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Was tun gegen Lispeln?

Lispeln ist eine Sprachstörung, die gerade im Vorschulalter sehr oft auftritt. Machen Sie sich jedoch noch keine Sorgen, denn in der Regel verliert sich das Lispeln, wenn das Kind älter wird und durch genaues Hinhören selber lernt, den Laut "S" richtig zu bilden. Wenn allerdings die sprachliche Entwicklung bis zum 5. Lebensjahr weiter fortgeschritten ist und Ihr Kind weiterhin lispelt, ist die Frage, was Sie gegen das Lispeln tun können, berechtigt.

Sprechspiele helfen Ihrem Kind sehr.
Sprechspiele helfen Ihrem Kind sehr.

Was ist denn Lispeln?

  • Das Lispeln betrifft die "S-, Z-, ch- und Sch-Laute". Die "S- und Z-Laute" werden mit der Zunge gebildet, indem sich die Zungenspitze hinter den Zähnen an das Zahnfach drückt. Die "Sch- und ch- Laute" dagegen formen sich durch eine bestimmte, "frei-schwebende" Zungenhaltung, die den Luftstrom in einer bestimmten Art zwischen Gaumen und Zunge beeinflussen.
  • Im frühkindlichen Alter sind die Zähne noch nicht ganz ausgebildet, sodass es Kindern schwer fällt, den S-und Z-Laut richtig zu bilden. Nach dem Zahnwechsel allerdings sollte sich das Lispeln geben. Die Sch- und ch-Laute erlernt das Kind durch Nachahmung, d. h. durch das genaue Hinhören und Nachahmen der Mundstellung.
  • Kinder, die den "S-Laut" nicht nachzusprechen lernen, könnten zum einen an einer noch nicht entwickelten bzw. verformten Zahnstellung oder einem geschädigten Gehör leiden. Gerade das deutsch "S" ähnelt in der Aussprache sehr dem englischen "th" und Kinder, deren Gehör geschädigt ist, können die Unterschiede kaum heraushören. Was da gegen zu tun ist, sollten Sie mit dem Arzt besprechen.
  • Da diese sogenannten Zischlaute in der deutschen Sprache die schwierigsten sind, werden Sie erst zum Schluss der Sprachentwicklung richtig erlernt. Deshalb werden Zischlautstörungen im Kleinkindalter unter dem Fachbegriff "physiologische Dyslalie" als ganz normal betrachtet. Auch wenn das Lispeln im Kleinkindalter noch als normal zu betrachten ist, sollten Sie vorsorgen, um gegen evtl. körperlich bedingtes Lispeln frühzeitig etwas tun zu können.
  • Schließen Sie körperliche Beeinträchtigungen, die zum Lispeln führen können, durch ärztliche Untersuchungen aus. Lassen Sie bei einem Zahnarzt- oder Kiefernorthopäden Gaumen- Zungen- und Zahnstellung untersuchen. Auch ein Besuch bei einem Ohrenarzt ist zunächst notwendig, um körperliche Ursachen für das Lispeln ausschließen zu können, vor allem Hörstörungen im Hochtonbereich werden wichtig sein.

Gegen Lispeln können Sie etwas tun

  • In der Regel können Sie das Lispeln recht erfolgreich behandeln. Wie bereits angesprochen wird eine Therapie vor dem Zahnwechsel wegen der als normal betrachteten physiologischen Dyslalie noch nicht notwendig werden, soweit das Gehör Ihres Kindes bereits im Kleinkindalter von ärztlicher Seite als gesund bescheinigt worden ist.
  • Etwa jedes 10. Kind benötigt aufgrund einer anhaltenden Sprachstörung, wie z. B. Lispeln und Stottern therapeutische Hilfe, die Sie unbedingt in Anspruch nehmen sollten, wenn Ihr Arzt Ihnen dazu rät. Die wichtigste Hilfe allerdings können Sie Ihrem Kind dadurch geben, indem Sie mit ihm viel, langsam und sehr deutlich immer wieder sprechen. Verlassen Sie sich auf keinen Fall nur auf Kassetten hören oder das Fernsehen, denn nur durch Ihr vorgesprochenes Wort, kann das Kind die Lautbildung richtig nachvollziehen.
  • Achten Sie darauf, dass Ihr Kind am Sprechen Freude behält, indem Sie es nicht fordern, seine Fehler ständig zu korrigieren, sondern indem Sie ihm im Gespräch korrekt vorsprechen. Angenommen Ihr Kind sagt.: "Oma zieht Mantel", dann antworten Sie: "Ja, Oma zieht den Mantel an, weil sie nun nach Hause fährt."
  • Die Sprachentwicklung ist oft auch an die Grob- und Feinmotorikentwicklung gekoppelt, gehen Sie mit Ihrem Kind viel schwimmen oder turnen. Auch gemeinsames Basteln, mit den entsprechenden Gesprächen wird Ihrem Kind helfen, die Laute richtig zu bilden. Nicht zu unterschätzen ist die Entwicklung des Selbstbewusstseins, je mehr Sie Ihrem Kind vorlesen, umso mehr wird es bemüht sein, das Gehörte voller Stolz nachzuerzählen.
  • Spielerisch lernen Kinder bekanntlich am besten. Erhöhen Sie deshalb den "Spaßfaktor" beim Sprechenlernen, indem Sie mit Ihrem Kind Sprechreime, Ratespiele, Abzählverse, Rollenspiele und auch Fingerspiele üben. Auch Spiele, wie z. B. "Geräusche raten" oder "Geräusch-Memory" werden Ihr Kind animieren, Sprache richtig nachzuahmen.
  • Aus den Sprachtherapien können Sie sich Spiele, wie z. B. Wattepusten, Dampflok spielen, Pferdeschnalzen zur Stärkung der Zungen- und Lippenmuskulatur zunutze machen. Auch Gehörspiele, wie z. B. Flüsterspiele, Musikinstrumente ausprobieren oder Verstecksuchen nach Klängen, sind sehr hilfreich, um das Gehör des Kindes auszubilden und machen ihm vor allen Dingen Spaß.
  • Grundsätzlich ist es wichtig, dass Sie nicht nervös werden, Ihrem Kind in Ruhe zuhören und es ausreden lassen. Zeigen Sie Ihrem Kind Ihr Interessen, an dem was es zu sagen hat, denn so stärken Sie sein Selbstbewusstsein wesentlich mehr, als mit guten Ratschlägen, die es noch nicht umsetzen kann.
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