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Besenreiser - wie Sie am besten vorbeugen

Besenreiser haben an sich zwar keinen Krankheitswert, werden aber als kosmetisch störend empfunden. Überwiegend sind Frauen davon betroffen, insbesondere nach einer Schwangerschaft. Vorbeugen kann man Besenreisern nur bedingt, aber es existiert eine hervorragende Behandlungsmöglichkeit - die Sklerotherapie.

Die Verödung von Besenreisern führt zu sehr guten Ergebnissen.
Die Verödung von Besenreisern führt zu sehr guten Ergebnissen.

Besenreiser sind innerhalb der Haut befindliche Venenerweiterungen, die mit einem Durchmesser von 0,1 bis 1,0 Millimetern ein sehr kleines Kaliber aufweisen. Trotz ihres winzigen Kalibers sind sie gut sichtbar und meist ein gravierendes kosmetisches Problem.

Besenreisern vorbeugen ist nur bedingt möglich

  • Besenreiser können sich an jeder Stelle Ihres Ober- und Unterschenkels entwickeln. Typische Stellen sind die Innen- und Außenseite der Beine sowie die Kniekehlen. Sie können linear, verzweigt, spinnen- und punktförmig aussehen, treten entweder vereinzelt auf oder werden zu einem flächendeckenden Problem. Besenreiser können rot oder blau aussehen. Rote Besenreiser haben einen winzigen Durchmesser, blaue reichen an einen Durchmesser von 1 Millimeter heran.
  • Die Hauptursache von Besenreisern ist eine genetische Veranlagung, die gerne mit einem schwachen Bindegewebe in Verbindung gebracht wird. Daher können Sie mit keiner Maßnahme der Entstehung von Besenreisern vorbeugen bzw. sie sicher verhindern.
  • Ein Risikofaktor für die Entstehung von Besenreisern ist die Schwangerschaft. Ursächlich ist neben einer allgemeinen Gewebsauflockerung in der Schwangerschaft die Zunahme von Hormonrezeptoren in der Gefäßwand. Unter dem Einfluss von Progesteron kommt es zu einer Zunahme der Elastizität der Venenwände, was dazu führt, dass oberflächliche Venen im Durchmesser um bis zu 40 % zunehmen. Sollten Sie bereits Besenreiser haben und schwanger werden, ist es daher ratsam, während der gesamten Schwangerschaft konsequent Kompressionsstrümpfe zu tragen (Kompressionsklasse II).
  • Falls Sie zu Besenreisern neigen, können Sie allerdings vorbeugen, sodass sie sich nicht allzu schnell vermehren. Vermeiden Sie langes Stehen, intensive UV-Bestrahlung (Sonnenbank!), Sauna- und Dampfbadbesuche und Rollenmassagen.
  • Gerade im Sommer sind sie nicht sehr schön anzusehen - Besenreiser. Unschöne Beine …

  • Übergewicht ist kein sicherer Risikofaktor für die Entwicklung von Besenreisern und Venenschwäche. Bei Übergewicht abnehmen ist sicher löblich, hat aber keinen nennenswerten Einfluss auf die Entstehung von Besenreisern.

Vor der Sklerotherapie Venenleiden ausschließen

Wer seine Besenreiser loswerden möchte, kann eine Verödung der erweiterten Venen in der Haut vornehmen lassen. Da vor einer sog. Sklerosierung - kurz Sklerotherapie - eine sorgfältige Venendiagnostik durchgeführt werden muss, wenden Sie sich am besten gleich an einen Phlebologen.

  • Auch wenn Ihre Beine nur Besenreiser aufweisen und Sie beschwerdefrei sind, können die Besenreiser das erste Anzeichen einer Krampfadererkrankung sein. Bei Besenreisern empfiehlt sich daher prinzipiell ein ärztlicher Venen-Check.
  • Bevor irgendwelche Maßnahmen an Ihren Besenreisern durchgeführt werden, wird man Ihnen eine Ultraschalluntersuchung der Venen empfehlen. Diese sog. Doppler- und farbcodierte Duplexsonografie ist völlig schmerzfrei und erlaubt, die tiefen Venen und Venenklappen auf Funktionstüchtigkeit zu untersuchen und ein Venenleiden auszuschließen.
  • Weisen Ihre tiefen Venen krankhafte Veränderungen auf, z. B. eine beginnende Krampfaderbildung, hat es wenig Sinn, eine alleinige Sklerotherapie der Besenreiser durchzuführen. Die Besenreiser bleiben entweder bestehen oder tauchen innerhalb kürzester Zeit wieder auf.
  • Liegt bei Ihnen neben einer Besenreiserbildung eine Krampfadererkrankung vor, müssen zunächst die Krampfadern beseitigt werden. Hierzu stehen verschiedene Verfahren zur Verfügung, entweder eine Operation oder ebenfalls eine Verödung der Krampfadern.

