Für das Gehalt einer Verkäuferin im Einzelhandel gibt es zwar genaue Tabellen bei den Gewerkschaften, trotzdem liegt es bei den einzelnen Firmen, wie viel diese jeweils bezahlen möchten. Um nicht mit einem Hungerlohn von weniger als 5 Euro die Stunde brutto abgespeist zu werden, ist es wichtig, sich umfassend über Ihre Verdienstmöglichkeiten zu informieren.

Tarife im Einzelhandel

Früher war es ganz normal, dass Firmen mit ihren Angestellten Tarifverträge abschlossen. Das hat sich die letzten Jahre drastisch geändert, sodass auch im Verkauf immer weniger Mitarbeiter das Glück haben, einen Tarifvertrag und die damit verbundenen Rechte zu bekommen. Erkundigen Sie sich also immer vor Vertragsabschluss, ob sich Ihr Gehalt nach dem aktuellen Tarif richtet.

  • Die Tariflöhne für eine Verkäuferin im Einzelhandel ändern sich sehr häufig, da die Verbände immer mal wieder kleine Erhöhungen aushandeln.
  • Auch unterscheiden sie sich in den einzelnen Bundesländern.
  • Es kommt auch sehr oft darauf an, ob Sie den Beruf erlernt haben oder aus einer anderen Branche in den Einzelhandel wechseln möchten.
  • Dann richtet sich der Tarif nach Ihrem Alter bzw. bisherigen Berufsjahren in eben dieser Branche.
  • Ein konkretes Beispiel: Angenommen, Sie sind gelernte Verkäuferin und bewerben sich für eine Vollzeitstelle im Einzelhandel, die eine abgeschlossene Berufsausbildung verlangt. Im 1. - 4. Berufsjahr sollte Ihr Gehalt ca. 1.771 Euro brutto betragen. (Diese Angaben galten laut ver.di für das Jahr 2012  im Bundesland Sachsen.)
  • Handelt es sich bei der Stelle um eine Hilfsarbeitertätigkeit, für die keine Berufsausbildung nötig ist, dann dürften Sie höchstens mit 1.520 Euro brutto rechnen. 
  • Diese Zahlen sind aber nur als Anhaltspunkte zu sehen, da sie sich in jedem Bundesland unterscheiden. Für genauere Informationen fragen Sie am besten bei der Gewerkschaft ver.di nach.
  • Je mehr Berufsjahre Sie bereits vorweisen können, umso höher fällt auch Ihre Bezahlung aus - aber nur, wenn Sie einen Tarifvertrag abschließen konnten oder die Firma ihre Angestellten gut zahlt.

Gehalt einer Verkäuferin ohne Tarifvertrag

Ohne Tarifvertrag könnte es sein, dass Ihr zukünftiges Einkommen niedriger ausfällt, als von den Gewerkschaften ausgehandelt, und Sie auch auf andere Ansprüche verzichten müssen.

  • Ein Gehalt von weniger als 1.000 Euro brutto für eine Vollzeittätigkeit als Verkäuferin wäre entschieden zu wenig - schließlich werden noch Steuern und Sozialabgaben abgezogen.
  • Falls Sie beim Monatsgehalt etwas unsicher sind, fragen Sie die Firma am besten nach dem Stundenlohn (immer brutto) und rechnen Sie das auf Ihre bevorstehenden Arbeitsstunden um.
  • Manche Firmen schlagen auch gar keinen Betrag vor, sie fragen stattdessen die Bewerber/innen, welche Vorstellungen sie denn hätten. Bei dieser Formulierung sollten Sie sich aber auf die Zunge beißen und es vermeiden, mit einem Scherz zu antworten, wie: "Ach, vorstellen kann ich mir viel - so eine Million pro Jahr hätte ich gerne."
  • Bleiben Sie stattdessen realistisch, aber übertreiben Sie es nicht mit der Bescheidenheit - Sie könnten stattdessen mitteilen, dass sich Ihre Vorstellung nach den aktuellen Tarifen richtet. 
  • Eine Ausnahme stellt ein großer bekannter Discounter dar. Diese Supermarktkette bezahlt ihre Mitarbeiter/innen bekanntlich überdurchschnittlich gut, verlangt dafür natürlich auch eine entsprechende Leistung. Hier können Sie mit wenigen Arbeitsstunden ein gutes Gehalt verdienen, das sogar über den normalen Tarifen liegt.