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Leserbrief - Aufbau gelungen gestalten und formulieren

Mit einem Leserbrief beziehen Sie Stellung zu einem Artikel oder einem anderen Leserbrief. Ein gelungener Aufbau erleichtert das Lesen Ihres Briefs.

Verfassen Sie einen treffenden Leserbrief.
Verfassen Sie einen treffenden Leserbrief.

Leserbriefe als Sprachrohr

Leserbriefe dienen der Kommunikation mit der Öffentlichkeit über ein bestimmtes Thema. Meist liegen ein Zeitungsartikel, eine Kolumne oder Briefe anderer Leser zugrunde. Online-Beiträge und Blogeinträge können ebenfalls Thema Ihres Briefs sein.

Durch Leserbriefe tun Sie Ihre persönliche Meinung zu einem Thema öffentlich kund. Sie bedanken sich für einen Beitrag, loben einen Inhalt, kritisieren ihn oder bringen eigene Gedanken zum Ausdruck. Sie ergänzen den Beitrag um eigenes Wissen oder berichtigen einen Sachverhalt.

Nicht jeder Leserbrief erhält einen Platz in der Leserbriefrubrik der Zeitung. Die Redaktion wählt aus vielen Einsendungen wenige aus, die sie meist gekürzt abdruckt und gegebenenfalls kommentiert. Andere Briefe bleiben eine private Kommunikation zwischen Schreiber und Redaktion, ohne gedruckt zu werden.

Aufbau eines Leserbriefs

Der Brief muss keiner festen Form folgen. Ein Brief mit einer kurzen Danksagung ist ebenso ein Leserbrief wie eine längere Abhandlung mit Pro- und Kontraargumenten. Wenn Sie einen Leserbrief für den Deutschunterricht schreiben oder ihn formal seriös gestalten möchten, orientieren Sie sich an folgendem Aufbau:

Der Brief besteht aus einer Überschrift, einer Einleitung, einem Hauptteil und einem Schluss. Wie die Teile gewichtet sind, hängt vom Thema und von Ihrem Schreibstil ab. Lassen Sie in Ihren Leserbriefen eine Struktur erkennen, einen roten Faden, damit Ihre Leser Ihren Argumenten folgen können.

Überschrift und Einleitung

Formulieren Sie eine prägnante Überschrift für Ihren Leserbrief. An der Überschrift sollte der Leser erkennen, welche Richtung Ihr Brief einschlägt. Die Worte "Danke an ..." machen deutlich, dass Sie eine Danksagung formulieren. Wenn Sie schreiben "Entsetzen über...", weiß der Leser sofort, welche Botschaft in Ihrem Brief vermittelt werden soll.

Wenn Sie eine Anrede formulieren, richten Sie diese an die Zeitung oder an die Redaktion derselben. Reagieren Sie auf einen anderen Leserbrief, adressieren Sie ihn an den Verfasser des Ausgangsbriefs.

Beginnen Sie die Einleitung, indem Sie schreiben, zu welchem Artikel Sie Stellung beziehen. Nennen Sie die Überschrift des Artikels und das Erscheinungsdatum beziehungsweise in welcher Ausgabe der Zeitschrift der Artikel veröffentlicht wurde.

Stellen Sie sich als Fachmann oder Experte auf dem diskutierten Gebiet vor oder schreiben Sie, ob Sie persönlich betroffen sind. Dies erleichtert Ihren Lesern, Ihre Argumente zu bewerten. Bei Familienthemen schreiben Sie beispielsweise, dass Sie Vater von drei Kindern sind.

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© Maria Ponkhoff

Das Wichtigste für Überschrift und Einleitung

  • Bleiben Sie bei der Überschrift prägnant und wegweisend.
  • Formuliere Sie eine passende Anrede an die Redaktion oder den Autor des Artikels beziehungsweise anderen Leserbriefes.
  • Nennen Sie Artikel und Ausgabe, auf die Sie sich beziehen.
  • Schreiben Sie, welchen Bezug Sie zu der Thematik haben

Gliederung des Hauptteils

Steigen Sie mit einem Standpunkt in den Hauptteil ein, den Sie klar, aber sachlich formulieren. Machen Sie in ein bis zwei Sätzen deutlich, worauf Sie hinaus wollen.

Bei Kritik bauen Sie eine Argumentation auf. Bringen Sie mindestens zwei Argumente. Unterstreichen Sie diese mit Beispielen, wenn es sich anbietet. Die Argumente dienen dazu, Ihren Standpunkt zu untermauern. Schreiben Sie die Argumente nacheinander und in sinnvoller Reihenfolge auf.

Bestehen Gegenargumente, geben Sie diesen Platz. Sie zeigen auf diese Weise, dass Sie sich kritisch mit dem Thema auseinandergesetzt haben und die Position der Gegenseite nachvollziehen können.

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© Maria Ponkhoff

Das Wichtigste für den Hauptteil

  • Standpunkt formulieren.
  • Argumente nacheinander ausformulieren.
  • Argumente mit Beispielen untermauern.
  • Gegenargumente thematisieren.

Der Schluss des Leserbriefs

Im Schluss des Briefs fassen Sie Ihre Argumentation zusammen und kommen zu einem Fazit. Der Schluss rundet Ihren Leserbrief ab. Sie können Wünsche und Hoffnungen äußern oder einen Ausblick auf die Zukunft geben.

Sie können Ihren Vor- und Zunamen unter den Brief setzen oder einen Hinweis geben, dass Sie nicht mit vollständigem Namen veröffentlicht werden wollen.

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© Maria Ponkhoff

Das Wichtigste zum Schlussteil

  • Argumente zusammenfassen.
  • Fazit schreiben.
  • Namen oder Hinweis auf Namenskürzung übermitteln.

So formulieren Sie richtig

Leserbriefe sollten nicht zu lang ausfallen, weil das Ihre Chance mindert, gedruckt zu werden. Nutzen Sie den Platz und formulieren Sie treffend und pointiert. Floskeln, inhaltslose Sätze und Füllwörter verschwenden Platz und wirken ungeschickt.

Vermeiden Sie zu umgangssprachliche Formulierungen, wenn Sie an seriöse Zeitschriften schreiben. Ein gut formulierter Text findet Zuspruch bei einem gehobenen Leserkreis und verschafft Ihnen Respekt. Bei einem Klatschblatt dürfen Sie Ihre Wortwahl dem Niveau der Zeitung anpassen.

Bleiben Sie sachlich und höflich. Beleidigungen und Schimpfwörter sind hier fehl am Platz. Solche Formulierungen zeugen von einem niedrigen Niveau des Schreibers. Lassen Sie den Text von jemandem Korrektur lesen, um Rechtschreibfehler zu vermeiden. Rechtschreibfehler wirken ungebildet, Tippfehler schluderig.

Sie erhöhen Ihre Chancen, gedruckt zu werden, wenn Sie aktuelle Themen aufgreifen. Auch Briefe, die Fehler in der Berichterstattung aufdecken, werden veröffentlicht.

Richtig formulieren auf einen Blick

  • Kurz und prägnant schreiben.
  • Inhaltslose Sätze oder Nebensätze vermeiden.
  • Keine Umgangssprache verwenden.
  • Keine Beleidigungen aussprechen.
  • Auf korrekte Rechtschreibung achten.

Leserbriefe selbstbewusst schreiben

Einen Leserbrief schreiben Sie seriös und ansprechend, wenn Sie einem klaren Aufbau folgen und eine gehobene Sprache verwenden. Ihre Argumente sollten nachvollziehbar und Ihr Standpunkt klar sein.

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