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Schlupflider-Operation - was Sie wissen müssen

Als Schlupflider bezeichnet man das Verschwinden des Augenoberlids unter einer Hautfalte, die sich unmittelbar oberhalb des Oberlids entwickeln kann. Sofern dadurch nicht das Sehvermögen irritiert wird, ist das Ganze eine harmlose Angelegenheit. Allerdings dient die Augenregion als Barometer für das chronologische Alter und spiegelt häufig nicht das gefühlte biologische Alter wieder. Viele Betroffene denken darüber nach, sich ihre Schlupflider durch eine Operation entfernen zu lassen. Die Augenregion besteht allerdings aus sehr diffizilen anatomischen Strukturen und erfordert vom Operateur Erfahrung und Fingerspitzengefühl. Vor dem Eingriff sollten Sie daher gut informiert sein.

Die Operation von Schlupflidern gehört zu den häufigsten kosmetischen Eingriffen.
Die Operation von Schlupflidern gehört zu den häufigsten kosmetischen Eingriffen.

Die Oberlidstraffung wird medizinisch als „Blepharoplastik“ bezeichnet, was so viel wie „Augenlid formen“ bedeutet. Die Augenlidstraffung ist eine der am häufigsten durchgeführten ästhetisch plastisch-chirurgischen Operationen. Das lässt sich dadurch erklären, dass bereits relativ kleine Veränderungen in der Augenregion deutliche Effekte im Erscheinungsbild bewirken können.

Schlupflider - wenn das Lid zur Last wird

  • Schlupflider können Sie mit zunehmendem Alter durch den Elastizitätsverlust der Haut entwickeln, die gerade in der Augenregion sehr dünn ist. Infolge des Elastizitätsverlusts kommt es zur Ausbildung einer Hautfalte zwischen Augenbraue und Oberlid, die sich zu Beginn meist seitlich an den Lidern bemerkbar macht. Bei geöffnetem Auge verschwindet das Oberlid unter der Hautfalte bzw. wird von dieser bedeckt.
  • Bis zu einem gewissen Grad sind Schlupflider eine normale Alterserscheinung. Allerdings existieren Faktoren, die die Entstehung von Schlupflidern begünstigen, sodass sie bereits in jüngeren Jahren für Sie zu einem Dilemma werden. Dazu gehören intensive Sonnenbäder, Rauchen, eine ausgeprägte Mimik insbesondere im Stirnbereich und eine genetische Veranlagung.
  • In seltenen Fällen können Schlupflider so stark ausgeprägt sein, dass es zu einer Sehbehinderung kommt. Die herabhängende Hautfalte kann Ihnen zumindest teilweise die Sicht versperren und zu einer Einschränkung des Gesichtsfelds führen.

Die Wahl des Operateurs

  • Wenn Sie sich mit dem Gedanken tragen, Schlupflider durch eine Oberlidkorrektur beseitigen zu lassen, wenden Sie sich am besten an einen plastischen Chirurgen. Empfehlenswert ist die Suche über die Website der „Deutschen Gesellschaft der Plastischen, Rekonstruktiven und Ästhetischen Chirurgen“, der ausschließlich plastische Chirurgen angehören dürfen. Die Website hat eine Suchfunktion („Arztsuche“), in der Sie Ihre Postleitzahl, Wohnort etc. eingeben. Sie können zudem die Suche verfeinern, indem Sie den gewünschten Behandlungsschwerpunkt anklicken. Im Fall einer Augenlidstraffung ist das die „Ästhetische Gesichtschirurgie“.
  • Der technische Aufwand bei einer Augenlidstraffung ist überschaubar und in der Regel wird ambulant und in örtlicher Betäubung operiert. Sie werden daher sicher auch auf fachfremde Ärzte wie Dermatologen stoßen, die Augenlidstraffungen in ihrer Praxis anbieten. Es soll auch Kieferchirurgen geben, die ästhetisch-plastische Eingriffe anbieten. Inwiefern fachfremde Ärzte an die Erfahrung eines plastischen Chirurgen heranreichen, der sein Handwerk in einer jahrelangen Facharztausbildung erworben hat, ist fraglich.
  • Es ist nicht ehrenrührig, wenn Sie bei der ersten Vorstellung nachfragen, wie oft eine Augenlidkorrektur durchgeführt wird. Ob Sie eine ehrliche Antwort bekommen, sei dahingestellt. Fragen Sie nach, wie Ihr potenzieller Operateur die Handhabung von Komplikationen organisiert hat. Kommt er ins Stocken und muss erst mal überlegen? Lassen Sie sich auch die Räumlichkeiten zeigen, in denen der Eingriff stattfinden wird, und schalten Sie Ihren gesunden Menschenverstand ein.

