Die Geschichte des Kriminalromans

Der Kriminalroman, dessen Bezeichnung sich vom lateinischen Wort crimen für Verbrechen ableitet, erfreut sich bei den Lesern großer Beliebtheit. Seine Anfänge gehen weit zurück.

  • Geschichten über Verbrechen begeisterten die Menschen schon immer, die Geschichte des eigentlichen Kriminalromans beginnt jedoch im 18. Jahrhundert. Damals begannen Schriftsteller, unter anderem Daniel Defoe, damit, Kriminalfälle aufgrund vorliegender Prozessakten literarisch zu bearbeiten.
  • Während auf der einen Seite anspruchsvolle Kriminalerzählungen, in Deutschland etwa 1820 E. T. A. Hoffmans „Fräulein von Scudéri“ entstanden, entwickelte sich auf der anderen Seite der triviale Kriminalroman.
  • Kriminalromane galten deshalb besonders in Deutschland lange als wenig anerkannte Trivialliteratur. Mittlerweise hat sich diese Einschätzung auch hierzulande geändert.

Die Merkmale eines Krimis

  • Möchten Sie die Merkmale eines Kriminalromans erklären, so müssen Sie zunächst wissen, dass sich Kriminalromane in zahlreiche Untergattungen unterteilen lassen. Zu diesen gehören die Detektivkrimis, in denen kein Polizist, sondern ein Detektiv ermittelt − der bekannteste Krimi-Detektiv dürfte Sherlock Holmes sein – die Thriller und die Regionalkrimis.    
  • Da es verschiedene Untergattungen des Kriminalromans gibt und auch die Abgrenzung zu anderen Literaturgattungen nicht immer eindeutig möglich ist, gibt es nur wenige Merkmale, die auf alle Kriminalromane zutreffen.
  • Auf jeden Fall als Merkmal anführen können Sie, dass in aller Regel ein Verbrechen stattgefunden hat, das es aufzuklären gilt. Der „Ermittler“ kann jedoch sowohl ein Polizist als auch ein Privatdetektiv oder eine Privatperson sein.
  • Das Verbrechen kommt in einem Krimi normalerweise nicht nur am Rande als unbedeutendes Ereignis vor, sondern spielt eine mehr oder weniger zentrale Rolle und der Täter, das Opfer oder der Ermittler sind ebenso mehr oder weniger zentrale Figuren. Entsprechend spielt auch die Aufklärung des Verbrechens normalerweise eine bedeutende Rolle.    
  • Von einem Krimi erwartet der Leser zwar gemeinhin, dass er spannend ist, dennoch spielt der Grad der Spannung innerhalb des Genres eine unterschiedliche Rolle. Während ein Thriller hohe Spannung erzeugen sollte, stehen etwa bei einem literarischen Kriminalroman  andere Aspekte stärker im Vordergrund, beispielsweise die Darstellung gesellschaftlicher Verhältnisse und oft auch ein anspruchsvollerer Schreib- und Sprachstil. Eine gewisse Spannung ist jedoch auf jeden Fall ein Merkmal des Kriminalromans.

Auch wenn sich nicht allzu viele eindeutige Kriterien benennen lassen, ist es doch nicht so schwierig, jemandem die Merkmale des Kriminalromans zu erklären.