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Warum wurde Bombay in Mumbai umbenannt? - Erklärung

Im Jahr 1996 wurde die indische Millionenmetropole von Bombay in Mumbai umbenannt. Um die Gründe, die dabei eine entscheidende Rolle gespielt haben, verstehen zu können, muss man einen kurzen Blick auf die Geschichte Indiens werfen.

Die Millionenmetropole wurde 1996 von Bombay in Mumbai umbenannt.
Die Millionenmetropole wurde 1996 von Bombay in Mumbai umbenannt.

Hintergrund und Bedeutung der Namen Bombay und Mumbai

Die politischen Hintergründe, die zur Umbenennung von Bombay zu Mumbai geführt haben, sind als kontrovers zu bewerten. Bis heute werden von den Einwohnern der Stadt, sowie zum Teil auch im institutionellen Bereich beide Namen nebeneinander verwendet. Ein Überblick über die Entstehungsgeschichte der Namen verdeutlicht, wie es dazu kommen konnte. 

  • Die Bezeichnung der heutigen Metropole im indischen Bundesstaat Maharashtra als Bombay etablierte sich mit dem Beginn der Kolonialisierung des Landes durch die Portugiesen im 16. Jahrhundert.
  • Der Name geht auf den portugiesischen Ausdruck Bom Bahia zurück, was auf Deutsch so viel wie "gute Bucht" bedeutet und sich somit wohl auf die Ankunft der Seefahrer in dem natürlichen Hafen der damaligen Insel bezog.
  • Die Bezeichnung Mumbai ist allerdings keine neue Erfindung, sondern bei der lokalen Bevölkerung schon mindestens genauso lange in Gebrauch. Es handelt sich ursprünglich dabei angeblich um eine Kombination der Namen Maha Amba (Name eine weibl. Regionalgottheit) und Aai ("Mutter").

Wieso die Metropole umbenannt wurde

  • Einer der Hauptgründe, warum Bombay Ende des 20. Jahrhunderts in Mumbai umbenannt wurde, ist politischer Natur und wurde von rechtsgerichteten und hindunationalistisch orientierten Parteien wie der BJP und der Shiv Sena initiiert.
  • Diese wollten sich durch den Namenswechsel einen prägnanteren Schlussstrich hinter die koloniale Vergangenheit der Stadt ziehen und sich stärker auf die regionalen und kulturellen Wurzeln berufen.
  • Der Wechsel des Namens wurde nicht nur vom indischen Parlament in Neu-Delhi genehmigt, sondern auch von der EU anerkannt. Dennoch wird die Bezeichnung Bombay nach wie vor noch von vielen Indern verwendet. 

Bombay/Mumbai ist keineswegs die einzige Stadt in Indien, bei der ein derartiger Namenswechsel stattgefunden hat. Ein anderes Beispiel ist etwa die Hauptstadt des Bundesstaates Tamil Nadu, die im selben Jahr und aus denselben Motiven von Madras in Chennai umbenannt wurde. Derartige Prozesse setzen sich bis heute fort und finden sich auch bei ganzen Staaten. So wurde der Bundesstaat Orissa im Osten Indiens erst kürzlich im Jahr 2011 in Odisha umbenannt.

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