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Die Revolution frisst ihre Kinder - Bedeutung

"Die Revolution frisst ihre Kinder" - dieser Satz klingt schon bedeutungsträchtig und er ist es auch. Er stammt aus einer tragischen Geschichte in Verbindung mit der französischen Revolution.

Vergniauds berühmter Spruch entstand in der Zeit nach der französischen Revolution.
Vergniauds berühmter Spruch entstand in der Zeit nach der französischen Revolution.

Die Revolution frisst ihre Kinder - Herkunft des Spruches

Die Revolution, von der im Spruch "Die Revolution frisst ihre Kinder" die Rede ist, ist die wohl bekannteste der Weltgeschichte - die französische Revolution von 1789.

  • Den Revolutionären ging es, vereinfacht gesagt, darum, die als veraltet und ungerecht geltende französische Monarchie abzuschaffen und ein gerechteres System zu etablieren. Außerdem aus jener Zeit bekannt sind die Prinzipien der Revolution: "Freiheit, Gleichheit, Brüderlichkeit."
  • Doch unter den Revolutionären herrschte Uneinigkeit und sie spalteten sich in verschiedene Gruppen auf, darunter die Sansculotten um den bekannten Revolutionär Robespierre und die Girondisten, denen ein Anwalt namens Pierre Vergniaud angehörte.
  • Wegen unterschiedlicher (außen-)politischer Ansichten kam es schließlich zu Kämpfen, bei denen Vergniaud und seine Leute von den Sansculotten, die übrigens so hießen, weil sie keine klassischen Hosen (Culottes) trugen, festgesetzt und zum Tode durch die Guillotine verurteilt wurden.
  • Vergniaud musste am Tag seiner Hinrichtung mit ansehen, wie seine Freunde und Genossen nach und nach auf der Guillotine starben. Kurz vor seiner eigenen Exekution sagte er: "Die Revolution, gleich Saturn, frisst ihre eigenen Kinder."
  • Saturn ist ein römischer Gott, dem der Legende nach vorausgesagt wurde, dass er einst von seinem Sohn getötet werden würde. In Konsequenz fraß Saturn all seine Kinder.

Die Bedeutung von Vergniauds Ausspruch

Kennt man die geschichtlichen Hintergründe von Vergniauds Satz, ist es auch leicht, dessen Bedeutung zu verstehen. Vergniaud hatte am Anfang der Revolution miterlebt, dass eine große Gruppe von Menschen gegen ein ungerechtes System kämpfte. Die Revolutionäre hatten allein aufgrund ihrer Masse Macht. Durch die dann entstehenden Feindschaften veränderte sich das Machtgefüge aber und die ehemaligen Genossen fingen an, einander zu bekämpfen. Dadurch kamen ganze Gruppen zu Tode - die Revolutionäre fielen letztlich dem zum Opfer, was sie selbst angezettelt hatten. Auch heute lässt sich dieser Satz in ähnlicher, wenn auch wenig drastischer Bedeutung noch verwenden.

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