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Hunde abwehren - so schützen Sie sich

Der Hund ist der beste Freund des Menschen. In den falschen Händen oder einer unglücklichen Situation kann er jedoch auch zum gefährlichen Angreifer werden. Wie Sie aggressive Hunde abwehren können, um sich selbst zu schützen, erfahren Sie in den folgenden Tipps.

Hunde abwehren - zum Glück nur selten nötig
Hunde abwehren - zum Glück nur selten nötig

Was Sie benötigen:

  • Pfefferspray

Vorbereitet zu sein, schützt vor Angriffen - Tipps

Falsche oder gar keine Erziehung, ein ängstlicher oder aufgeregter Halter oder eine Situation, in der ein Hund sich selbst bedroht fühlt - es gibt zahlreiche Auslöser für aggressives Verhalten, tatsächlich aber nur wenige gefährliche Angriffe durch Hunde. Nicht immer können Sie durch Ihr eigenes Verhalten einen solchen Angriff gänzlich verhindern - Hunde abwehren, die Situation entschärfen und den Schaden begrenzen jedoch schon.

  • Stellen Sie zunächst sicher, dass es sich wirklich um einen Angriff handelt. Haben Sie nur wenig oder gar keine Erfahrung mit Hunden oder Angst vor ihnen, kann das schwierig sein. Bedenken Sie in jedem Fall, dass nicht jeder Hund der bellt, auf den ersten Blick bedrohlich wirkt oder auf Sie zugelaufen kommt, auch wirklich einen Angriff im Sinn hat. Schwanzwedeln, lockeres Laufen oder Nähern sind Zeichen für freundliches Interesse. Knurren, gefletschte Zähne, steif wirkendes Rennen oder Gehen sind hingegen Anzeichen für Aggression.
  • Führen Sie ein Pfefferspray mit sich. Das Spray ist entgegen dem verbreiteten Glauben legal im Einsatz gegen Tierangriffe. Schon das Wissen, dass Sie eine mögliche Verteidigungshilfe griffparat haben, kann für ein Gefühl der Sicherheit und ein erhöhtes Selbstbewusstsein sorgen. Nähert sich Ihnen dann ein aggressiver Hund, sprühen Sie einen kurzen Spray-Stoß vor sich auf den Boden - oftmals reicht das bereits aus, um Hunde zu vertreiben. Nur in Notfällen sollten Sie den Hund direkt ansprühen. Wollen Sie Hunde damit abwehren, müssen Sie das Spray natürlich jederzeit griffbereit halten, am Boden der vollen Handtasche wird es Ihnen im Notfall wenig nützen. Testen Sie das Spray draußen schon im Vorfeld aus, damit Sie ein Gefühl dafür bekommen.
  • Fühlen Sie sich von freilaufenden Hunden bedroht, fordern Sie - wenn möglich - die Halter dazu auf, ihre Hunde an die Leine zu nehmen. Auf einer Hundewiese werden Sie damit allerdings wenig Erfolg haben.
  • Laufen Sie niemals direkt auf Hunde zu. Das gilt auch für Begegnungen auf Ihrer Joggingrunde oder beim Radfahren, wenn Ihnen ein Halter entgegen spaziert. Der Hund könnte dadurch sich selbst oder seinen Halter in Gefahr sehen und sich zum Angriff gezwungen fühlen.
  • Überlegen Sie sich schon vor einem Angriff, wie Sie handeln könnten. Ist die bedrohliche Situation erst einmal da, bleibt Ihnen dafür nur wenig Zeit. Zudem erhalten Sie durch diese mentale Vorbereitung ein Gefühl der Sicherheit und Stärke, das das Risiko eines Angriffes verringern kann.

Angreifende Hunde abwehren - so können Sie es schaffen

  1. Nähert sich Ihnen ein aggressiv wirkender Hund, bleiben Sie stehen. Auch wenn Sie gerade joggen. Verfügen Sie über ein Pfefferspray, halten Sie es sprühbereit in der Hand.
  2. Nehmen Sie einen stabilen Stand ein, indem Sie die Füße schulterbreit auseinander stellen und einen Fuß etwas weiter als den anderen nach vorn setzen.  
  3. Sehen Sie dem Hund nicht in die Augen, sondern blicken Sie seitlich auf den Boden. Behalten Sie den Vierbeiner aber die ganze Zeit im Blick und lassen Sie nicht zu, dass der Hund hinter Sie läuft.
  4. Bleiben Sie ruhig und selbstbewusst - das ist schwierig, wenn Sie ein großer knurrender Hund konfrontiert, aber notwendig, wenn Sie Hunde abwehren wollen, bevor sie angreifen können. Führen Sie auch keine hektischen Bewegungen aus.
  5. Sagen Sie sich im Inneren oder auch laut vor sich hin: 'Das ist mein Platz!' Murmeln Sie dabei nicht leise und ängstlich, sondern seien Sie überzeugend. Hunde können nicht nur Angst spüren, sie bemerken auch starke Energie. Auch die Kommandos 'Ab!' , 'Geh!' oder 'Verschwinde!' können Hunde abwehren und dazu veranlassen, zu ihrem Halter zurückzulaufen.
  6. Dreht der Hund dennoch nicht ab und zeigt sich auch kein Halter, der den Vierbeiner zurückholen könnte, ballen Sie Ihre Hände zu Fäusten und halten Sie die Arme eng am Körper. So bieten Sie keine abstehenden Angriffsflächen, haben aber weiterhin die Möglichkeit, schnell zu handeln. Wahlweise können Sie nun auch das Pfefferspray zum Einsatz bringen.
  7. Beißt der Hund zu oder springt schnappend los, halten Sie notfalls Ihren Unterarm waagerecht vor sich. Besser der Hund beißt Sie dahin, als an eine empfindlichere Stelle.
  8. Reißen Sie den Arm nun aber nicht zurück, sondern drängen Sie ihn in Richtung des Hundes und nach unten. Dadurch erhalten Sie ein Überraschungsmoment und die Gelegenheit, den Hund am Boden mit Ihrem Körper zu fixieren.
  9. Trägt der Hund ein Halsband, fassen Sie in das Band und drehen Sie es. Trägt er kein Halsband, nehmen Sie ihn in den Schwitzkasten. Dadurch nehmen Sie dem Hund die Luftzufuhr, was ihn unweigerlich zum Loslassen bewegen wird. Das klingt zwar böse, ist in einer solchen Situation aber oft die letzte Möglichkeit.  
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