Von der Begrüßung über einzelne Wörter bis hin zu Sprichwörtern: In Norddeutschland wird das Hochdeutsche noch immer vom Plattdeutschen durchdrungen. Es folgt eine kleine Einführung in die geläufigsten norddeutschen Ausdrücke.

Die norddeutsche Begrüßung

  • Die norddeutsche Begrüßung gibt immer wieder Anlass zu Irritation. Ihr Ursprung ist auch sprachwissenschaftlich bis heute nicht eindeutig geklärt.
  • Die Begrüßung "moin" wird den ganzen Tag über verwendet und bedeutet nicht etwa "Guten Morgen". Im Sprachgebrauch wird "moin" vor allem zu informellen Anlässen verwendet oder wirkt in formelleren Situationen zumindest recht leger.
  • Die Verdoppelung "moin moin" dagegen wird landschaftlich unterschiedlich verwendet. Häufig entspricht "moin moin" dem Gruß "Guten Morgen" und hat damit eine andere Bedeutung als das einfache "moin".
  • Eine sprachwissenschaftliche Theorie dazu besagt, dass sich das erste "moin" von "moin moin" aus dem plattdeutschen Wort für "gut" entwickelt hat, während das zweite tatsächlich aus dem Wort "Morgen" entstanden ist.
  • Das einfache "moin" würde dieser Theorie zufolge von dem Wort für "gut" stammen und wäre daher universell einsetzbar.

Ausdrücke und Sprichwörter mit plattdeutschen Wurzeln

  • Weitere norddeutsche Ausdrücke, die in der Alltagssprache Verwendung finden, sind beispielsweise die Adjektive "plietsch" für "schlau, bauernschlau" und "lütt" für "klein", das mit dem englischen "little" verwandt ist.
  • Wichtige norddeutsche Substantive sind "Buddel" für "Flasche" und "Schietbüdel" für einen Schelm. An dem Beispiel Schietbüdel erkennen Sie, wie deftig norddeutsche Ausdrücke sein können, ohne dass sie dabei vulgär oder aggressiv wirken.
  • Ein weiteres landschaftliches Substantiv ist das Wort "Büttpetter" für große, unförmige Schuhe. Es kommt von dem Brauch, bei Ebbe Butt zu fischen, indem man die flachen Fische mit den Schuhen festhält.
  • Schöne norddeutsche Sprichwörter sind beispielsweise: "Wat den Een sin Uhl, is den Annern sin Nachtigall" (Was für den Einen eine Eule ist, ist für den Anderen eine Nachtigall) und "Wat de Buur nie kennt, dat fret he nie" (Was der Bauer nicht kennt, das isst er nicht).
  • Häufig wird nur die erste Hälfte des Sprichwortes ausgesprochen, die zweite Hälfte ergänzt der Zuhörer gedanklich, wenn er sich mit norddeutschen Ausdrücken auskennt.