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AVR-Caritas im Überblick erklärt

Als Arbeitnehmer ist für Sie oft nicht nur der Arbeitsvertrag relevant. Tarifverträge spielen ebenfalls eine große Rolle für die Regelungen des Arbeitsverhältnisses. Bei den meisten kirchlichen Arbeitgebern gelten statt Tarifverträgen sogenannte Arbeitsvertragsrichtlinien (AVR). Die AVR-Caritas gelten für Ihr Arbeitsverhältnis, wenn Sie bei einem Arbeitgeber innerhalb des Deutschen Caritasverbandes arbeiten.

Auch Krankenhäuser gehören dem Deutschen Caritasverband an.
Auch Krankenhäuser gehören dem Deutschen Caritasverband an.

Nach dem öffentlichen Dienst, sind die Kirchen mitsamt Diakonie und Caritas der zweitgrößte Arbeitgeber in Deutschland. Es handelt sich dabei jedoch nicht um einen einheitlichen Arbeitgeber, sondern um zahlreiche Einzelarbeitgeber. Auf der katholischen Seite können für diese Arbeitgeber die AVR-Caritas maßgeblich sein - und für Sie als Arbeitnehmer, wenn Sie zum Beispiel in einem Krankenhaus oder Kindergarten in katholischer Trägerschaft arbeiten.

Was die AVR-Caritas regeln

  • Wenn Sie als Arbeitnehmer einen Blick in Ihren Arbeitsvertrag werfen, werden Sie vielleicht erstaunt sein: Oft sind im Arbeitsvertrag nur wenige Dinge geregelt. Statt umfangreicher Einzelregelungen findet sich ein Verweis auf den geltenden Tarifvertrag oder die AVR.
  • Die AVR-Caritas enthalten zahlreiche Regelungen für alle Arbeitsverhältnisse, für die sie gelten - unabhängig vom einzelnen Arbeitnehmer. Die Regelungen umfassen unter anderem die Bereiche Grundsätzliches, Einstellung, Arbeitszeit und Urlaub, Dienstbezüge und Kündigung

AVR sind kein Tarifvertrag

  • Zu beachten ist, dass die AVR-Caritas - wie die AVR-Diakonie - nicht wie ein Tarifvertrag zustande kommen. Nicht Gewerkschaften und Arbeitgeber verhandeln miteinander, sondern die Mitglieder der zuständigen Arbeitsrechtlichen Kommission sitzen zusammen und einigen sich auf ein Verhandlungsergebnis.
  • Diese Verfahrensweise wird als "Dritter Weg" bezeichnet. Hierbei setzt weder der Arbeitgeber einseitig die Bedingungen fest ("Erster Weg"), noch werden Tarifverhandlungen geführt und es wird auch nicht gestreikt ("Zweiter Weg"). Es handelt sich beim "Dritten Weg" um den speziellen Weg der Kirchen und der kirchlichen Werke.
  • Infolgedessen gelten die AVR-Caritas nicht als Tarifvertrag. Wichtig ist dies, wenn arbeitsrechtliche Normen ein Abweichen aufgrund eines Tarifvertrages erlauben. Denn diese "Öffnungsklausel" gilt dann nicht automatisch für die AVR. Und Ihr Arbeitgeber kann dann unter Umständen von dem, was das staatliche Gesetz vorschreibt, nicht aufgrund der AVR abweichen.

Wie die Regelungen aufgebaut sind

  • Die AVR-Caritas bestehen aus einem Allgemeinen Teil und zahlreichen Anlagen. Der Allgemeine Teil enthält in 24 Paragrafen die wesentlichen Regelungen zum Arbeitsverhältnis. So enthält § 14 Abs. 1 AVR-Caritas die Regelung, dass befristete Arbeitsverträge ordentlich gekündigt werden können. Wäre dies weder in den AVR noch im Arbeitsvertrag geregelt, würde Ihr befristeter Vertrag nicht der ordentlichen Kündigung unterliegen.
  • In vielen Paragrafen des Allgemeinen Teils finden Sie Verweise auf die Anlagen. Die 33 Anlagen der AVR-Caritas enthalten unter anderem detaillierte Regelungen zur Vergütung einzelner Beschäftigtengruppen, bestimmte Arbeitszeitregelungen und Regelungen zur Altersteilzeit. Besonders wichtig sind die Anlagen 2 und 30-33. Nach diesen Anlagen richtet sich die Eingruppierung der Mitarbeitenden.     

Die AVR-Caritas stellen ein komplexes Regelungswerk dar. Sie gelten für alle Einrichtungen, die dem DCV (Deutscher Caritasverband) angeschlossen sind.

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