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Oberflächenpiercing im Nacken - das sollten Sie vorab beachten

Unter einem Oberflächenpiercing versteht man ein Körperpiercing, das auf der Oberfläche des Körpers befindlich ist und bei dem Einstich- und Austrittskanal in einer Ebene liegen, da die Stellen, an denen das Piercing durchgeführt wird, eben sind. Dazu gehört auch das Piercing im Nacken, bei dem einige Besonderheiten zu beachten sind, über die Sie hier mehr erfahren können.

Ein Oberflächenpiercing hat immer spezielle Risiken.
Ein Oberflächenpiercing hat immer spezielle Risiken.

Oberflächenpiercing ist problematisch

Jedes Piercing, das nicht durch eine konkav oder konvex gewölbte Körperstelle geht, wie zum Beispiel an der Ohrmuschel, ist problematisch.

  • Bevor Sie sich ein Oberflächenpiercing im Nacken machen lassen, sollten Sie bedenken, dass durch die ebene Fläche der Haut der Stichkanal durch den eingeführten Stift permanent unter Druck steht. Das hat zur Folge, dass der Heilungsprozess erheblich langwieriger ist und unter Umständen mehrere Monate dauern kann.
  • Im ungünstigsten Fall kann es sogar passieren, dass es durch den permanenten Druck des geraden Stifts zu einem Herauswandern Ihres Piercingsschmucks kommt, was mit einer entsprechenden Narbenbildung verbunden ist.
  • Das Risiko des Herauswanderns können Sie auch nicht vermeiden, indem Sie einen flexiblen Stift für den Stichkanal verwenden, da auch flexibles Material das Bestreben hat, die Ursprungsform wieder einzunehmen.
  • Beachten Sie auch, dass es durch die an den Enden aufgeschraubten Kugeln und dergleichen auch von außen zu Druckstellen an der Haut kommen kann. Das lässt sich auch mit einem locker drapierten Schmuckstück nicht sicher vermeiden, zumal das Herumbaumeln wahrscheinlich nicht Ihren ästhetischen Ansprüchen gerecht werden wird.
  • Falls Sie dennoch nicht vor einem Oberflächenpiercing im Nacken zurückschrecken sollten, legen Sie großen Wert auf ein seriöses Piercingstudio, damit durch die richtige Technik die Komplikationsrate zumindest reduziert wird. Dazu gehört beispielsweise, dass der Stichkanal die richtige Tiefe unter der Haut hat und nicht zu oberflächlich verläuft.
  • Piercings müssen gut gepflegt werden, damit es nicht zu lokalen Infektionen kommt, die mangels ausreichender Pflege auch Jahre später auftreten können. Abgesehen von der für Sie nicht einsehbaren Lokalisation können auch Irritationen durch Kleidungsstücke, Halsschmuck oder auch längere Haare, die sich im Schmuck verfangen, zu Hautreizungen und Infekten führen. Da unser Kopf permanent in Bewegung ist, ist auch das Piercing im Nacken einer ständigen Unruhe ausgesetzt.
  • Wählen Sie ein Schmuckstück mit glatten Oberflächen aus, die das Reinigen zumindest erleichtern.

Allgemeine Piercing-Risiken betreffen auch den Nacken

  • Auch wenn bei Ihnen keine Nickelallergie bekannt ist, sollten Sie trotzdem auf Nickellegierungen prinzipiell verzichten.
  • Lassen Sie sich kein Piercing mit einer Piercingpistole machen, diese sind schwierig zu sterilisieren und aus hygienischer Sicht abzulehnen.
  • Rechnen Sie auch mit einer Schwellung, die unmittelbar nach dem Piercing auftreten kann, und verwenden Sie unmittelbar danach einen längeren Piercing-Stift als Platzhalter.
  • Zur Prophylaxe von Infektionen sollten Sie die gepiercte Körperstelle zweimal täglich mit einer antibakteriell wirksamen Seife reinigen. Rückstände auf dem Piercingsschmuck können Sie am besten mit Salzwasser entfernen. 
  • Ist ein Desinfektionsmittel erforderlich, verzichten Sie nach Möglichkeit auf alkoholhaltige Präparate, da diese die Haut sehr schnell austrocknen. Die Haut verliert dadurch ihre Schutzfunktion.
  • Lokale Infektionen und allergische Hautreaktionen sind nicht immer leicht voneinander zu unterscheiden. Wenn Sie verdächtige Veränderungen an der Piercingstelle bemerken, sollten Sie sicherheitshalber eine ärztliche Kontrolle durchführen lassen und nicht mit frei verkäuflichen Präparaten aus der Apotheke daran herumdoktern.
  • Bei jedem Piercing setzen Sie sich einem Infektionsrisiko aus. Ernsthafte Infektionen wie HIV, Hepatitis B und C und sogar Tetanus sind möglich.
  • Sollten Sie ein beeinträchtigtes Immunsystem haben wie zum Beispiel bei Diabetes mellitus, Cortisonbehandlung, HIV usw., haben Sie ein deutlich erhöhtes Risiko für Wundheilungsstörungen und Infektionen und sollten daher von einem Piercing und auch von Tätowierungen Abstand nehmen. Das Gleiche gilt auch bei Blutgerinnungsstörungen und Neurodermitis.
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