So gelingt der Aufbau eines Leserbriefs

Sicher haben Sie selbst bereits schon mal einen Leserbrief in einer Zeitschrift zur Kenntnis genommen. Dort wird neben Danksagungen auch negative Kritik an einem bereits veröffentlichen Artikel geäußert. Wenn Sie selbst einen Leserbrief verfassen wollen, kommt es auf den richtigen Textaufbau an:

  1. Formulieren Sie als Erstes eine prägnante Überschrift für Ihren Leserbrief. An der Überschrift sollte zu erkennen sein, welche Richtung Ihr Brief annehmen wird. Die Worte "Danke an ..." machen deutlich, dass Sie eine Danksagung formulieren. Wenn Sie schreiben "Entsetzen über..." weiß man sofort, welche Botschaft in Ihrem Brief vermittelt werden soll.
  2. Beginnen Sie den Leserbrief damit, dass Sie schreiben, zu welchem Artikel Sie überhaupt Stellung beziehen möchten. Nennen Sie dazu die Überschrift des Artikels und auch das Erscheinungsdatum bzw. in welcher Ausgabe der Zeitschrift der Artikel veröffentlicht wurde.
  3. Je nachdem, welchen Inhalt Sie in dem Leserbrief schreiben wollen, können Sie den Aufbau anders gestalten. Sie können direkt von den Emotionen berichten, die Sie beim Lesen des Artikels empfunden haben: "Ich freue mich sehr darüber, dass es Menschen gibt, die Ihre Freizeit völlig selbstlos für die Gesellschaft opfern und in einer Suppenküche aushelfen".
  4. Oder Sie beginnen den Text, indem Sie kurz Ihre eigene Situation schildern und diese in einen Bezug zu der beschriebenen Situation im Leserbrief setzen. Wenn der Artikel, zu dem Sie einen Leserbrief verfassen z. B. von einem Arbeitslosen handelt, der offen gesteht lieber auf Staatskosten zu leben, als selbst für seinen Unterhalt aufzukommen können Sie den Brief wie folgt beginnen: "Ich bin selbst Vater von 3 Kindern und arbeite seit 20 Jahren in einem mittelständischen Elektrobetrieb. Aus Erfahrung weiß ich, dass Familie und Beruf nicht immer leicht miteinander zu vereinbaren sind. Da ärgert es mich..."
  5. Schreiben Sie im weiteren Verlauf, was Sie wirklich ärgert, freut, entsetzt oder ängstigt. Versuchen Sie einschlägige Sätze zu finden, die ohne Umschweife auf den Punkt kommen. Greifen Sie dazu die Meinungen und Inhalte des Zeitungsartikels auf, um diese argumentativ zu entkräften.
  6. Eine formelle Schlussformel ist nicht zwingend notwendig, bietet sich aber gerade bei Texten an, die der Danksagung dienen. Sie können Ihren Vor- und Zunamen unter den Brief setzen oder einen Hinweis geben, dass Sie nicht mit vollständigem Namen veröffentlicht werden wollen.

So formulieren Sie richtig

Die richtigen Worte zu finden ist nicht immer leicht, vor allem dann, wenn Sie nur einen begrenzten Platz zur Verfügung haben. Jedoch müssen gerade diese wenigen Sätze treffend formuliert werden.

  1. Eine treffende Formulierung lässt Rückschlüsse auf das Bildungs-(Niveau) des Verfassers zu. Ein gut formulierter Text findet Zuspruch bei einem gehobenen Leserkreis und verschafft Ihnen eine gewisse Seriosität.
  2. Wenn Sie also Sympathisanten in der mittleren bis hohen Bildungsschicht finden wollen, müssen Sie auf Umgangssprache verzichten und dem Leserbrief lieber durch schreiberisches Geschick und Wortspiele Ausdruck und Gewicht verleihen.
  3. Handelt es sich allerdings um ein Klatschblatt, an das Sie einen Leserbrief schicken, können Sie Ihre Wortwahl gemäß dem allgemeinen Ausdrucks anpassen.

Lassen Sie den Text von jemandem Korrektur lesen, um etwaige Rechtschreibfehler zu vermeiden.