Was Sie benötigen:
  • Geduld
  • Einfühlungsvermögen
  • Schleppleine
  • eventuell Maulkorb
  • Leckerli
  • Die folgenden Hinweise beziehen sich nur auf das Problem, dass Ihr Hund andere Hunde anbellt. Ist er zusätzlich aggressiv, sollten Sie unbedingt einen Fachmann konsultieren, um das Problem in den Griff zu bekommen.
  • Hunde sind soziale Wesen, die über eine Vielzahl von Lauten und Körperhaltungen miteinander Kommunizieren. Bellen ist kein Laut, den Hunde üblicherweise äußern. Folgende Gründe führen zum Fehlverhalten und dazu, dass ein Hund andere Hunde anbellt:

Gründe für das Verhalten des Hundes

  • Hunde bellen, weil sie damit Menschen nachahmen.
  • Bellt der Hund andere Hunde an, liegt es in erster Linie daran, dass der Mensch ihn daran hindert, mit seinen Artgenossen in seiner Sprache zu sprechen.
  • Begegnen sich Hunde ohne Leine, bewegen sie sich äußerst gestenreich aufeinander zu und begrüßen sich durch ausgiebiges Beschnuppern.
  • Wird der Hund durch die Leine daran gehindert, sich einem anderen Hund auf seine Weise zu nähern, bellt er den Hund aus Unsicherheit an und spielt den Macho, um seine eigene Angst zu überspielen.

Erziehungshilfen, damit der Liebling nicht mehr bellt

  • Im Alltag ist es kaum möglich, den Hund die Annäherung auf seine natürliche Art und Weise zu ermöglichen, denn besonders in Städten kann man den Hund nicht einfach von der Leine lassen. Also muss man einen Weg finden, dass der Hund sich anderen Hunden nähern kann, aber die Leine ihn nicht verunsichert. Vermutlich wird der Hund dann auch andere Hunde nicht mehr so anbellen. Eine Schleppleine leistet hier gute Dienste.
  • Schleppleinen sind lange Hundeleinen ohne irgendwelche Rückholmechanismen, die am Halsband des Hundes befestigt werden und deren anderes Ende der Hundeführer fest in der Hand hält.
  • Ein Teil der Leine soll locker über den Boden schleifen. Der Hund soll sich nicht angeleint fühlen, solange er sich nicht zu weit entfernt.
  • Der Hunde hat so nicht das Gefühl gefesselt zu sein und kann der Begegnung mit Artgenossen beruhigt entgegen treten und muss andere Hunde nicht anbellen.
  • Ein kurzer Ruck an der Leine macht es dem Hund aber zur Not auch schnell deutlich, dass da noch ein Mensch ist, der Macht über ihn hat.

So bellt Ihr Hund andere Hunde nicht an

  • Hat der Hund es sich schon angewöhnt ständig andere Hunde anzubellen, muss er wieder lernen, normal mit seinen Artgenossen zu sprechen.
  • Auch muss er wissen, dass Frauchen oder Herrchen der Boss sind, er diese also nicht vor anderen Hunden beschützen muss. Das trainiert man am besten, in dem man sich mit anderen Besitzern von sehr ruhigen und ausgeglichenen Hunden an einem Ort trifft, wo die Hunde ohne Leine laufen können.
  • Gehen sie mit Ihrem Hund auf den anderen Hund zu, reden sie mit Ihrem Hund. Er muss spüren, dass Sie keine Angst haben, dass es eine ganz normale Situation ist, einem anderen Hund zu begegnen. Reagiert er zu heftig, lenken Sie ihn an, geben Sie ihm ein Leckerli. Ihr Hund soll sich auf Sie konzentrieren, nicht auf den anderen Hund.
  • Lassen Sie ihn mit dem Artgenossen auf seine Weise, also als Hund, der andere Hunde nicht anbellt, Kontakt aufnehmen. Je häufiger Ihr Hund mit Artgenossen Umgang hat, umso seltener bellt Ihr Hund andere Hunde an, wenn er diesen begegnet.
  • Neigt ein Hund nur dazu, andere Hunde anzubellen, ist  ein Maulkorb unnötig, denn dieser würde den Hund nur verunsichern, das Problem verstärken. Wenn der Hund aber auch nach anderen Hunden schnappt oder er ein sehr großes Tier ist, sollte zur Sicherheit ein Maulkorb getragen werden. Damit des Problem nicht verstärkt wird, sollte Folgendes beachtet werden: Der Maulkorb sollte auch zu Hause stundenweise getragen werden, damit er keine zusätzlichen Ängste auslöst.
  • Wenn irgend möglich, sollte das Training ohne Leine erfolgen, denn nur so kann der Hund sich artgerecht anderen Hunden nähern und bellt sie nicht mehr an.
  • Wenn es ohne Leine nicht geht, ist eine lange Schleppleine sinnvoll, damit der Hund sich wenigstens frei fühlen kann.
  • Im Straßenverkehr muss der Hund immer kurz an der Leine gehalten werden.
  • Leinen mit Rückholfedern geben dem Hund das Gefühl, immer und überall angebunden zu sein und verstärken das Problem nur, dass er andere Hunde anbellt.