deutschlands, die sich über knapp 200 Kilometer erstreckt und circa 35 bis 40 Kilometer breit ist. Sie wird im Nordwesten durch den Albtrauf einen Steilabfall begrenzt, im Nordosten endet sie im Nördlinger Ries, im Südosten geht sie sanft ins Alpenvorland über und im Südwesten trifft sie sich mit dem Schwarzwald.

  • Die Alb ist sowohl ein nationaler als auch ein europäischer Geopark. Seit 2009 ist der Landstrich außerdem von der UNESCO als Biosphärenreservat anerkannt. Zu verdanken hat er das seiner Geologie.  
  • Die Schwäbische Alb besteht aus Jurakalk. Der Jura begann vor gut 200 Millionen Jahren und endete vor etwa 145 Millionen Jahren. Damals wurden beträchtliche Teile Europas, darunter auch die Gegend der Schwäbischen Alb, von einem Meer bedeckt. Aus den Ablagerungen am Meeresboden bildeten sich im Laufe von Jahrmillionen riesige Kalksteine, die sich durch Erdbewegungen emporschoben. Gleichzeitig gruben einige Flüsse Täler in das Gestein, so entstand die Alb.

Die Geologie - Höhlen, Höhlen und noch mehr Höhlen

Bekannt ist das Mittelgebirge vor allem für seine Höhlen. Etwa zweieinhalb Tausend wurden bis heute entdeckt.

  • Da das Kalkgestein wasserlöslich ist, wurde es im Laufe der Zeit porös und es entstanden so viele Höhlen, die zum Teil ganze Höhlensysteme bilden, dass der Landstrich als der höhlenreichste in Deutschland gilt. Einige Höhlen führen immer noch Wasser, wie z.B. die vielleicht bekannteste, die Blautopfhöhle. Ihren Abfluss bildet der Blautopf, eine Karstquelle in Blaubeuren, die vielen Literaturfreunden aus Eduard Mörikes „Historie von der Schönen Lau“ bekannt ist. Die Blautopfhöhle kann nur von erfahrenen Tauchern erkundet werden, viele andere Höhlen dagegen, die kein Wasser mehr führen, können als Schauhöhlen besichtigt werden. Bekannte Schauhöhlen sind beispielsweise die Bärenhöhle bei Erpfingen und die Laichinger Tiefenhöhle.
  • In einigen Höhlen wurden in den vergangenen Jahren und Jahrzehnten Eiszeitkunstwerke gefunden, die mittlerweile sehr berühmt sind. Zu diesen Kunstwerken gehören beispielsweise die Venus vom Hohle Fels bei Schelklingen und der Löwenmensch, eine Figur aus einem Mammutstoßzahn, die halb Mensch halb Tier ist. Sie ist im Ulmer Museum ausgestellt, geht aber auch häufiger mal auf Reisen.
  • Neben den Höhlen sind auch einige andere Phänomene interessant, beispielsweise das Steinheimer Becken, ein durch einen Meteoriteneinschlag entstandener Krater bei Heidenheim und der sogenannte Schwäbische Vulkan, auch als Uracher Vulkangebiet bekannt.

Wer das schwäbische Mittelgebirge mit seiner interessanten Geologie besucht, kann nahezu überall Fossilien finden und eine unberührte Landschaft mit Wacholderheiden, Streuobstwiesen und seltenen Tieren entdecken. Typisch sind außerdem die zahlreichen Schlösser und Burgen, von denen die Hohenzollernburg bei Hechingen am bekanntesten ist.  

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