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Experimente mit Schnee und Eis im Kindergarten - Beispiele

Gerade Schnee und Eis eignen sich gut für Experimente im Kindergarten, denn diese beiden Phänomene bergen jede Menge Natur- und Physikwissen. Gut zu wissen: Eis lässt sich auch im Sommer herstellen und nutzen.

Eis hat Sprengkraft.
Eis hat Sprengkraft.

Was Sie benötigen:

  • schwarzes Papier
  • evtl. Fotoapparat
  • Eiswürfel
  • zwei Getränke
  • Thermometer
  • Flasche Wasser
  • Kunststofftüte
  • Schale
  • etwas Stroh oder Heu
  • Gefrierschrank
Schnee besteht aus kleinen Kristallen
Schnee besteht aus kleinen Kristallen © Dr. Hannelore Dittmar-Ilgen

Endlich mal Schnee im Kindergarten

Nutzen Sie die (in manchen Wintern seltene) Gelegenheit, dem Schnee zusammen mit Ihren Kindergartenkindern einige Eigenheiten mit Experimenten zu entlocken:

  • Schneeflocken bestehen aus kleinen Kristallen. Besonders schön lässt sich dies beobachten, wenn man einige der Flocken auf kalten, schwarzen Karton fallen lässt. Schon der Astronom Kepler setzte sich mit den Kristallen auseinander und schrieb sogar eine kleine Abhandlung. Denn: Jeder kleine Kristall hat seine eigene Entstehungsgeschichte und sieht daher anders aus. Je länger der Weg durch die Lüfte ist, desto größer sind die Flocken, denn das Wachstum findet vor allem an den Kanten und Ecken statt. Vielleicht halten Sie auch einige der gefangenen Flocken mit einer Kamera fest.
  • Formen Sie Schneebälle aus dem frisch gefallenen Schnee. Dabei drücken und klopfen Sie eine Handvoll Schnee zu einer möglichst kompakten Kugel. Das geht besonders gut, wenn der Schnee nicht zu kalt ist, denn es gleiten Teile des Schnees leicht reibend übereinander; ein bisschen schmilzt dabei die Oberfläche an und gefriert anschließend wieder. Das Eis bindet den Schnee. Sollte der Schnee jedoch zu kalt (also sehr pulvrig) sein, dann genügt die Reibung zum Schmelzen nicht. Das Problem kennt jeder: Manchmal lässt sich beim besten Willen kein Schneeball formen.
  • Schnee ist weiß. Aber warum? Eigentlich würde man doch erwarten, dass Schnee durchsichtig wie Eis oder Wasser ist. Allerdings besteht Schnee - wie das erste Experiment zeigt - aus kleinen, aneinanderhängenden Kristallen. Diese lenken das auffallende Sonnenlicht fast wie kleine Spiegelchen in alle Richtungen und der Schnee erscheint weiß. Manchmal glitzert eine Schneedecke sogar. Aus dem gleichen Grund knistert Schnee übrigens, wenn man über ihn läuft. Denn die kleinen Kristalle brechen und die eingeschlossenen Luftbläschen werden Druck ausgesetzt.

Experimente mit Eis - auch im Sommer möglich

Experimente mit Eis können Sie auch im Sommer durchführen. Einzige Bedingung ist, dass der Kindergarten einen Gefrierschrank oder ein Gefrierfach hat. Eiswürfel lassen sich für einige Experimente auch in einem Isolierbehälter (Thermoskanne) mitbringen:

  • Eiswürfel kühlen Getränke im Sommer besonders effektiv. Diese Erfahrung haben die meisten Kinder bestimmt schon gemacht. Aber warum ist das so? Starten Sie mit zwei gleich warmen Getränken im Kindergarten einen Kühlversuch. In das erste Getränk kommt ein Eiswürfel, das zweite vermischen Sie mit der gleichen Menge an kaltem Wasser (möglichst um 0 °C). Lassen Sie den Eiswürfel zumindest anschmelzen, rühren Sie um und messen Sie die Temperatur beider Getränke. Tatsächlich ist das Eisgetränk viel kühler, denn zum Schmelzen benötigt der kleine Würfel Energie (immerhin müssen die festen Bindungen aufgerissen werden). Und diese Energie muss leider das Getränk spenden, das dabei kalt wird.
  • Eis hat Sprengkraft. Jeder, der mal eben schnell eine Flasche Wein oder Sekt in den Tiefkühler gelegt und sie dort vergessen hat, weiß das. Auch dieses Experiment kann man im Kindergarten gut durchführen. Dabei füllen Sie eine kleine Flasche vollständig mit Wasser, verschließen diese gut und stecken sie (zur Sicherheit) noch in eine feste Kunststofftüte. Und dann geht es in den Gefrierschrank. Am nächsten Tag hat das Eis die Flasche gesprengt. Grund ist übrigens, dass sich Wasser beim Gefrieren ausdehnt (im Gegensatz zu anderen Flüssigkeiten). Die Wasserteilchen benötigen bei der Eisbildung einfach mehr Platz. Eine gute Vorstellung im Kindergarten ist hier: Wenn sich alle Kinder mit ausgestreckten Armen an den Händen fassen, braucht die Gruppe auch mehr Platz. Diese Zunahme an Raum bei der Eisbildung führt übrigens auch zu Frostaufbrüchen auf den Straßen.
  • Eis schwimmt. Auch dieses Phänomen, das Sie mit einigen Eiswürfeln gut vorführen können, ist ungewöhnlich. Der Grund hierfür ist ebenfalls in der Ausdehnung beim Gefrieren zu suchen. Und so ein kleiner Eiswürfel zeigt auch noch etwas ganz anderes: Der größte Teil des Würfels befindet sich nämlich unter Wasser - eine Gefahr bei Eisbergen.
  • Kaum zu glauben ist dieses interessante Experiment, denn hier entsteht Feuer aus Eis - eine Idee, die auf Jules Vernes Roman "Die Eiswüste" zurückgeht. Sie benötigen nicht viel mehr als eine kleine Schale, in der Sie Eis zu einer konvexen Sammellinse gefrieren lassen. Alternativ kann man solch eine Linse - wie im Roman - aus einem Eisblock herausschlagen und mit einem warmen Tuch entsprechend polieren. Hält man diese Eislinse gegen das Licht der Sonne, sodass sich ihre Strahlen auf etwas trockenem Stroh oder Heu bündeln, so beginnt es innerhalb kurzer Zeit dort zu brennen. Zumindest entwickeln sich kleine Rauchwölkchen.
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