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Mich oder mir - so drücken Sie sich richtig aus

Sie kennen sicher den Witz, in dem Klein Erna beim Seilspringen sagt: "Lass mir mal" und die Lehrerin verbessert: "Lass mich mal", worauf Klein Erna begeistert sagt: "Oh ja, lass ihr mal". Wann heißt es nun "mir" oder "mich"?

Regeln für mir oder mich
Regeln für mir oder mich

Grammatik zu "mir" oder "mich"

Es geht um den Dativ (mir) bzw. den Akkusativ (mich) des Personalpronomens der 1. Person Singular. In der Mehrzahl heißt es in beiden Fällen "uns", das zeigt schon, dass es etwas kompliziert ist.

  • Der Dativ gehört zu der Frage: „Wem?“ Auch mit viel Mühe wird es wohl keine Frage mit "wem" geben, auf die Klein Erna mit „Lass mir mal" antworten könnte. "Wem gehört das Seil?" "Mir", aber es geht ja in dem Fall darum, dass etwas mit dem Seil gemacht werden soll, bzw. eine Handlung damit erlaubt werden soll. Das bekommen Sie mit einer "Wem-Frage" nicht hin.
  • Zum Akkusativ gehört die Frage „Wen?" oder auch „Was?", wenn es um eine Sache geht. Eine zur Situation passende Frage wäre: "Wen wollen wir als Nächstes springen lassen?" Die Antwort heißt: "Lass mich mal".
  • Immer wenn Sie unsicher sind, ob es "mir" oder "mich" heißt, sollten Sie sich Fragen stellen. Zum Beispiel: "Ich wasche mich/mir(?)". Heißt es: „Wem wasche ich?“ oder „Wen wasche ich?“ Es ist eindeutig "wen" und somit heißt der Satz „Ich wasche mich". Aber es heißt „Ich wasche mir die Füße", denn die Frage ist „Wem wasche ich die Füße?"

Merken Sie sich: Zu „wem" gehört „mir", zu „wen" das "Mich".

Übungen zu Dativ und Akkusativ

  • Wenn Sie gutes Deutsch in vollständigen Sätzen sprechen, werden Sie seltener das Problem mit „mir" oder "mich“ haben. Schauen Sie sich den Klein-Erna-Satz mal an. Eigentlich hätte sie sagen müssen, was man sie lassen soll, nämlich seilspringen. "Lass mich mal springen!" Somit ist die Frage „Wen oder was soll man springen lassen?“ klar.
  • Falls es beim Kartenspiel heißt, wohin sollen die Karten, heißt es „vor mich". Im vollständigen Satz hieße es: „Lege die Karten vor mich". Die Frage wäre „Vor wen sollen die Karten gelegt werden?" Aber es heißt: "Die Karten liegen vor mir", weil in dem Fall die Frage heißt „Vor wem liegen die Karten?"
  • Machen Sie gezielte Übungen zu dem Thema. Beantworten Sie die Fragen nicht aus dem Gefühl heraus, sondern versuchen Sie die passende „Wem (mir)"- oder „Wen (mich)" -Frage zu finden. Sie müssen das so üben, denn wenn Sie Unsicherheiten haben, wird Ihnen oft das Falsche richtig erscheinen. Im Berlinerdialekt zum Beispiel gibt es kein „mich", also würde einem Berliner „mich" immer falsch erscheinen.

Wenn Sie gezielt üben, werden Sie bald nicht mehr sagen: "Mir und mich verwechseln kann mich nicht passieren, denn da kenne ich mir aus", denn korrekt heißt es natürlich "kann mir nicht passieren" und  "da kenn ich mich aus".

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