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BND-Agent - welche Voraussetzungen gelten bei einer Bewerbung?

Würde man beim Bundesnachrichtendienst (BND) nachfragen, wie ein Geheimagent ganz sicher nicht sein sollte, würde man wohl zur Antwort erhalten: "Er sollte nicht James Bond spielen wollen!" Diese Sorte Geheimagenten gibt es wohl auch nur in Romanen. Aber was sollte ein Geheimagent wirklich mitbringen?

BND-Agent - der stille Mann im Hintergrund
BND-Agent - der stille Mann im Hintergrund

BND-Agent ist nicht gleich BND-Agent

  • Die Berufsbezeichnung BND-Agent suchen Sie auf den Seiten des Bundesnachrichtendienstes vergebens. Vielmehr gibt es mehrere Laufbahnen, die Sie als potenzieller Bewerber einschlagen können. Der Unterschied besteht in den Anforderungen, die an Sie gestellt werden, den dadurch vorgezeichneten Weg, den Sie gehen werden und dem Gehalt, das Sie dann beziehen werden. Hinsichtlich dieser Karrieren besteht rein organisatorisch kein Unterschied zu den übrigen Bundesbehörden.
  • Der BND unterscheidet zwischen einer Laufbahn im einfachen, im mittleren, im gehobenen und im höheren Dienst. Zwischen dem einfachen und dem mittleren Dienst wird hinsichtlich des allgemeinen Anforderungsprofils nicht unterschieden. Jedoch ist diese Unterscheidung dann sehr wichtig, wenn Sie sich auf eine ausgeschriebene Stelle bewerben wollen, denn die Einstufung entscheidet über Ihr Gehalt. Außerdem bildet der BND nicht für den einfachen Dienst aus, sondern beginnt erst mit der Laufbahn im mittleren Dienst.
  • Das Hauptkriterium, nach dem sich entscheidet, welche Laufbahn Sie einschlagen können, ist, wie überall Ihr Schulabschluss. Sie können ein Technikgenie sein, aber wenn Sie nur einen Hauptschulabschluss haben, aber keine einschlägige Berufsausbildung, werden Sie es schwer haben, wenn Sie beim BND eine Ausbildung im mittleren Dienst machen wollen. Einschlägige Ausbildung bedeutet, dass sie entweder in einem kaufmännischen oder einem verwaltungsfachlichen Bereich absolviert worden sein muss.
  • Eine Alternative bietet sich in der sogenannten „Fernmelde- und elektronischen Aufklärung des Bundes“. Wie der Name schon sagt, sind hier Kenntnisse in Elektrotechnik, Informationstechnik etc. von Vorteil. Beachten Sie, dass Sie unbedingt einen „Notendurchschnitt von mindestens 3,0 in den Fächern Deutsch, Mathematik und erster Fremdsprache im Abschlusszeugnis bzw. in den letzten beiden Halbjahreszeugnissen“ benötigen. Dieser geforderte Notendurchschnitt bezieht sich zumindest auf den Hauptschulabschluss.

Der gehobene Dienst des BND - nur für Abiturienten

  • Ungleich höher liegen die Ansprüche des BND beim sogenannten „gehobenen Dienst“. Hier fordert man lapidar ein gutes Abitur beziehungsweise Fachhochschulreife (oder einen anderen gleichwertigen Abschluss). „Gut“ steht in der Schule für eine „2“. Die Spanne, innerhalb derer eine Note „gut“ ist, liegt zwischen 1,5 und 2,49. Das bedeutet, dass ein Abschluss mit einem Notendurchschnitt von 2,4 immer noch gut ist. Weitere Vorbildung, etwa eine besondere Ausbildung, benötigen Sie hier nicht. Diese benötigen Sie aber im gehobenen Dienst „in der Fernmelde- und elektronischen Aufklärung des Bundes“.
  • Hier benötigen Sie neben einer entsprechenden Schulbildung, zumindest einen Fachhochschul- oder einen Bachelorabschluss in Elektrotechnik/Nachrichtentechnik, Informatik, Mathematik oder Fremdsprachen (Dolmetscher/in oder Übersetzer/in). Neben diesen rein formalen Qualifikationen müssen Sie physisch und psychisch fit sein - Sie werden im Rahmen des Auswahlverfahrens ärztlich untersucht und psychologisch getestet. Interesse für andere fremde Sprachen, Kulturen und Länder ist ebenso Bedingung wie Sozialkompetenz.
  • Als Beamter müssen Sie selbstverständlich deutscher Staatsbürger und sollten bundesweit einsetzbar sein. Beachten Sie, dass Sie als BND-Mitarbeiter nicht unbedingt die Aufgaben eines Geheimagenten aus dem klassischen Thrillergenre erwarten. Vielmehr sollten Sie sich in erster Linie auf viel Detektiv-, Recherche- und vor allem Geduldsarbeit in Literatur, den Medien und im Internet - also an Computern - gefasst machen.

Der Verfasser wünscht Ihnen viel Erfolg dabei!

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