Sklerotherapie - da wird jeder Besenreiser blass

Das Prinzip der Sklerotherapie bei Besenreisern besteht darin, dass ein Medikament mit feinen Nadeln in die Besenreiser injiziert wird. Der Wirkstoff verursacht eine Entzündungsreaktion auf der Innenseite der erweiterten Venen, die zur Ausbildung von Narbengewebe führt. Die Besenreiser führen dadurch kein Blut mehr und werden regelrecht unsichtbar. Korrekt durchgeführt sind die Ergebnisse der Sklerotherapie von Besenreisern hervorragend.

  • Die Sklerotherapie Ihrer Besenreiser kann ambulant durchgeführt werden. Außer Nadelpiksern und gelegentlich einem leichten Brennen verursacht sie keine Beschwerden, sodass eine Betäubung nicht erforderlich ist.
  • Je nach Ausprägung Ihrer Besenreiser sind mehrere Behandlungssitzungen nötig. Das liegt daran, dass die Tageshöchstdosis des Verödungsmedikaments limitiert ist, da es ansonsten zu Nebenwirkungen kommen kann. Behandlungsserien mit 2 bis 4, manchmal 5 Sitzungen im Abstand von je einer Woche können vorkommen.
  • Nach jeder Sitzung wird ein Kompressionsverband angelegt, den Sie nach 24 Stunden abnehmen können. Danach sollten Sie für ca. 1 Woche mindestens 8 Stunden am Tag Kompressionsstrümpfe der Kompressionsklasse II tragen.
  • Unmittelbar nach jeder Sitzung sollten Sie wenigstens 30 Minuten stramm spazieren gehen. Das regt den Blutfluss in den größeren Gefäßen an und hilft, Thrombosen vorzubeugen. Die Verabreichung von Anti-Thrombose-Spritzen, wie man das nach Operationen macht, ist bei einer Verödung von Besenreisern nicht erforderlich.
  • In der akuten Entzündungsphase der Besenreiser sollten Sie intensive Sonnenbäder, Saunabesuche, heiße Vollbäder und extreme Sportarten meiden.
  • Die Sklerotherapie hat selten Nebenwirkungen und wenn, dann nur lokal und vorübergehend. Sie können kleinere Blutergüsse entwickeln, Rötungen und Schwellungen sowie eine Verhärtung an der Injektionsstelle. Mit einer Wahrscheinlichkeit von unter 0,2 % können allerdings auch Hautnekrosen auftreten, womit das Absterben kleiner Hautareale gemeint ist. Hier müssen Sie mit Narbenbildung rechnen.
  • Von einer Sklerotherapie wird man Ihnen während Schwangerschaft und Stillzeit abraten. Die meisten Phlebologen empfehlen, nach einer Schwangerschaft mindestens 6 Monate abzuwarten, bevor eine Sklerotherapie durchgeführt wird. Auch eine arterielle Verschlusskrankheit („Raucherbein“) stellt eine Kontraindikation dar.
  • Da Besenreiser keinen Krankheitswert besitzen, erfolgt die Sklerosierung unter rein kosmetisch-ästhetischen Gesichtspunkten. Während die Ultraschalluntersuchung der Venen mit der Krankenkasse abgerechnet werden kann (sie dient dem Ausschluss einer Krampfadererkrankung), werden Sie die Kosten für die Sklerosierung selbst übernehmen müssen. Dazu gehören die Kosten für das Medikament, die ärztliche Arbeit und den Kompressionsverband. Pro Sitzung sollten Sie mit 100 bis 150 Euro rechnen.

Die Entstehung von Besenreisern kann nicht mit zuverlässiger Sicherheit verhindert werden. Sie besitzen zwar keinen Krankheitswert, können aber unter kosmetisch-ästhetischen Gesichtspunkten durch eine Verödung mit sehr gutem Ergebnis beseitigt werden. Auch wenn Sie mit diesem Artikel viele Informationen über das Problem Besenreiser erhalten haben, ersetzt er keine ärztliche Beratung.

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