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Im Auftrag unterschreiben - das sollten Sie unbedingt beachten

Im Auftrag unterschreiben - das sollten Sie unbedingt beachten1:43
Video von Bianca Koring1:43

Der Chef bittet zum Diktat und gibt die Anweisung, Sie möchten doch bitte im Auftrag unterschreiben. Für Sie stellt sich die Frage, wie Sie kenntlich machen, dass Sie nicht selbst der Verfasser des Briefes sind und eben nur im Auftrag unterschreiben.

Wenn Sie einen Brief im Auftrag einer anderen Person unterschreiben, müssen Sie sicherstellen, dass Sie dazu tatsächlich auch bevollmächtigt sind.

Unterschreiben bedingt Verantwortung

  • Die Unterschrift unter einem Brief oder einem sonstigen Stück Papier, das an die Außenwelt gerichtet ist, bestätigt, dass der Inhalt dieses Schreibens verbindlich ist. Eine Rechnung bedarf zu ihrer Fälligstellung einer Unterschrift. Ein Vertrag bedarf zur Wirksamkeit der Unterschrift der Verlagspartner.
  • Derjenige, der Sie zur Unterzeichnung beauftragt hat, muss also klar zum Ausdruck gebracht haben, dass Sie Ihre Unterschrift unter den Brief setzen sollen. 
  • In einem Unternehmen sollte im Detail geregelt sein, wer mit welchem Namenszusatz unterzeichnet.
  • Wenn Sie nun den Brief nur mit Ihrem Namen unterschreiben und nicht darauf hinweisen, dass Sie im Auftrag handeln, könnten Sie auch inhaltlich für den Brief verantwortlich gemacht werden. Dies könnte für Sie unangenehme Folgen, insbesondere haftungsrechtlicher Art, haben.
  • Also müssen Sie daran interessiert sein und darauf achten, dass der Empfänger des Briefes erkennen kann, dass Sie für den Inhalt nicht verantwortlich sind und eben nur im Auftrag einer anderen Person unterschrieben haben.
  • In diesem Sinne werden in der Praxis verschiedene Kürzel verwendet. Üblich sind "i.A." oder "i.V." oder "ppa", aber auch "gez." oder "f.d.R.".

Mit "im Auftrag" sind Sie auf der sicheren Seite

  • Die Abkürzung "i.A.", also im Auftrag, vor Ihrem Namenszug bedeutet, dass Sie im Auftrag einer anderen Person unterschreiben. Sie sind insoweit bevollmächtigt, ohne dass Sie zugleich für den Inhalt des Briefes die Verantwortung tragen. Diese Art von Bevollmächtigung gilt für eine einmalige Beauftragung. Sie wird regelmäßig nicht schriftlich und eher bei passender Gelegenheit erteilt.
  • Unterschreiben Sie mit der Abkürzung "i.V.", also in Vertretung, bedeutet dies, dass eine andere Person regelmäßig vertreten und im Regelfall eine schriftliche Bevollmächtigung vorliegt.
  • Die Abkürzung "ppa" beinhaltet eine Prokura. Diese wird ohnehin schriftlich erteilt und muss auch im Handelsregister eingetragen werden.
  • Die Abkürzung "gez." bedeutet "gezeichnet" und ist ungebräuchlich und ohne eigentlichen Sinn. Sie hat im Schriftverkehr keine rechtliche Bedeutung.
  • Die Abkürzung "f.d.R." bedeutet "für die Richtigkeit" und hat im Rechtsverkehr ebenfalls keinerlei Bedeutung. Sie bezeugt allenfalls, dass Sie den Inhalt des Schreibens als wahr erachten, ohne dass Sie aber zur Unterschrift bevollmächtigt sind. Das Schreiben bleibt mangels rechtswirksamer Unterzeichnung rechtlich belanglos.
  • Als Geschäftsinhaber oder als Geschäftsführer unterschreiben Sie nur mit Ihrem Namen. Sie handeln als vertretungsberechtigte Person und vertreten niemanden.

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