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Fotoanalyse in der Kunst - so gelingt sie

Wer an einem Bild eine Fotoanalyse vornehmen soll, steht manchmal, wenn es sich um Kunst handelt, wie vor einem Berg. Wo fängt man an? Und was soll man genau schreiben? Das Nebeneinander der technischen und künstlerischen Aspekte kann dabei für Verwirrung sorgen. Doch mit systematischem Vorgehen kommt man - relativ schnell und relativ leicht - zu guten Ergebnissen.

Für eine Fotoanalyse in der Kunst muss man auf Details achten.
Für eine Fotoanalyse in der Kunst muss man auf Details achten.

Was Sie benötigen:

  • gute Beobachtungsgabe

So erstellen Sie eine Fotoanalyse in der Kunst

Eine Fotoanalyse sollte klar strukturiert sein. Zuerst erfolgt eine sachliche Schilder aller Elemente des Kunstwerks, danach eine Schilderung der Techniken. Schließlich wird auf die Bildwirkung eingegangen, bei der auch objektive Eindrücke Eingang finden auf die noch ein abschließender Kommentar folgen kann, aber nicht muss.

  1. Betrachten Sie das Bild genau und in allen Details. Beachten Sie dabei alle Elemente, denn Sie müssen nun mit Worten schildern, was Sie sehen. In dieser Phase handelt es sich noch eine rein sachliche Schilderung. Beginnen Sie mit dem Offensichtlichen und gehen dann ins Detail. Beispiel: "Die Fotografie ist in Schwarz-Weiß und zeigt ein hohes Bürogebäude mit großer Fensterfront. Es handelt sich um eine Bank, was durch ein großes Schild mit der Aufschrift "Mengeknetener Bank" über dem Eingang ersichtlich wird. Hinter dem oberen Teil des Gebäudes ist ein Stück Himmel mit wenigen Wolken zu sehen. In den Fenstern spiegelt sich die Sonne. Vor dem Gebäude sind drei Passanten zu sehen und zwei Männer, von denen einer vor dem Eingang steht, während der andere gerade aus dem Gebäude herauskommt." etc.
  2. Nun schildern Sie eingesetzte fotografisch bzw. künstlerische Techniken und Mittel, die beispielsweise durch verlängerte Belichtungszeit, geschickt eingesetzte Tiefenschärfe oder -unschärfe, Perspektiven, etc. erzielt wurden. Beispiel: "Die sich vom linken und rechten Bildrand aufeinander zu bewegenden Personen sind mit einer großen Bewegungsunschärfe zu sehen. Das Gebäude wurde aus der Froschperspektive aufgenommen."
  3. Im nächsten Schritt der Fotoanalyse sollten Sie sich mit der Bildwirkung befassen. Schildern Sie Ihre Eindrücke und begründen Sie diese gleich, also warum Sie das Kunstfoto bzw. Teile davon auf eine bestimmte Weise wahrnehmen. Beispiel: "Das Gebäude wirkt bedrohlich, da es aus der Froschperspektive aufgenommen wurde und dadurch besonders mächtig und groß wirkt. Es scheint den Betrachter geradezu erdrücken zu wollen. Bzw: Der Mann, der sich direkt vor dem Eingang befindet, scheint unentschlossen zu sein, ob er eintreten soll, als würde ihn irgendetwas zurückhalten. Der Mann im Anzug, der gerade aus dem Eingang kommt, scheint es eilig zu haben, so als würde er die Flucht ergreifen.“" usw.
  4. Abschließend können Sie das Foto noch einmal allgemein und zusammenfassend beschreiben und Ihre Meinung über die Bildaussage einbringen. Beispiel: "Das Bild wirkt insgesamt sehr düster und bedrückend. Der sichtbare Himmel dahinter steht dazu in starkem Kontrast zum Gebäude und bildet zusammen mit der in der Fassade gespiegelten Fassade einen Gegenpol. Bzw.: Der Künstler prangert hier die Macht der Banken an und das zwiegespaltene Verhältnis der Menschen dazu."

Erfragen Sie immer Details zur Aufgabe

  • Wie eine gute Fotoanalyse aussehen sollte, sehen viele Lehrer unterschiedlich. So legt der eine mehr Wert auf eine äußerst sachliche Schilderung aller Bildelemente in jeder noch so kleinen Einzelheit und der andere auf die Bildwirkung und Interpretation. Bitten Sie im Zweifelsfall die Lehrkraft, welche die Aufgabe gestellt hat, um genauere Erläuterungen dazu.
  • Manchmal kann es hilfreich sein, das Bild für die Analyse zu vergrößern. Bei gedrucktem Bildmaterial scannen Sie das Foto einfach mit hoher Auflösung ein und betrachten es am Bildschirm. Liegt das Bild sowie so schon in digitaler Form vor, können Sie es gleich vergrößern.
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