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Wie lange studiert man Jura? - Nützliche Hinweise

Bis man als Rechtsanwalt arbeiten darf, muss man relativ lange studiert haben. Das Jurastudium ist dabei in verschiedene Phasen unterteilt. Welche das sind und wie ein typischer Studienverlauf aussieht, erfahren Sie hier.

Der Aufbau des Jurastudiums ist umfangreich.
Der Aufbau des Jurastudiums ist umfangreich.

Lange studiert bis zum ersten Staatsexamen

  • Der erste Teil des Jurastudiums erfolgt zunächst an einer Universität und hat eine Regelstudienzeit von neun Semestern. Allerdings ist es bei einigen Universitäten der Fall, dass aufgrund einer Zusatzausbildung die Regelstudienzeit um ein Semester auf zehn Semester erhöht werden kann.
  • Das Jurastudium wird zudem grundsätzlich in vier Phasen unterteilt.
  • Die erste Phase ist das Grundstudium, das in der Regel vier Semester umfasst und mit einer Zwischenprüfung abgeschlossen wird. Im Grundstudium werden vor allem juristische Grundkenntnisse vermittelt und zudem das Grundwissen im Straf- und Zivilrecht sowie im Öffentlichen Recht studiert.
  • In der zweiten Phase, dem Hauptstudium, wird das Grundwissen um neue Rechtsgebiete erweitert und mit weiteren Problemen vertieft. Das Hauptstudium dauert unterschiedlich lange und abhängig von der Hochschule zwei bis drei Semester.
  • Die dritte Phase, die sich teilweise mit der zweiten Phase überschneiden kann, ist die Belegung eines Schwerpunktes. Die Universitäten bieten dabei zwischen vier und zehn verschiedene Schwerpunkte an, die entweder ein Pflichtfach vertiefen oder ein komplett neues Rechtsgebiet behandeln. Am Ende wird eine Prüfung abgelegt, die dann auch zu 30 Prozent in die Examensnote einfließt.
  • Die letzte und entscheidende Phase ist dann die Examensvorbereitung mit der anschließenden juristischen Staatsprüfung - dem ersten Staatsexamen. Die Vorbereitung dauert dabei meist anderthalb bis zwei Jahre. In dieser Zeit werden oft private Repetitorien besucht, die mit den Jurastudenten die wichtigsten Themen für das Staatsexamen anhand von Kursen und Probeklausuren durchgehen und durchschnittlich 150 bis 200 Euro im Monat kosten. 
  • Die erste juristische Staatsprüfung ist dann von Bundesland zu Bundesland unterschiedlich aufgebaut, sodass die Anzahl der zu schreibenden Klausuren variiert. Die Durchfallquoten liegen dabei durchschnittlich bei 20 bis 25 Prozent.

Der zweite Teil des Jurastudiums

Nachdem die erste juristische Staatsprüfung erfolgreich bestanden wurde, gibt es verschiedene Möglichkeiten, wie es danach weitergeht.

  • Einerseits ist es möglich, die erste juristische Staatsprüfung zu wiederholen, um sich zu verbessern. Das Risiko ist dabei gering, da von beiden Versuchen das bessere Ergebnis gewertet wird, sodass im Grunde nur der Nachteil besteht, dass man länger studiert.
  • Andererseits folgt grundsätzlich nach dem ersten Staatsexamen die Vorbereitungszeit für das zweite Staatsexamen, mit welchem man die Befähigung erhält, als Rechtsanwalt zugelassen zu werden.
  • Diese Vorbereitungszeit wird als "Referendariat" bezeichnet und dauert zwei Jahre. Sinn und Zweck sind dabei, den Jurastudenten an die Praxis heranzuführen, indem er Stationen bei Richtern, Rechts- und Staatsanwälten und Verwaltungen besucht.
  • Alternativ zu einer Wiederholung oder dem Referendariat ist auch eine Promotion oder ein Auslandsstudium für einen "Master of Laws" denkbar. 

Auch wenn ein Jurastudium in der Regel lange Studienzeiten mit sich bringt, ist es dennoch ein attraktives und beliebtes Studienfach.

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