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Nachnamenforschung - so gehen Sie vor

Die Nachnamenforschung oder die Namenforschung, die Onomatologie, beschäftigt sich mit der Herkunft, Bedeutung und der Verbreitung von Namen. Nachnamen und Vornamen werden gleichzeitig behandelt. Ein Blick ins Telefonbuch genügt, um zu erkennen, welche ausgefallenen Namen verbreitet sind. Oft scheinen Namen von nebulöser Bedeutung zu sein. Doch mit einigen Hilfsmitteln ist den Namen auf den Grund zu kommen.

Namenforschung wie ein Detektiv
Namenforschung wie ein Detektiv

Nachnamenforschung und Entstehung der Namen

  • Lange Zeit war es in Deutschland üblich, nur Vornamen zu haben. Doch vor über 700 Jahren wuchsen die Städte und Dörfer, sodass es notwendig wurde, Personen genauer unterscheiden zu können. Viele Vornamen kamen im gleichen Ort mehrfach vor. Wer nach einem Lothar fragte, bekam leicht sehr viele verschiedene Auskünfte, die aber auf verschiedene Personen zutrafen. 
  • Bei der Einführung der Nachnamen standen den Menschen im Mittelalter einige Möglichkeiten offen. Ein Weg war, sich nach dem Vater zu benennen. So hieß ein Lothar dann Lothar Peter, wenn der Vater Peter mit Vornamen hieß. Auch Petersen, der Sohn des Peters, war gängig. 
  • Eine zweite Variante war, sich nach seiner Herkunft zu benennen, wenn jemand zugezogen war. Der Lothar, der aus Augsburg kam, hieß nun Lothar Augsburger. Innerorts konnten auch Lagebezeichnungen dienen. Der Lothar hinterm Deich ist ein Beispiel. 
  • Auch die Berufe wurden viel herangezogen und als Nachnamen genommen. Schmidt, Bäcker, Müller und Schneider sind nur einige der unzähligen Namen von Berufen. 
  • Außerdem kennt die Nachnamenforschung noch die Benennung nach Eigenschaften wie Klein, Gräulich, Dick etc. Nicht immer waren in einer Familie alle mit den gewählten Nachnamen einverstanden, sodass die Nachnamen viel gewechselt wurden. 
  • Erst im 18. Jahrhundert regelten Erlasse, dass in einer Familie alle Mitglieder die gleichen Nachnamen tragen mussten. Erst danach wurden Nachnamen streng vererbt, was die Nachnamenforschung und Ahnenforschung bis zu dieser Zeit sehr gut möglich macht. 

Nachnamenforschung des eigenen Namens

  • Wenn Sie über die Herkunft und Bedeutung Ihres Nachnamens etwas ergründen möchten, benutzen Sie bei Ihrer Nachnamenforschung Quellen wie ein Historiker. Hilfreich sind schon durchgeführte Ahnenforschungen in Ihrer Familie. Befragen Sie Verwandte darüber. Wenn dies nicht der Fall ist, tragen Sie alle Informationen zusammen, die Sie aus dem Kreis der Familie erhalten können. Die Nachnamenforschung und die Ahnenforschung sind eng miteinander verbunden. 
  • Als Nächstes ist es sinnvoll, sich ein Bild darüber zu verschaffen, wo und wie häufig der Name verbreitet ist und war. Dabei hilft Ihnen, dass die meisten Familien ortsansässig blieben. Ein Blick in ein deutsches Telefonbuch aus den Zeiten, als noch fast alle Telefoninhaber gelistet waren, hilft sehr. Der Erwerb einer Telefon-CD von 1995 oder einige Jahre später kostet nur wenig aber bringt viele Informationen. Nun wissen Sie, ob Ihr Nachname in einigen Regionen besonders häufig vorkommt. So können Sie der Herkunft Ihrer Familie nahe kommen. 
  • Eine wichtige Internetseite ist Familiysearch. Dort können Sie nach Vor- und Nachnamen forschen und erhalten Einträge mit weiteren Daten aus der Vergangenheit, die zu Ihrem Nachnamen passen. Tipps und weiterführende Informationen auch zur Ahnenforschung finden Sie bei Ahnenforschung.
  • Wenn Sie herausgefunden haben, dass Ihr Name in einer Region extrem häufig vorkommt, können regionale Namensbücher eingesehen werden. Über Ihre Stadtbibliothek können Sie die entsprechenden Bücher recherchieren und per Fernleihe bestellen und ausleihen. Doch sind nicht alle deutschen Namen auch aufgeführt. Bei etwa einer Million verschiedener Namen in Deutschland ist dies auch nicht zu erwarten. 

Schwierigkeiten der Nachnamenforschung

  • Wenn es darum geht, die Bedeutung von Namen zu ergründen, steht der Fragende bei der Nachnamenforschung nicht selten vor einem Rätsel. Ein Blick in das Bedeutungswörterbuch und das Herkunftswörterbuch von Duden in der Bibliothek helfen oft weiter. 
  • Wenn Sie über die geografische Herkunft Ihrer Familie Ergebnisse besitzen, ist der Dialekt dieser Gegend manchmal der Schlüssel. 
  • Wenn Sie noch nicht weiter gekommen sind, nehmen Sie sich ein Deutsch-Latein-Lexikon, da Namen oft latinisiert wurden, um schicker zu klingen. Auch französische Namensgebungen kamen im 17. und 18.Jahrhundert vor. 
  • Stammen Ihre Vorfahren aus einem anderen Land, so ist ein entsprechendes Wörterbuch zu nehmen. Siedler aus Polen, Russland und anderen Nachbarstaaten von Deutschland können sich überall angesiedelt haben. 
  • Immer sollten Sie sich Ihren Namen in verschiedener Schreibweise notieren. In früheren Zeiten wurde meist nach der Aussprache geschrieben. So können Dialekte und andere Besonderheiten eingeflossen sein. 
  • Ein Hufer kann auch Huber bedeuten. Ein Röster kann Röscher heißen. Heutige Deutungen hatten früher andere, wie geil fett oder saftig bedeutete. Ein Schmitter kann auch Schmidda geschrieben werden. Lassen Sie Ihrer Fantasie freien Lauf und fragen auch andere Menschen. 
  • Besonders zusammengesetzte Wörter sind oft erst in die Einzelteile zu zerlegen, um hinter ihren Sinn zu gelangen. Bei Namen, die auch als Vornamen genutzt werden, ist nicht selten ein germanischer Ursprung zu finden. Vornamen sind viel älter und können Jahrtausende zurückreichen. 
  • Eine Internetrecherche wird meist nicht helfen, da dort nur sehr oberflächliche Hinweise zu finden sind. Von Foren ist abzuraten, da dort mehr Falsches geraten wird als Richtiges. 
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