Kosten einer Augenlidstraffung

  • Wenn Sie aus kosmetischen Gründen eine Oberlidkorrektur durchführen lassen, wird Ihre gesetzliche Krankenversicherung die Kosten nicht übernehmen. Das gilt auch für private Krankenversicherungen. Rechnen Sie mit 1000 bis 2500 Euro.
  • Ist der Hautüberschuss jedoch so stark ausgeprägt, dass es zu einer Sehbehinderung gekommen ist, stehen die Chancen nicht schlecht, dass eine medizinische Indikation zur Operation besteht. Das kann Ihnen jedoch nicht der plastische Chirurg bescheinigen, sondern nur durch eine augenärztliche Untersuchung festgestellt werden.
  • Liegt eine nennenswerte Beeinträchtigung des Gesichtsfelds durch die Schupflider vor, können Sie die Kostenübernahme durch die Krankenversicherung beantragen. Für gewöhnlich ist eine Einschränkung des Gesichtsfelds von über 40 % des Normalwertes erforderlich, damit eine medizinische Indikation zur Korrekturoperation gestellt werden kann.
  • Falls die gesetzliche Krankenversicherung die Kosten übernehmen sollte, sind Sie allerdings nicht mehr frei in der Wahl des Operateurs. Da es sich um ein augenärztliches Problem handelt, werden Sie den Eingriff durch einen Augenarzt bzw. in einer Augenklinik durchführen lassen müssen, was aber nicht unbedingt schlecht sein muss. Für die Operation in einer „Schönheitsklinik“ oder durch einen „Promi-Operateur“ wird die gesetzliche Krankenversicherung sicher nicht aufkommen.
  • Sind Sie Selbstzahler, werden Sie evtl. überlegen, den Eingriff im Ausland kostengünstiger durchführen zu lassen. Die Qualität muss nicht schlecht sein, Sie sollten jedoch auch die Reisekosten für sich und eine Begleitperson mit einkalkulieren.
  • Bei einer Operation im Ausland werden Sie wahrscheinlich nach wenigen Tagen wieder zu Hause sein. Am Heimatort muss die Nachsorge gewährleistet sein und Sie müssen auch wissen, an wen Sie sich wenden können, wenn Komplikationen auftreten. Bei einem kosmetischen Eingriff werden Sie die Nachbehandlungskosten am Heimatort aus eigener Tasche bezahlen müssen.

