Was Sie benötigen:
  • Drucksprüher
  • Spezialmittel
  • Besen
  • Spachtel
  • Kupferbänder

Moos muss nicht immer entfernt werden

Entfernen Sie Moose nicht zu früh vom Dach und nicht mit zu brutalen Mitteln, denn Folgendes sollten Sie wissen:

  • Grünlicher Belag auf dem Dach ist Algenbewuchs. Diese Algen stellen kein Problem dar, weil Sie weder die Ziegel beschädigen, noch durch Wurzeln unter diese gelangen können. Dieser Belag muss nicht entfernt werden! Es kommt auf Ihren Geschmack und Ihre Einstellung dazu an, ob und wann Sie das Grün vom Dach entfernen.
  • Moose und Flechten bilden Polster auf dem Dach und können so den Abfluss von Regenwasser behindern. Ein Effekt, der bei der Dachbegrünung erwünscht ist, weil so "Überflutungen" verhindert werden. Moose, die fest auf dem Dach sitzen, können verhindern, dass die Kanalisation z.B. bei Starkregen überläuft.
  • Da sich diese Polster auch ablösen können, besteht die Gefahr, dass diese sich in der Dachrinne ansammeln und diese verstopfen. Ähnliches gilt auch für Moospolster, die in diese hineinwachsen. Spätestens, wenn Sie Moos nicht nur auf dem Dach, sondern auch in der Rinne haben, müssen Sie das Moos auf dem Dach beseitigen.
  • Bedenken Sie bei Ihrem Vorgehen, dass das Moos das Dach nicht beschädigen kann, falsche Reinigung aber einiges an Schaden anrichten kann. Moose, Algen und Flechten sitzen zwar in Ritzen und Poren des Daches, bohren Ihre Wurzeln aber nicht in den Belag des Daches. Ein scharfer Wasserstrahl aus dem Hochdruckreiniger beschädigt die Oberfläche des Daches, macht dieses rau und bietet somit dem Bewuchs mehr Raum. Mit anderen Worten: Nicht die Pflanzen beschädigen das Dach, sondern die zu harte Reinigung.

Richtiges Entfernen von dem Grünzeug auf dem Dach

Vorbemerkung: Denken Sie bei allen Arbeiten auf dem Dach an Ihre Sicherheit. Bewegen Sie sich nie auf dem Dach ohne geeignete Schutzmaßnahmen, wie Dachleitern und Gurte. Das Dach kann bei der Arbeit sehr rutschig werden.

  • Falls Sie das Dach mit einem Hochdruckreiniger reinigen möchten, achten Sie darauf, nur von oben nach unten zu spritzen, denn sonst dringt ein großer Teil des Reinigungswassers unter das Dach und kann dort erhebliche Feuchtigkeitsschäden anrichten.
  • Da die Reinigung mit dem Hochdruckreiniger die Oberfläche des Daches aufraut, sollte das Dach anschließen beschichtet werden, weil sonst die Vermoosung deutlich schneller einsetzt. Planen Sie am besten diese Beschichtung gleich im Anschluss an die Reinigung ein.
  • Chemische Mittel zur Reinigung des Daches können Sie mit einem Drucksprüher, wie er schon seit Jahrzehnten zur Ungezieferbekämpfung in Gärten angeboten wird, aufbringen. Mit einer geeigneten Verlängerung ist dies sogar von unten möglich. Diese Mittel wirken über längere Zeit, das Dach wird nach und nach sauber. Wenn der Belag nicht so dick ist, können Sie auf diese Art das Dach ohne viel Arbeit reinigen und müssen nicht in die luftige Höhe.
  • Dicke Moospolster verschwinden nicht, wenn Sie diese mit diesen Mitteln besprühen. Sie sterben ab und rutschen vom Dach, sofern genügend Gefälle vorhanden ist. Das kann dazu führen, dass die Regenrinne und sogar das Fallrohr verstopfen. Aus diesem Grund müssen sie die Moospolster mechanisch beseitigen, indem Sie diese mit einem Spachtel abheben und entsorgen. Wenn diese schon gelockert sind, können sie auch mit einem Besen das Moos abkehren.
  • Kupfersulfat tötet Moose, Flechten und Algen auf dem Dach ab, aber es schädigt viele Mikroorganismen. In Maßen eingesetzt, ist es aber durchaus vertretbar. Kupferbänder, die Sie entlang des Dachfirstes anbringen, bilden zusammen mit dem sauren Regenwasser diesen Stoff und benetzen das Dach dauerhaft mit Spuren davon. Bei verzinkten Dachrinnen dürfen Sie dieses Band nicht einsetzen, es sei denn, die Rinne ist zusätzlich lackiert. Die Kupferionen würden das Zink und das darunterliegende Stahlblech zum Korrodieren bringen.

Technisch gesehen genügt es, von Zeit zu Zeit dicke Moospolster mechanisch (Besen, Spachtel) zu entfernen und ansonsten die Natur ihren Lauf nehmen zu lassen. Der Rest ist schlicht und ergreifend Geschmacksache.