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Geheimagent werden - so arbeiten Sie als verdeckter Ermittler

Ein Anruf, der einen an das andere Ende der Welt führt. Frauen, die einen umwerben, wo auch immer man ist. Ein Leben, bestimmt von Abenteuer und Ruhm, weil man am Ende der ist, der die Welt in letzter Minute vor einer sich unaufhaltsam nähernden Gefahr rettet. Das, was uns Hollywood als so erstrebenswertes Agentenleben schildert, scheint in der Realität nichts als eine Illusion zu sein. Statt eines Anrufs harte Ausbildungscamps, statt wunderschönen Frauen der Feind, der in jeder Ecke lauert. Zwar hat der Agentenberuf auch seine Vorteile, wer Geheimagent werden will, sollte sich jedoch genau über die Nachteile bewusst sein. Was zeichnet den Geheimagenten also aus und wie wird man verdeckter Ermittler?

Wer Geheimagent werden, will braucht vor allem 2 Dinge: Risikobereitschaft und Leidenschaft.
Wer Geheimagent werden, will braucht vor allem 2 Dinge: Risikobereitschaft und Leidenschaft.

Voraussetzung und Wirkungsbereiche von Geheimagenten

  • Grundsätzlich gliedert sich der Agentenberuf in mehrere Bereiche. Der Agent im Objekt kümmert sich dabei um die Informationsbeschaffung und Aufklärungsarbeit, während der Agent Provocateur für Sabotage und Manipulation verantwortlich ist. Neben dem Schutz und der Überwachung von Einrichtungen und Personen fallen aber auch technische Bereiche in den Agentenberuf. So arbeiten für jeden Nachrichtendienst neben den Agenten im Außendienst auch Analytiker, Übersetzer, Schreiner und Ingenieure, die sowohl für Ausrüstung als auch Aufklärung der Außendienstler verantwortlich sind.
  • Als eines der wichtigsten Kriterien für jeden, der Geheimagent werden will, gilt die Vertrauenswürdigkeit. Wegen der Gefährdung des Landes durch Doppelagenten oder gar eingeschleuste Terroristen muss ein Agentenanwärter einen Nachrichtendienst vor allem von seiner Glaubwürdigkeit überzeugen, um verbeamtet zu werden. Hierbei spielt unter anderem das Umfeld des Anwärters eine Rolle, genauso aber ein vorbildliches Führungszeugnis, weil Nachrichtendienste generell kein Risiko eingehen wollen. Befinden sich im nahen oder auch weiter entfernten Umfeld des Anwärters Kriminelle oder anderweitig auffällige Personen, rückt der Geheimagentenberuf in weite Ferne.
  • Da ein Agent im Außendienst über ein hohes Fitnesslevel verfügen muss, gelten auch sportliche Voraussetzungen für jeden Agentenanwärter. Selbstverteidigung sowie Klettern und Abseilen oder Tauchen und Schwimmen sind Kriterien, auf die ein Möchtegernagent geprüft werden soll. Nur für Mitarbeiter der analytischen und technischen Ebene des Nachrichtendienstes gelten die Fitnessvoraussetzung generell nicht.  
  • Weiterführende Kenntnisse, die Ihnen helfen können, Geheimagent zu werden, sind vor allem technisches Wissen und Sprachkenntnis. So spielt im Beruf vor allem der Umgang mit Elektronik und Funk eine Rolle, genauso die Orientierungs- und Überlebensfähigkeit in der Wildnis, Geheimschriften und einschlägige Alphabete, darunter das Morsealphabet. Karten, Kompass, Sterne und Spuren zu lesen, sollten einem Agentenanwärter dabei nicht allzu schwer fallen.

Agent werden- so geht’s

  • Bis vor einigen Jahren galt es noch als Unmöglichkeit, sich um den Beruf des Geheimagenten zu bewerben oder zu bemühen. Weil schon die Berufsbezeichnung sagt, dass Wirken und Leben aller Beteiligten streng geheim gehalten werden müssen, wollte man nicht einmal zuständige Stellen bekannt geben.
  • So konnten nur auserwählte zum Geheimagenten ernannt werden. Auch heute verläuft die Auswahl von Agenten meist geheim, sodass vor allem Polizisten oder Militärausgebildete teils vollkommen unerwartete Anrufe bekommen, durch die sie von einem Nachrichtendienst angeworben werden sollen.
  • Doch auch Arbeiter in vollkommen alltäglichen Jobs konnten bisher von einer Nacht auf die andere zu Geheimagenten werden: so zum Beispiel Hotelmitarbeiter, in deren Herbergen zu beobachtende Personen ein und aus gehen. Gerade Mitarbeiter, die schon Jahre lang in einem solchen Hotel arbeiten, gelten hier als beliebte Agentenanwärter, weil sie einer zu beschattenden Person weniger auffällig erscheinen würden.
  • Nachdem immer weniger Menschen sich als Agent anwerben lassen, wirbt nun sogar der BND teils öffentlich um Agenten. Nachdem in Shooter- und Autospiele Agentenwerbung eingearbeitet wurde, finden sich nun sogar Flyer und Stellenanzeigen, die den Agentenberuf umschreiben.
  • Auch an Universitäten und innerhalb des Militärs wird gerne geworben. Jedoch sollte ein Bewerber sich darüber im Klaren sein, dass letztendlich der Eignungstest und das Bestehen oder Nichtbestehen des Diploms über die Tauglichkeit und Einstellung in einem Nachrichtendienst entscheiden.
  • Nach einem Kontaktgespräch mit dem zuständigen Nachrichtendienst, das den Bewerber vor allem auf Gesprächsstrategien, Flexibilität, Wachsamkeit und Überzeugungskraft prüft, folgt meist der Eignungstest. Nach dem einem bestandenen Test und der Überprüfung des Bewerberhintergrunds kann zur Anwerbung übergegangen werden, die durch eine Verpflichtungserklärung bestärkt wird.
  • Rechnen Sie auf jeden Fall damit, dass auch nach einem erfolgreichen Eignungstest eine Ausbildung in allen Außenbereichen von Nöten sein wird, die nicht nur äußerst hart ist, sondern auch mehrere Jahre dauert. Erst wer nach der Ausbildung ein bestandenes Diplom in Händen hält, wird als Geheimagent tätig werden können und auch das nur in der Einrichtung, in der er ausgebildet wurde, was als interne Sicherheitsmaßnahme gesehen werden kann.

Wer den harten Einzelunterricht in den Gebieten Tarnung, Trennung, Sicherheit übersteht und neben dem nötigen Fachwissen, das korrekte nachrichtendienstliche Verhalten erlernt hat, auf den kommen lebensgefährliche Aufgaben in Auslandsbrennpunkten zu. Was ihn vielleicht über das einsame Leben in absoluter Geheimhaltung hinwegtröstet ist letztendlich die Bezahlung, die neben Einstiegsprämie und Agentenfestlohn auch das ein oder andere Informationshonorar beinhalten wird.

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