Voruntersuchungen bei Augenlidraffung

  • Wo auch immer der Eingriff durchgeführt werden wird, ist vorab eine exakte Untersuchung Ihrer Augenregion unabdingbar, damit ein optimales postoperatives Ergebnis zu erwarten ist und keine vorhersehbaren Schäden durch den Eingriff verursacht werden.
  • Neben dem Abfragen von inneren Erkrankungen und regelmäßig eingenommener Medikamente geht es in erster Linie auch um evtl. bestehende krankhafte Augenveränderungen (vermehrter Tränenfluss, Sehfeldeinschränkungen, grauer Star). So kann es durchaus vorkommen, dass Ihr Operateur Ihnen zunächst empfehlen wird, sich bei einem Augenarzt vorzustellen, falls unbehandelte Augenprobleme vorliegen. Es muss auch geklärt werden, ob Ihre Schlupflider tatsächlich durch Entfernung des Hautüberschusses oberhalb des Augenlids behoben werden können.
  • So kann auch ein Herabsinken Ihrer Augenbrauen durch den Elastizitätsverlust der Stirnhaut zu Schlupflidern führen. Wird nun ein Hautstreifen oberhalb des Oberlids entfernt, hat das zur Folge, dass Ihre Augenbrauen noch tiefer sinken. Stattdessen wäre ein Stirnlifting erforderlich gewesen, um die Augenbrauen wieder in die ursprüngliche Position zu bringen, womit die Schlupflider verschwunden wären.
  • Eine Erschlaffung der Muskeln, die Sie zum Öffnen der Augen benötigen, kann ebenfalls Schlupflider verursachen. Die alleinige Augenlidraffung würde auch in diesem Fall nicht zum erwarteten Ergebnis führen.
  • Erst nach einer gründlichen Voruntersuchung kann Ihnen der Operateur sagen, ob das Schlupflidproblem mit einer alleinigen Augenlidraffung in Lokalanästhesie beseitigt werden kann oder ob ein ausgedehnterer Eingriff erforderlich ist. Das kann dann auch ein Stirnlifting in Vollnarkose sein, wodurch die Kosten deutlich ansteigen werden.

Die Operation wird meist in Lokalanästhesie durchgeführt

  • Kann Ihr Problem durch eine reine Augenlidstraffung behoben werden, wird der Operateur unmittelbar vor dem Eingriff den Hautüberschuss, der entfernt werden muss, mit einem Stift einzeichnen. Anschließend erfolgt die örtliche Betäubung, bei der das Betäubungsmittel mit einer feinen Nadel unter die Haut gespritzt wird. Falls Sie etwas aufgeregt sein sollten, besteht sicher auch die Möglichkeit, dass Sie ein Beruhigungsmittel intravenös erhalten.
  • Hinter dem Oberlid haben wir Menschen ein kleines Fettpolster, das ggf. auch zur Entwicklung der Schlupflider beitragen kann und die Oberlider wulstig erscheinen lässt. Es ist daher nicht ungewöhnlich, wenn nicht nur der Hautüberschuss entfernt wird, sondern auch etwas von diesen Fettpolstern. Ein alleiniges Fettabsaugen wird das Schlupflidproblem nicht lösen. Um eine Betonung der Lidumschlagfalte zu erzielen, wird gelegentlich auch ein schmaler Muskelstreifen oberhalb des Auges entfernt.
  • Der Eingriff wird mit einer kosmetischen Hautnaht beendet, wofür zartes Nahtmaterial verwendet wird. Für gewöhnlich werden kleine, wenige Millimeter breite Pflasterstreifen auf die Naht geklebt. Sie reichen als „Verband“ aus, eine Augenklappe oder dergleichen müssen Sie nicht tragen. Stattdessen können Sie unmittelbar nach der Operation die Augen wieder öffnen.
  • Für gewöhnlich verweilt man zur Überwachung noch eine gewisse Zeit in Praxis oder Klinik, bevor es dann wieder nach Hause geht. Organisieren Sie vor der Operation schon den Rücktransport, indem Sie jemanden aus Freundes- oder Verwandtenkreis bitten, Sie mit dem Pkw zu fahren oder nehmen Sie ein Taxi. Sich frisch operiert selbst hinters Steuer zu setzen, ist nicht empfehlenswert.
  • Unmittelbar nach dem Eingriff ist ausgiebiges Kühlen der Augenregion angesagt, z. B. mit einer Kühlbrille oder Coolpacks, was Sie auch zu Hause noch über mehrere Tage hinweg durchführen sollten. Damit können Sie Schwellungen und Blutergüsse weitestgehend verhindern. Coolpacks sollten natürlich zu Hause schon bereitliegen.
  • Ihr Operateur wird mit Ihnen die Kontrolltermine vereinbaren. In der Regel werden die Hautfäden bereits nach 5 bis 6 Tagen entfernt.
  • Das Ergebnis der Operation hält allerdings nicht ewig. Spätestens nach 10 bis 15 Jahren fordert die nachlassende Hautelastizität ihren Tribut und beschert Ihnen erneut Schlupflider.

