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Freispiel - Informatives

Das Freispiel steht in den meisten Kindergärten mehrmals täglich auf dem Programm. Doch was aussieht wie eine Verschnaufpause für die Erzieher, ist eigentlich eine wichtige pädagogische Methode.

Beim Freispiel können Kinder ihre Ideen selbst umsetzen.
Beim Freispiel können Kinder ihre Ideen selbst umsetzen.

"Erzieher müssen nicht viel tun. Die Kinder beschäftigen sich doch meistens alleine." Diese Aussage hat die eine oder andere pädagogische Fachkraft wahrscheinlich schon mehrfach gehört. Doch das Freispiel ist wichtig, um den Kindern eigenständige Bildungs- und Lernprozesse zu ermöglichen und hilft ihnen, sich kreativ zu entfalten.

Merkmale des Freispiels und seine Funktionen

  • Im Freispiel sollen die Kinder selbst entscheiden, wo, mit wem, mit was und wie lange sie sich beschäftigen.
  • In der Regel stehen im Gruppenraum in verschiedenen Ecken unterschiedliche Spiel- und Lernmöglichkeiten zur Verfügung. Im Bau- und Konstruktionsbereich schulen die Kinder ihre Feinmotorik und lernen erste Grundsätze der Statik kennen.
  • In der "Puppenecke" können die Kinder Rollenspiele durchführen. Sie lernen lebenspraktische Dinge, indem sie sie nachahmen.
  • An den Tischen malen oder basteln die Kinder und können so ihrer Kreativität freien Lauf lassen. Zudem können dort Gesellschaftsspiele gespielt werden. So entwickeln Kinder ein erstes Regelverständnis und verbessern ihre sozialen und emotionalen Fähigkeiten, weil sie sich mit anderen Kindern auseinandersetzen müssen und lernen, auch mit Niederlagen umzugehen.

Grundgedanke des Freispiels ist der, dass Kinder in der Lage sind, sich selbst zu bilden und sich anhand ihrer individuellen Interessen und Fähigkeiten konstruktiv zu beschäftigen.

Die Rolle des Erziehers im Freispiel

Entgegen der vorherrschenden Meinung ist der Erzieher im Freispiel keineswegs überflüssig. Er hat einige wichtige Aufgaben, die nicht unterschätzt werden dürfen.

  • Der Erzieher bzw. die Erzieherin muss dafür sorgen, dass die Gruppe so eingerichtet ist, dass Kinder genügend Anreize finden, sich zu beschäftigen. Dabei sollten alle Dinge ihren spezifischen Platz haben. 
  • Damit keine Langweile aufkommt, muss der Erzieher ab und zu Impulse setzen, indem er zum Beispiel neue Materialien zum Malen oder Basteln zur Verfügung stellt oder mit einigen Kindern ein gezieltes Angebot durchführt.
  • Die pädagogische Fachkraft dient als Ansprechpartner für die Kinder und greift wenn nötig ein, wenn Kinder einen Konflikt nicht selbst lösen können. Zudem erinnert sie die Kinder an die Einhaltung von Regeln und sorgt dafür, dass nach dem Spielen aufgeräumt wird.
  • Eine sehr wichtige Aufgabe der Erwachsenen während des Freispiels ist die Beobachtung. Nur so lassen sich Lernfortschritte nachvollziehen. Die Beobachtungen dienen als Grundlage für Elterngespräche oder für das Erstellen von Bildungsdokumentationen.
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