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Wellensittich artgerecht halten

Noch immer stehen Wellensittiche in kleinen Käfigen auf der Fensterbank, in denen sie – umgeben von Unmengen an unsinnigem Plastikspielzeug - ohne Artgenossen vor sich hinvegetieren. Dabei sollte es sich eigentlich schon längst herumgesprochen haben, wie es richtig gemacht wird.

Spielzeug ersetzt keinen Artgenossen.
Spielzeug ersetzt keinen Artgenossen.

Wellensittiche kommen ursprünglich aus Australien, wo sie in riesigen Schwärmen viele Kilometer am Tag fliegen. Es sollte deshalb jedem klar sein, welch eine Quälerei die Einzelhaltung in einem kleinen Käfig ist.

Einen Wellensittich richtig halten

  • Einen Wellensittich können Sie niemals artgerecht halten. Mindestens zwei sollten es schon sein. Am besten funktioniert die paarweise Haltung mit einem Männchen und einem Weibchen, aber auch zwei Männchen verstehen sich meistens sehr gut. Zwei Weibchen können allerdings etwas zickig zueinander sein. Natürlich können auch sie sich vertragen, häufiger leben sie aber nur nebeneinander her.
  • Am artgerechtesten ist die Volierenhaltung. Haben Sie nicht die Möglichkeit, Ihre Tiere in einer großen Voliere zu halten, sollten Sie für zwei Wellensittiche zumindest einen Käfig mit den Maßen 120 cm x 60 cm x 100 cm (L x B x H) haben und zusätzlich mindestens sechs Stunden Freiflug in einem Zimmer bieten können. Der Käfig sollte hell, aber nicht in der prallen Sonne stehen.
  • Verzichten Sie auf Spiegel und künstliche Artgenossen und übertreiben Sie es nicht mit der Einrichtung. Denken Sie daran, dass Wellensittiche Vögel sind und Platz zum Fliegen brauchen. Statt käuflicher Sitzstangen können Sie besser Äste und Zweige nehmen. Diese trainieren durch ihre unregelmäßige Form die Beinmuskulatur Ihrer Wellensittiche.
  • Als Hauptfutter ist das handelsübliche Wellensittichfutter am geeignetsten. Zusätzlich freuen sich Ihre Piepmätze auch über Obst, Gemüse, Keimfutter und Grünzeug wie zum Beispiel Löwenzahn, Vogelmiere, Petersilie u.ä. Im Internet finden Sie viele Futterlisten. Außer Trinkwasser sollte auch Vogelsand mit Muschelgrit frei zur Verfügung stehen, denn Wellensittiche benötigen kleine Steinchen für die Verdauung.
  • Achten Sie darauf, dass Ihre Vögel immer etwas zu fressen haben, denn aufgrund ihres hohen Stoffwechsels sind sie auf die kontinuierliche Futteraufnahme angewiesen. 24 Std. ohne Nahrung können für einen Wellensittich bereits tödlich enden.
  • Dennoch sollten Sie auch auf die Figur Ihrer Piepmätze achten. Wellensittiche leiden häufig unter Fettleibigkeit und Leberverfettung. 2 Teelöffel Körnerfutter pro Tag und Tier reichen. Zusätzlich gibt es Frischfutter und ab und zu Hirsekolben. Verzichten Sie auf künstliche Leckerchen und Knabberstangen. Diese enthalten häufig in großen Mengen Honig und Zucker.
  • Einem gelegentlichen Bad sind viele Wellensittiche nicht abgeneigt. Leider sind die käuflichen Vogelbäder zum Anhängen an den Käfig ziemlich klein und auch nicht sehr stabil. Bieten Sie deshalb beim Freiflug eine größere, flache und schwere Badeschale an. In Volierenhaltung darf sie natürlich immer bereitstehen.
  • Probieren Sie aus, ob Ihre Vögel Sprühregen mögen. Sprühen Sie Ihre Tiere mithilfe einer Sprühflasche für Pflanzen leicht mit lauwarmem Wasser an. Einige Wellensittiche sind ganz begeistert von diesem „Regen“.
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