Komplikationen - nicht immer läuft alles glatt

  • Bei einem erfahrenen Operateur sind nennenswerte Komplikationen selten, lassen sich aber nicht immer sicher verhindern. Da Sie ambulant operiert werden, muss sichergestellt sein, dass Sie Ihren Operateur jederzeit erreichen können, wenn Probleme auftreten.
  • In den ersten Tagen können Sie trotz intensiven Kühlens ein Lidhämatom ausbilden. In der Regel klingt auch ein kräftiger Bluterguss von alleine ab, kann Ihnen aber ein zugeschwollenes, blaues Auge bescheren.
  • Wesentlich schlimmer ist, wenn sich hinter dem Augapfel ein Bluterguss ausbildet und Ihren Sehnerven schädigt. Der Bluterguss muss notfallmäßig entfernt werden, da es ansonsten zu Doppelbildern kommen kann, schlimmstenfalls sogar zur Erblindung.
  • Nicht zu unterschätzen sind auch Wundinfektionen, die ebenfalls ein zügiges Eingreifen erfordern. Werden sie verschleppt und nicht rechtzeitig mit Antibiotika behandelt, können sich Abszesse innerhalb Ihrer Augenhöhle entwickeln. Da der Augapfel in Gefahr ist, müssen Abszesse sofort operativ entlastet werden.
  • Gelegentlich können Hornhautentzündungen entstehen, die zu Schmerzen, Fremdkörpergefühl und Lichtempfindlichkeit führen. Mit antibiotischen Salben ist das Problem in den Griff zu bekommen, allerdings sollten Sie sich dazu in augenärztliche Behandlung begeben.
  • Nach der Operation kann es auch zu einem herabhängenden Augenlid kommen, was meist auf eine intraoperative Verletzung eines Augenmuskels zurückzuführen ist. Für die Behebung des Problems müssen Sie sich einem erneuten Eingriff unterziehen.
  • Hat der Operateur es zu gut gemeint und Ihnen zu viel Lidhaut entfernt, werden Sie Ihr Auge nicht mehr richtig schließen können. Ein inkompletter Lidschluss gehört zu den gravierendsten Komplikationen und ist nur schwer korrigierbar. Die Erfahrung des Operateurs und insbesondere die sorgfältige Planung des Eingriffs helfen, ein solches Desaster zu vermeiden.

Botox und Co. - Alternativen zur Operation

Sollten Sie die potenziellen Komplikationen einer Lidstraffung ernüchtert haben, werden Sie sicher nach Alternativen suchen.

  • Bei weniger stark ausgeprägten Schlupflidern besteht die Möglichkeit, sie durch geschicktes Schminken zu kaschieren. Hierzu sollten Sie sich professionelle Hilfe suchen und die Schminktechnik gemeinsam mit einer Kosmetikerin üben. Cremes, denen eine hautstraffende Wirkung nachgesagt wird, werden bei Schlupflidern keinen Effekt haben.
  • Mit Botoxinjektionen kann man Schlupflider in Schach halten, die durch ein Herabsinken der Augenbrauen entstanden sind. Allerdings hält die Botoxwirkung bestenfalls 6 bis 9 Monate an. Die Injektionen müssen Sie somit regelmäßig wiederholen lassen und natürlich aus eigener Tasche bezahlen.

Die Augenlidraffung bei Schluplidern ist zwar ein überschaubarer Eingriff, bedarf aber einer gewissen Erfahrung des Operateurs. Nur so wird das Ergebnis zufriedenstellend und das OP-Risiko kalkulierbar sein. Die Kosten übernimmt die Krankenversicherung nur, wenn eine medizinische Indikation zur Lidstraffung vorliegt.

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