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Mediation üben - so geht's

Streit mit dem Nachbarn, dem Arbeitskollegen oder dem (Noch-)Ehepartner - Konflikte sind allgegenwärtig. Mediation ist dabei ein bewährtes Mittel, einen Konflikt auf selbstverantwortliche Weise zu lösen. Wenn Sie selbst eine entsprechende Ausbildung durchlaufen, ist es vor dem Einstieg in die Praxis hilfreich, wenn Sie die Konfliktvermittlung in Rollenspielen üben.

Konflikte sind allgegenwärtig.
Konflikte sind allgegenwärtig.

Mediation werden Sie kaum in einem reinen Fernkurs mit nur theoretischen Unterrichtsanteilen lernen. Vielmehr ist es notwendig, die Dynamik von Konflikten am eigenen Leib zu erfahren - und dies geht sehr gut in Rollenspielen. Hierbei werden Sie sich nicht nur selbst in der Rolle eines Mediators üben, sondern auch etwas über Ihr eigenes Konfliktverhalten lernen können.

Mediation in Rollenspielen üben

  • Rollenspiele sind ein gutes Mittel, eine praktische Tätigkeit schon einmal einzuüben, bevor Sie sie selbstverantwortlich ausführen. In die meisten Mediationsausbildungen sind daher entsprechende Rollenspiele eingebaut, in denen die Teilnehmer nicht nur in die Rolle des Konfliktvermittlers, sondern auch in die Rollen der Streitbeteiligten schlüpfen können.
  • Wenn während der Ausbildung zwischen den einzelnen Wochenendseminaren auch Peergroup-Treffen stattfinden, sollten Sie auch hierbei die Gelegenheit nutzen, Mediation zu üben.
  • Hierbei kann es wichtig sein, dass Sie in der Peergroup bzw. Ausbildungsgruppe möglichst keine ernsthaften schwelenden Konflikte zwischen einzelnen Teilnehmern haben - denn dann kann auch ein Rollenspiel leicht aus dem Ruder laufen. Der wirkliche Konflikt wird den "gespielten" irgendwann überlagern.

Vom Rollenspielkonzept zur Durchführung

Beim Üben von Mediation in einer Ausbildungsgruppe können Sie folgendermaßen vorgehen:

  1. Überlegen Sie sich als Ausgangspunkt für das Rollenspiel einen fiktiven Konflikt. Dieser sollte so gestaltet sein, dass sich jeder der Mitspieler leicht in die Situation hineinversetzen kann. Hierfür eignen sich beispielsweise Nachbarschaftskonflikte, da viele Menschen Erfahrungen mit "nervenden" Nachbarn haben.
  2. Suchen Sie sich die passenden "Mitspieler" - dies sollten mindestens drei weitere sein, damit Sie insgesamt zu viert sind.
  3. Teilen Sie die Gruppe so ein, dass zwei Teilnehmer die Konfliktparteien spielen, einer Rolle des Mediators übernimmt und einer das Geschehen beobachtet und Notizen für das Feedback anfertigt.
  4. Bevor Sie starten, sollten Sie einen Zeitplan verabredet haben. Je nachdem, welche Phase einer Mediation Sie simulieren wollen (Begrüßung und Einstieg/Konfliktbeschreibung durch die Beteiligten etc.), sollten Sie für das Rollenspiel 15 min bis zu einer Stunde einplanen.
  5. Sind Sie selbst der Beobachter, ist es auch Ihre Aufgabe, auf die Einhaltung der Zeit zu achten.
  6. Nach Durchführung des Rollenspiels sollten Sie das Geschehen gründlich auswerten. Wie ist es den Beteiligten ergangen? Was hat gut funktioniert und was weniger gut? Lassen Sie hierbei zunächst die Konfliktbeteiligten zu Wort kommen, dann den Mediator und schließlich den Beobachter.

Mediation lässt sich gut in Rollenspielen üben. Hierbei können Sie insbesondere prüfen, wie Sie selbst in einem Konflikt agieren.

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