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Was bedeutet Verleumdung? - Eine Erklärung

Verleumdung ist eine schlimme Sache, vor allem, weil man sich kaum dagegen wehren kann. Was Verleumdung aber strafrechtlich bedeutet, erschließt sich am besten in Verbindung mit der Beleidigung und der üblen Nachrede.

Gegen Gerüchte gibt es keine Waffen.
Gegen Gerüchte gibt es keine Waffen.

Der gute Ruf eines Menschen ist seine Lebensgrundlage innerhalb der Gesellschaft. Das Gesetz schützt deshalb die persönliche Ehre. Sie müssen Beleidigung, üble Nachrede und Verleumdung voneinander unterscheiden.

Beleidigung ist Ehrverletzung

  • Grundtatbestand des Gesetzes ist die Beleidigung (§ 185 StGB). Die Beleidigung ist ein Werturteil oder eine Tatsachenbehauptung abwertender Art über eine andere Person, die diese Person in ihrer Ehre herabsetzt.
  • Beispiel: Der Unfallgeschädigte erklärt gegenüber dem Unfallverursacher "Sie sind ein Idiot". Der Täter richtet seine Worte direkt an das Opfer. Er bedeutet ihm, dass er ihn wegen seines Verhaltens gering schätzt.

Üble Nachrede und Verleumdung gefährden den guten Ruf

  • Üble Nachrede (§ 186 StGB) und Verleumdung (§ 187 StGB) sind hingegen Rufgefährdungsdelikte. Hier stellt der Täter Tatsachenbehauptungen abwertender Art auf, die er einem Dritten gegenüber äußert.
  • Tatbestand der üblen Nachrede und der Verleumdung sind vom Täter gegenüber einem Dritten behauptete oder verbreitete Tatsachen, die die betroffene Person verächtlich machen oder in der öffentlichen Meinung herabwürdigen.
  • Beispiel: Der Käufer eines Autos behauptet gegenüber einem Bekannten, der Verkäufer habe ihm ein Unfallfahrzeug verkauft. Daraufhin meint der Bekannte, der Verkäufer sei nun halt mal als Betrüger bekannt. Mit dieser Behauptung erfüllt der Bekannte den Straftatbestand der üblen Nachrede. 

Wer verleumdet, kennt die Unwahrheit

  • Bei der Verleumdung steigert sich das kriminelle Unrecht dadurch, dass der Täter die Unwahrheit der von ihm behaupteten ehrenrührigen Tatsache kennt und somit wider besseres Wissen handelt. Dies bedeutet, dass der Täter  hinsichtlich der Unwahrheit mit direktem Vorsatz handeln muss.
  • Weiß der Bekannte in dem zuvor benannten Beispiel also, dass der Verkäufer des Fahrzeuges keineswegs als Betrüger bekannt ist und bezeichnet er ihn trotzdem als Betrüger, verleumdet er diesen.

Ehrverletzung bedeutet Freiheitsstrafe oder Geldstrafe

  • Das Gesetz bedroht die üble Nachrede mit einer Freiheitsstrafe bis zu zwei Jahren, die Verleumdung mit bis zu fünf Jahren oder jeweils mit Geldstrafe.
  • Der Täter kann mit einer Aussage eine Person beleidigen und zugleich eine üble Nachrede oder Verleumdung begehen. Beide Straftatbestände fließen dann in eine Gesamtstrafe ein.
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