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Merkmale einer Kriminalgeschichte - so können Sie sie herausfinden

In guten Kriminalgeschichten finden nicht nur Verbrechen statt, sondern sie werden für den Leser spannend und unterhaltsam aufgelöst. Ebenso, wie sich der Ermittler den Weg zur Lösung erfragt und Sachverhalte kombiniert, können Sie die Merkmale einer Kriminalgeschichte herausfinden: indem Sie Fragen an den Text stellen und daraus entsprechende Schlüsse ziehen.

Krimis können unheimlich sein.
Krimis können unheimlich sein.

Die Kriminalgeschichte thematisiert ein Verbrechen

  • Bevor Sie den Text auf seine Merkmale hin analysieren, müssen Sie seine Handlung kennen. Lesen Sie ihn zuerst und notieren Sie skizzenhaft den Handlungsverlauf sowie wichtige Figuren.
  • Beim erstmaligen Lesen werden Sie schnell feststellen, ob die Geschichte von einem Verbrechen oder einem Verbrecher handelt. Das ist das erste wichtige Merkmal für eine Kriminalgeschichte, das auf das englische Wort „crime“ zurückgeht.
  • Des Weiteren findet sich in einer Kriminalgeschichte stets ein bestimmtes Figurenensemble, bestehend aus Opfer, Täter, Ermittler, Verdächtigen und weiteren Nebenfiguren. Letztere sind meist nur grob gezeichnete Informationsträger, um den Handlungsverlauf voranzubringen, während Hauptfiguren detaillierter und komplexer ausgestaltet sind.
  • Prüfen Sie den Text während des Lesens also zuerst auf diese Punkte und fragen Sie: Findet ein Verbrechen statt und wenn ja, was? Kreist die Erzählung um die Frage, wer das Verbrechen begangen hat? Oder steht eine Figur, ein Verbrecher im Vordergrund und dessen Verbrechen? Wer sind die anderen Figuren? Welche Bedeutung haben Sie für den Erzählverlauf? Sind Opfer, Täter und Ermittler die Hauptfiguren?

Die Merkmale im Handlungsverlauf

  • In einer Kriminalgeschichte geht es nie nur um die Schilderung eines Verbrechens und dessen Auflösung durch einen cleveren Ermittler. Während des Lesens wird Ihnen auffallen, dass der Tathergang anhand der zentralen Figuren rekonstruiert wird.
  • Dabei muss die Handlung nicht klar auf das Ende hin strukturiert sein, sondern kann mehrere Handlungsstränge und überraschende Wendungen enthalten, die den Leser auf eine falsche Spur führen.
  • Dennoch folgt der gesamte Erzählverlauf schließlich der Frage nach dem Motiv. Dieses findet sich meist in den Figuren selbst, ihrem Verhalten und ihren Interaktionen mit anderen Figuren. Schauen Sie sich deshalb alle Figuren genau an, ihre soziale Stellung, das Milieu, in dem Sie leben, ihr Verhalten und ihre Eigenschaften. Welche Funktion haben Sie für die Erzählung?
  • Schließlich können Sie danach fragen, ob das Verbrechen und die Figuren in irgendeiner Weise gewertet werden. Denn eine Kriminalgeschichte weist in der Regel über den eigentlichen Text hinaus, will eine gesellschaftliche Wahrheit vermitteln oder die Gesellschaft, ihre Gesetzgebung und ihre Gesetze in Frage stellen.

Verschiedene Subgenres der Kriminalgeschichte

  • Aber es gibt nicht nur die eine Kriminalgeschichte und die genannten Merkmale variieren jeweils in den verschiedenen Subgenres des Kriminalromans.
  • So steht im klassischen Rätselkrimi, auch „Whodunit - Wer war’s“-Krimi genannt, die Auflösung eines Verbrechens durch einen cleveren Ermittler im Vordergrund, wobei der Genius des Detektivs von zentraler Bedeutung ist. Typisches Beispiel ist die Figur Sherlock Holmes, aber auch Hercule Poirot.
  • Der Hard-Boiled-Krimi ist weitaus sozialkritischer und actionreicher. Der Ermittler, zum Beispiel Raymond Chandlers Figur Philipp Marlowe, gerät während der Aufdeckung des Falls in gefährliche Situationen.
  • Der Noir-Krimi ist noch düsterer als der Hard-Boiled-Krimi und endet in der Regel ebenfalls mit der Lösung des Falls. Diese ist jedoch fragwürdig und verweist auf gesellschaftliche Missstände, die nicht veränderbar scheinen.
  • Im Thriller wiederum gibt es eine klare Ordnung, die in einer opulenten Handlung mit zahlreichen Figuren und mehreren Handlungssträngen wiederhergestellt werden soll. Hier ist klar getrennt, was Gut und was Böse ist.  
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