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Rotwild und Damwild unterscheiden

Rotwild und Damwild leben in europäischen Wäldern als große Hirscharten. An einigen markanten Merkmalen können Sie die Tiere leicht unterscheiden.

Damwild mit deutlichen Flecken im Sommerfell.
Damwild mit deutlichen Flecken im Sommerfell. © schmetterling01 / Pixelio

Die Familie der Hirsche (Cervidae) gehört zu den Paarhufern, ebenso wie Wildschweine. Da deren Klauen in der Sprache der Jäger als Schalen bezeichnet werden, nennt man diese Wildarten auch Schalenwild. Die in deutschen Wäldern am häufigsten lebenden Hirscharten sind das kleinere Rehwild (Capreolus capreolus), das Damwild (Dama dama) und das Rotwild (Cervus elaphus). 

Damwild  - Schaufelgeweih und helle Flecken typisch

Reh-, Dam- und Rotwild unterscheiden sich in der Art ihres Geweihs, das die männlichen Tiere tragen. Der Rehbock ist mit seinem kurzen Geweih weit bekannt. Beim Rothirsch ist dieses wesentlich größer und beim älteren Tier mehrfach verzweigt. Der Jäger spricht vom Zwölfender, wenn es zwölf Spitzen hat. Diese Trophäen sind oft zu sehen.

Das Geweih eines Damhirschs ist ein Schaufelgeweih. Am oberen Rand zeigt es ebenso mehrere Sprossen. Es ist als Geweih etwas kleiner als das eines Rothirsches. 

Damwild ist größer als Rehwild, aber kleiner als Rotwild. Die Tiere wiegen zwischen 65 und 100 Kilogramm, Rehe dagegen bis zu 30 Kilogramm. Ihr Körperbau ähnelt dem des Rothirsches, obwohl sie einen kürzeren Hals und kürzere Beine haben. 

Im Sommer ist das Fell typisch auf der Bauchseite und den Innenseiten der Beine einfarbig hell, fast weiß, und auf der Oberseite rotbraun gefärbt. Direkt auf dem Rücken verläuft ein dunkler Streifen, der sogenannte Aalstrich. Er wird rechts und links von weißen Flecken begleitet.

Das Fell des Damwildes kann je nach Vorkommen und Individuum unterschiedlich ausgeprägt sein. Im Winter wird das gesamte Fell dunkler. 

Spiegel und helle Punkte sind beim Damwild deutlich sichtbar.
Spiegel und helle Punkte sind beim Damwild deutlich sichtbar. © Heike Nedo

Auch wenn die Sommerfärbung verschwunden ist, bleibt dem Damwild ein markantes Erkennungszeichen: Es ist der Spiegel. Gemeint sind damit die Hinterseiten der Oberschenkel, also die Schwanzseite. Dieser Bereich ist auch im Winter sehr hell. Der Schwanz, ständig in Bewegung, ist deutlich zu erkennen. Auf dem Schwanz und um den Spiegel herum hebt sich zusätzlich eine dunkle Haarlinie ab.

Schaufelgeweih beim Damhirsch.
Schaufelgeweih beim Damhirsch. © Heike Nedo

Rotwild - majestätisch groß

Die größte Tierart in den Wäldern Deutschlands ist das Rotwild. Über das mögliche Gewicht der Hirsche sind verschiedene Angaben zu finden, je nach Quelle. Sie schwanken zwischen 100 und 300 Kilogramm, wobei das Alter und die Jahreszeit eine große Rolle spielen. Im Durchschnitt liegt es bei 110 Kilogramm. Die Männchen sind größer als die Hirschkühe.

Äußerlich ist das beachtliche Geweih der männlichen Tiere ihr deutlichstes Erkennungsmerkmal. Die Fellfärbung ist einfarbig braun oder graubraun, abhängig von der Jahreszeit. Im Sommer glänzt es  haselnussbraun. Die Beine der Hirsche sind schlank und lang und auch der Hals ist wesentlich schmaler und länger als beim Damwild.

Rothirsche wirken weniger gedrungen. Es sind elegante Tiere. Auch beim Rotwild ist der Spiegel heller gefärbt als das übrige Fell. Der Kontrast ist jedoch nicht so deutlich wie beim Damwild. 

Weiße Flecken im Fell haben beim Rotwild nur die jungen Kälber. Sie verschwinden bei ausgewachsenen Tieren. Zur Brunftzeit im Herbst bilden die Männchen um den Hals herum eine Mähne. Dann ist ihr Geweih völlig ausgewachsen und die Tiere kämpfen um das Vorrecht, sich mit den Kühen paaren zu dürfen. Nach der Paarungszeit im Winter wird das Geweih abgeworfen. 

 

Rothirsch mit schlanken Beinen, braunem Fell und Herbstmähne am Hals.
Rothirsch mit schlanken Beinen, braunem Fell und Herbstmähne am Hals. © Heike Nedo

 

Anhand der genannten Merkmale lassen sich die beiden Hirscharten leicht unterscheiden. Damwild ist nicht ganz so scheu wie Rotwild. Es hält sich auch einmal in parkähnlicher Landschaft auf. Daher können Sie dieses leichter in freier Wildbahn beobachten.

Wenn die Wildarten durch ihre Schonzeiten vor Jagd geschützt sind, werden sie weniger scheu. Wenn im Oktober und November die Brunft der Rothirsche deren Verhalten prägt, verlieren diese ihre Vorsicht und lassen ihre Brunftlaute und -verhalten im Wald hören und beobachten.

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