Alle Kategorien
Suche

Energiegehalt von Heizöl einfach erklärt

Um bei Diskussionen über Energie und Energieversorgung mitreden zu können, brauchen Sie gewisse Grundkenntnisse. Zu diesen Grundkenntnissen gehört auch, Aussagen zum Energiegehalt von Heizöl treffen zu können.

Hier verliert Heizöl jede Menge Energie.
Hier verliert Heizöl jede Menge Energie.

Was tatsächlich nicht ganz einfach ist, denn es gibt sozusagen einen “theoretischen” und einen “praktischen” Energiegehalt:

Der theoretische Energiegehalt von Heizöl

  1. Wenn der Energiegehalt von Heizöl interessiert, geht es in der Regel um den Heizwert des Öls, wie der Name Heizöl schon vermuten lässt.
  2. Also geht es darum, wie viel Energie das Öl bereitstellt, wenn es in einer Heizanlage verbrannt wird.
  3. Der Verbrauch an Heizenergie wird üblicherweise in einer bestimmten Art und Weise berechnet:
  4. Es wird ermittelt, wie viele Kilowattstunden Energie für Raumwärme pro Jahr und pro Quadratmeter eine Heizanlage verbraucht. Ein gut gedämmtes Haus könnte z. B. mit 15 Kilowattstunden pro Quadratmeter und Jahr auskommen, wenn es also 100 Quadratmeter groß ist, ergäbe das einen Verbrauch von 1.500 Kilowattstunden pro Quadratmeter und Jahr.
  5. Eine Wattstunde ist die Menge, die ein Energiewandler mit einer Leistung von einem Watt in der Stunde verbraucht.
  6. Bei den alltäglichen Berechnungen wird jedoch, wie gerade angedeutet, mit Kilowattstunden gerechnet, mit dem Tausendfachen einer Wattstunde also. So wird nicht nur der Heizwärmeverbrauch berechnet, sondern auch der Stromverbrauch. Messeinrichtungen wie Wärmezähler oder Stromzähler erfassen also Kilowattstunden.
  7. Die Abkürzung für eine Kilowattstunde ist kWh (die manchmal zu lesende Einheit kW/h ist falsch). Kurzgefasst: 1 kWh = 1 Kilowatt x 1 Stunde oder 1000 Wh = 1000 Watt x 1 Stunde. Die Arbeitsenergie wird also berechnet, indem die Leistung (Watt) mit der Zeit multipliziert wird, Arbeit = Leistung x Zeit.
  8. Um zu wissen, welche Energie Heizöl enthält, muss man zunächst wissen, wie viel Energie 1 Liter Heizöl theoretisch erzeugt. Diese Zahlen sind bekannt, ein Liter des gebräuchlichen leichten Heizöls hat einen (theoretischen) Energiegehalt von 10,08 kWh. Meist wird für überschlägige Berechnungen die Faustformel 1 Liter Heizöl = 10 kWh verwendet.
  9. Für das oben angesprochene Haus bräuchte man als pro Jahr nur 150 Liter Heizöl, um es warm zu haben.

Der Wirkungsgrad von Heizöl in einer Heizanlage

  1. Oben wurde mehrfach vom (nur) theoretischen Energiegehalt gesprochen.
  2. Das erklärt sich, weil das zum Heizen genutzte Heizöl in einer Heizanlage nie einen Wirkungsgrad von 100 % entfaltet.
  3. Das Öl wird von der Heizung also nie zu 100 Prozent zur Wärmeerzeugung genutzt.
  4. Je nach Heizanlage ist die Wärmeausnutzung des Heizöls sogar sehr viel geringer, je moderner die Heizung ist, desto besser ist in der Regel der Nutzungsgrad.
  5. Bei modernen Brennwertheizungen wird z. B. von einer Wärmeausnutzung des Heizöls gesprochen, die bei ca. 60-80 Prozent liegt.
  6. Das bedeutet: Sie stecken 100 Prozent Energie rein, bei Ihrem Heizkörper kommen aber nur etwa 60 bis 80 Prozent an. Diese Prozentzahl, bezogen auf die jährlich gebrauchte Heizölmenge, wird auch als Jahresnutzungsgrad einer Heizanlage bezeichnet.
  7. Das ist so, weil an vielen Stellen im Heizsystem Energie verloren geht: Bereits vom Kessel wird Wärme in den Raum abgestrahlt, in dem die Heizung steht, beim Transport vom Kessel zum Heizkörper geht weitere Wärme verloren, durch den Schornstein verschwindet einiges und so weiter.
  8. Die Verteilung der Wärme kann also als Schwachpunkt einer Heizanlage gesehen werden, selbst wenn jedes Einzelteil im System die Wärme bis zu 90 Prozent ausnutzt, addieren sich die einzelnen Verluste. 

Wenn Sie eine neue Heizanlage installieren, sollten Sie also ein besonderes Auge auf alle Angaben haben, die mit dem Wirkungsgrad zu tun haben: Manche Hersteller sprachen schon von einer Ausnutzung von 90 Prozent, während Verbraucherschutzorganisationen in diesen Fällen einen Jahresnutzungsgrad um 60 bis 80 Prozent für realistisch hielten.

Teilen: