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Schweißarten im Überblick

Metall- oder Kunststoffteile können bei großer Hitzeeinwirkung entweder durch Verschmelzen oder unter hohem Druck miteinander verbunden werden. Unlösbare Verbindungen werden mit Schweißen erreicht. Je nach Anwendung und Material stehen verschiedene Schweißarten zur Verfügung.

Schweißausrüstung für Lichtbogenschweißen - schon kann es losgehen!
Schweißausrüstung für Lichtbogenschweißen - schon kann es losgehen!

Schweißen umfasst sowohl das Fügen (Verbindungsschweißen) als auch das Beschichten (Auftragsschweißen) von unterschiedlichen Werkstoffen in flüssigem oder in plastischem Zustand. Geschweißt wird in allen Schweißarten per Hand, vollmechanisch oder automatisiert. 

Schweißarten - Einteilung in Press- und Schmelzschweißverfahren 

Schweißverfahren werden entsprechend ihrer Charakteristik in bestimmte Schweißarten eingeteilt. Die Hauptgliederung erfolgt in zwei Gruppen: zum einen in Pressschweißverfahren und zum anderen in Schmelzschweißverfahren.

  • Zu den Pressschweißverfahren gehören beispielsweise Punktschweißen oder Rollnahtschweißen sowie das Feuerschweißen. Letzteres Schweißverfahren ist die älteste bekannte Schweißmethode. Die zu verbindenden Metalle werden im Feuer unter Luftabschluss aufgeschmolzen. Durch Druck werden sie dann miteinander verbunden.
  • Beim Feuerschweißen beziehungsweise Feuerschmieden werden die Metalle im Feuer auf 1.200 bis 1.300 Grad Celsius erhitzt. In diesem Zustand erinnert das Metall in etwa an die Konsistenz von Teig. Durch Schläge mit einem Hammer kann eine Verbindung hergestellt werden. Diese Schweißart hat in der Gegenwart vor allem bei der traditionellen Fertigung von Messern oder Schwertern Bedeutung. In jeder Schmiede können Sie dieses Verfahren beobachten.
  • Schmelzschweißverfahren kommen ohne Kraftaufwand aus. Abhängig vom Schweißverfahren wird mit oder ohne die Zugabe von Zusatzstoffen geschweißt. Zu den Schmelzschweißverfahren gehören Lichtbogenschweißen und Gasschweißen.

Vorteile von Gasschweißen

Gasschweißen oder Autogenschweißen nimmt dabei einen wichtigen Platz ein.

  • Bei dieser Form der Metallbearbeitung wird das Metall mit einer offenen Flamme erhitzt und verbunden. Die bis 3.200 Grad Celsius heiße Flamme entsteht aus der Verbrennung von Acetylen und Sauerstoff.
  • Diese Schweißart weist einige Vorteile auf. Zum einen ist die Schweißflamme einfach einstellbar und regelbar, wodurch Gasschweißen für unbequeme Positionen infrage kommt. Zum anderen ist nur sehr wenig oder keine Vorbereitung der Schweißnaht notwendig. 
  • Das Verschweißen erfolgt unter Einsatz eines speziell legierten Schweißdrahts. Dessen Zuführung kann vor oder hinter dem Schmelzbad erfolgen. Dieses Autogenschweißen ist optimal zum Fügen dünner Bleche geeignet. Das vergleichsweise  langsame Schweißverfahren wird daher vor allem im Installations-, Rohrleitungs- und Heizungsbau eingesetzt. 

Schutzgasschweißen bei Leichtmetallen

  • Während beim  Autogenschweißen mit einem Gasgemisch aus Acetylen und Sauerstoff geschweißt wird, wird beim Schutzgasschweißen ein Schutzgas eingesetzt. Grundsätzlich gibt es hier zwei Verfahren: das Metall-Schutzgasschweißen (MSG/MIG/MAG) und das Wolfram-Inertgas-Schweißen (WIG).
  • Durch Schutzgas kann unter Ausschluss von typischen Atmosphärengasen geschweißt werden. Dieses Verfahren erfordert die Bearbeitung von hochlegierten Stählen und Leichtmetallen.

Zu den Schweißverfahren gehört auch das Elektronenstrahlschweißen. Der Vorteil dabei ist, dass fertige Werkstücke verzugsfrei und ohne weiteres Nachbearbeiten zusammengeschweißt werden. Das Verfahren ist allerdings etwas teuer.

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