Die gesetzliche Nachtruhe geht von 22:00 bis 7:00 Uhr. Darüber hinaus ist in aller Regel in Mietwohnungen noch eine Mittagsruhe in der Zeit von 12:00 bis 14:00 oder von 13:00 bis 15:00 Uhr festgelegt. Schließlich gibt es noch die Feiertagsruhe an Sonn- und Feiertagen, die von 0 bis 24 Uhr gilt.

Was Sie während der Ruhezeiten tun dürfen

  • Das Stichwort heißt "bestimmungsgemäßer Gebrauch der Mietsache". Es lässt sich nicht vermeiden, daß Sie in Ihrer Mietwohnung auch Dinge tun, die Krach machen. Die Frage ist immer nur, was genau Sie tun und wann Sie dies tun.
  • Bestimmte laute Geräusche lassen sich nicht vermeiden, wo Menschen zusammen leben. Dies sind zum Beispiel Kinderlärm, Laufgeräusche oder die Spülung einer Toilette. Solche Geräusche dürfen Sie immer erzeugen - auch nachts. Sogar duschen dürfen Sie nachts, solange es nicht länger als ca. 30min sind.
  • Das Gebot der absoluten Vermeidung von Lärm gilt - auch am Sonntag - nur während der Nachtruhe. Dies bedeutet, dass Sie auch am Sonntag beispielsweise Staub saugen oder musizieren dürfen.

Was Sie in Ihrer Mietwohnung lieber lassen sollten

  • Ein Mieter hat kein "Recht auf Party". Nicht einmal im Monat, nicht einmal im Jahr sondern gar nicht. Jede Ruhestörung innerhalb der Ruhezeiten kann mietrechtliche Konsequenzen nach sich ziehen.
  • In den Hausordnungen ist meistens geregelt, dass Sie laute Musik auch außerhalb der Ruhezeiten nur in Zimmerlautstärke hören dürfen. Selbst zu musizieren ist hingegen erlaubt.
  • Eine Ruhestörung während der Nachtruhe stellt eine Ordnungswidrigkeit dar, die mit bis zu 5.000,-€ Geldbuße geahndet werden kann. Darüber hinaus ist die Polizei berechtigt, im Rahmen der Gefahrenabwehr Ihre Musikanlage mitzunehmen.
  • Wenn Sie sich nicht an die Ruhezeiten halten, kann der Vermieter Sie abmahnen. Kommt es dann zu einer weiteren Ruhestörung, ist das ein Grund für den Vermieter, den Mietvertrag fristlos zu kündigen.

Wenn Sie durch Lärm betroffen sind

  • Wenn Sie als Mieter den Eindruck haben, dass Ihre Wohnung einfach nur zu hellhörig ist, so haben Sie in aller Regel keinen Anspruch gegen den Vermieter auf zusätzliche Schallisolierung.
  • Als Mieter sollten Sie bei anhaltender Ruhestörung zunächst den Vermieter unter Fristsetzung schriftlich um Abhilfe bitten. Schildern Sie möglichst detailliert, warum und von wem Sie sich gestört fühlen.
  • Wenn Sie weiterhin unter Lärmbelästigung leiden, können Sie sogar die Miete mindern. Da die Höhe einer Mietminderung immer sehr individuell ist, sollten Sie sich hier beim Mieterverein oder einem Fachanwalt für Mietrecht näher erkundigen.
  • Hilft dies alles nichts, sollten Sie ein "Lärmtagebuch" führen, in das Sie sämtliche Ruhestörungen eintragen. Sie haben die Möglichkeit, Ihre Nachbarn auf Unterlassung zu verklagen und das Lärmtagebuch dann als Beweismittel anzugeben.
  • Kreissägen, Rasenmäher  etc. während der Ruhezeiten und an Feiertagen müssen Sie sich nicht bieten lassen. Hier können Sie eine Sammlung der Geräte nachlesen, die in den Ruhezeiten nicht in Betrieb sein dürfen.