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Morgenstund hat Gold im Mund - Berufe für Frühaufsteher

"Morgenstund hat Gold im Mund" - dieses Sprichwort gilt auch für viele Berufe, in denen die Arbeit schon in aller Frühe beginnt. Wenn Sie keine Probleme mit dem frühen Aufstehen haben oder es sogar lieben, haben Sie deshalb einige berufliche Möglichkeiten.

Bäcker haben einen typischen Frühaufsteherberuf.
Bäcker haben einen typischen Frühaufsteherberuf.

Nichts für Langschläfer - Arbeit in der Bäckerei

Zu den Nachteulen dürfen Sie nicht gehören, wenn Sie andere Leute morgens mit frischen Backwaren erfreuen wollen, denn da sind Sie bereits auf den Beinen, wenn die Nachteulen erst zu Bett gehen.

  • Einer der bekanntesten Frühaufsteherberufe ist der des Bäckers. Als Bäcker beginnt Ihre Arbeitszeit zwischen ein und vier Uhr in der Nacht, damit, wenn die Bäckereien öffnen, frische Backwaren angeboten werden können. Andere Regelungen gelten für Auszubildende unter 18 Jahren, sie dürfen dem Jugendarbeitsschutzgesetz entsprechend erst morgens um fünf oder sechs - auch dies ist vom Alter abhängig - anfangen. Als Bäcker stellen Sie nicht nur Brot, Semmeln, Kleingebäck und süße Teilchen her, Sie müssen außerdem die benötigten Zutaten annehmen und lagern, teilweise auch bestellen sowie die Bleche, Geräte und Maschinen fürs Backen vorbereiten und später reinigen. Da Sie früh anfangen, haben Sie auch früh Feierabend, je nach Arbeitsbeginn schon am Vormittag oder am frühen Nachmittag.
  • Nicht ganz so früh müssen Sie als Konditor aufstehen. In Konditoreien beginnt die Arbeitszeit oft erst morgens um sechs Uhr. Gemessen daran, dass Sie in vielen Berufen frühestens um halb acht anfangen, ist das aber immer noch früh. Dafür haben Sie normalerweise am Nachmittag Feierabend. Mitbringen sollten Sie für diesen Beruf handwerkliches und kreatives Talent, dann kann es ein echter Traumjob sein, denn Sie backen und verzieren nicht nur Torten von der Nusstorte bis zur mehrstöckigen Hochzeitstorte, Sie stellen auch Desserts, Pralinen, Schoko- oder Marzipanfiguren, Eis und kleine Gebäcke her, wobei Sie sich in großen Betrieben freilich oft auf eine Aufgabe beschränken müssen.
  • Frühaufsteher/in müssen Sie auch sein, wenn Sie als Fachverkäufer/in in einer Bäckerei arbeiten, denn Bäckereien öffnen oft schon zwischen sechs und sieben Uhr. Das heißt, dass Sie in manchen Betrieben schon um fünf antreten müssen, denn wenn der erste Kunde den Laden betritt, müssen die Waren bereits eingeräumt sein. Auch belegte Brötchen und andere Frühstückssnacks müssen Sie oft schon vorbereiten. Die Hauptaufgaben bestehen im Verkauf  und der Beratung. Für die Dekoration des Ladenraums sind Sie normalerweise ebenfalls zuständig. Da im Verkauf in der Regel in Schichten gearbeitet wird, müssen Sie nicht immer früh aufstehen, sondern arbeiten entweder vom frühen Morgen bis mittags oder sie beginnen am Vormittag oder Mittag und arbeiten bis abends.      

Auch Fleischer müssen oft früh raus

Außer in Bäckereien und Konditoreien gibt es noch in vielen anderen Betrieben und Einrichtungen Tätigkeiten für Frühaufsteher.

  • Mitunter früh raus müssen Sie auch als Fleischer, wobei es hier davon abhängt, wo Sie arbeiten. Sie können in Schlachthöfen, in Fleischereien beziehungsweise Metzgereien oder In Fleisch verarbeitenden Betrieben beschäftigt sein. In der Fleischverarbeitung kann die Schicht schon am späten Abend beginnen, oft fängt sie aber auch in den frühen Morgenstunden ab ein Uhr an. In Metzgereien oder Fleischereien beginnt der Tag häufig um fünf oder sechs in der Früh. Der Feierabend hängt davon ab, wie früh Sie anfangen. Wie für die Bäcker- gilt auch für die Fleischerlehrlinge, die jünger als 18 sind, das Jugendarbeitsschutzgesetz.
  • Auch wenn Sie etwa Hotel- oder Restaurantfachfrau lernen und später in Übernachtungsbetrieben beispielsweise für den Frühstücksservice zuständig sind, dürfen Sie das frühe Aufstehen nicht scheuen. Ihr Tag beginnt dann oft ungefähr zwischen fünf und sechs Uhr morgens. Sie müssen nicht nur das Buffet aufbauen, sondern während der Frühstückszeit auch betreuen. Freilich können Sie auch in andere Hotelbereiche mit späterem Arbeitsbeginn gehen, klar muss Ihnen jedoch sein, dass die Arbeitszeiten in der Gastronomie immer unregelmäßig sind.
  • Viele weitere Berufe erfordern ein frühes Aufstehen, wenn auch oft nicht täglich, weil sie im Schichtdienst ausgeübt werden. Zu diesen Berufen gehören unter anderem die Pflegeberufe, Tätigkeiten als Fahrer von Bussen, Bahnen oder Zügen sowie einige Verkaufstätigkeiten. Außer in den bereits genannten Bäckereien müssen Sie zum Beispiel auch in Großmarkthallen, Bahnhofs- oder Flughafengeschäften früh anfangen.
  • Mancher Frühaufsteherjob kann Ihnen finanzielle Vorteile bringen, denn der Gesetzgeber regelt, dass es für Nachtarbeit zwischen 23 Uhr und sechs Uhr, in Bäckereien und Konditoreien zwischen 22 und fünf Uhr, einen angemessenen Ausgleich geben muss. Arbeiten Sie innerhalb dieses Zeitraums mehr als zwei Stunden, gilt die gesamte Arbeitszeit als Nachtarbeit. Wie Sie im Einzelnen für die nächtliche Arbeit entschädigt werden, ob Sie zusätzliche freie Tage oder einen Zuschlag bekommen, ist jedoch von den Tarifverträgen abhängig und kann sich je nach Branche und Bundesland unterscheiden.     

Wenn Sie nichts gegen frühes Aufstehen haben, haben Sie nicht nur einige Berufe zur Auswahl, sondern oft auch gute Chancen, unterzukommen, eben weil nicht für jeden Morgenstund Gold im Mund hat.       

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