Was der Gleichstellungsantrag bedeutet

  1. Arbeitnehmer, die einen Behinderungsgrad von 30 oder 40 haben, können sich mit schwerbehinderten Menschen, die einen Behinderungsgrad von mindestens 50 haben, gleichstellen lassen. Die Gleichstellung wirkt sich auf die nachfolgenden Situationen aus.
  2. Mit der Gleichstellung haben die leicht behinderten Arbeitnehmer den gleichen erweiterten Kündigungsschutz wie die schwerbehinderten Arbeitnehmer.
  3. Es werden gesonderte Hilfen zur Arbeitsplatzausstattung angeboten.
  4. Gleichgestellte Arbeitnehmer erhalten eine fachmännische Betreuung.
  5. Ein Gleichstellungsantrag wird vor allem durchgeführt, um den eigenen Arbeitsplatz behalten zu können. Sollte also die Gefahr einer Kündigung in der Luft schweben, dann sollten leicht behinderte Arbeitnehmer das Formular für den Gleichstellungsantrag ausfüllen. Mit dem Antrag sollte nicht zu lange gewartet werden, denn die Gleichstellung wirkt nur dann, wenn diese mindestens drei Wochen vor der Kündigung abgegeben wird.
  6. Überlegen Sie genau, ob Sie einen Gleichstellungsantrag stellen. Mit diesem könnten Sie zwar in Zukunft leichter einen neuen Arbeitsplatz bekommen, aber genauso kann es passieren, dass Sie schwieriger einen Arbeitsplatz bekommen. Der Grund liegt darin, dass viele Arbeitgeber aufgrund des erweiterten Kündigungsschutzes Angst davor haben, solch einen Arbeitnehmer einzustellen.

Wie Sie das Formular ausfüllen müssen

Das Formular muss vollständig ausgefüllt werden, damit der Gleichstellungsantrag gewährt werden kann. Aus diesem Grund dürfen die nachstehenden Daten im Formular des Gleichstellungsantrages nicht fehlen:

  • Vollständiger Name und Adresse des Antragstellers sowie die Adresse des Arbeitgebers.
  • Möglichst viele detaillierte Informationen zum Arbeitsplatz. Je mehr Sie hier vermerken, umso besser, selbst dann, wenn Ihnen die eine oder andere Information unwichtig vorkommt.
  • Die wöchentliche Arbeitszeit ist von besonderer Bedeutung, da Arbeitnehmer, die weniger als 18 Stunden pro Woche arbeiten, keinen Anspruch auf eine Gleichstellung haben.
  • Im Formular müssen Sie eine genaue Begründung eintragen, weshalb Sie den Gleichstellungsantrag abgeben. Sollten Ihr Arbeitgeber mit Kündigungen drohen, die auch nicht behinderte Menschen betreffen, dann werden Sie den Gleichstellungsantrag wahrscheinlich nicht genehmigt bekommen. Es müssen Gründe vorhanden sein, die nur Ihre Person betreffen. Ein Beispiel: Trotz guter Arbeitsplatzausstattung können Sie Ihre Arbeit nicht so perfekt ausführen wie ein Arbeitnehmer ohne Behinderung, sondern nur so perfekt wie ein schwerbehinderter Arbeitnehmer.
  • Ebenfalls müssen Sie Ihre Berufsausbildung und Ihren bisherigen beruflichen Werdegang aufführen.
  • Ihre Krankengeschichte müssen Sie im Detail schildern und alle vorhandenen Arztberichte beifügen.
  • Nachdem der Gleichstellungsantrag beim Arbeitsamt abgegeben wird, müssen Sie im Formular auch Ihre Kundennummer vom Arbeitsamt angeben.