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Eisblume am Fenster - so entstehen die zarten Gebilde

Eisblumen sind nicht, wie der Name vielleicht suggeriert, mit Eis überzogene Blumen, sondern zarte Eisbildungen, die sich an (einglasigen) Fenstern, vor allem jedoch an Autoscheiben bilden.

Eisblumen verzaubern einfach.
Eisblumen verzaubern einfach. © berwis / Pixelio

Eisblumen - eigentlich unerwünscht

  • Eisblumen sind nicht, wie man zunächst vermuten könnte, mit kleinen Eiskristallen überzogene Blumen im Garten. Dieses Phänomen heiß Reif und ist nichts anderes als gefrorener Tau.
  • Eisblumen sind die zarten Gebilde auf Fenster- und Autoscheiben bei frostigem Winterwetter und eigentlich unerwünscht. Denn sie bedeuten einerseits der Einsatz eines Fensterkratzers, andererseits im Innenraum eine schlechte Isolierung, die sich besonders am Fenster bemerkbar macht.
  • Früher konnte man die filigranen Blütenbildungen meist am frühen Morgen an schlecht isolierten Fensterscheiben beobachten. Viele Menschen kennen aber Eisblumen an Häuserfenstern nur noch aus ihrer Kindheit - außer an Auto- oder außen befindlichen Scheiben, wo sie natürlich auch eher unerwünscht sind.
  • Allerdings findet man sie in Häusern mit x-fach Verglasungen nur noch selten. Und auch die Wohnungen kühlen nachts in den meisten Fällen nicht mehr so aus, wie dies früher bei Holz- und Kohleöfen der Fall war. Dementsprechend werden die Scheiben einfach nicht mehr ausreichend kühl.

Eisblumen - so entstehen sie

  • Auch bei den Eisblumen handelt es sich, wenn sie sich außen befinden, natürlich um festfrierende Luftfeuchtigkeit auf (tatsächlich) eiskalten Scheiben. 
  • Allerdings ist Glas durchsichtig, sodass der zarte kristalline Aufbau dem Betrachter eine Ähnlichkeit mit Pflanzen oder Blättern, manchmal auch Farnen (siehe Foto) vortäuscht. Eisblumen sind besonders gut im Gegenlicht (tief stehende Sonne am Morgen!) zu beobachten.
  • Wenn Sie allerdings nachts den Ofen abstellen und für ausreichende Luftfeuchtigkeit im Raum sorgen (manchmal genügt bereits das Ausatmen mehrere sich im Raum befindlicher Personen), dann können Sie mit etwas Glück Eisblumen erzeugen. Auch die einfachen Verglasungen in bäuerlichen Ställen (mit Luftfeuchtigkeit erzeugenden Tieren) sind eine ideale Voraussetzung für Eisblumen.
  • Denn die Luft im Zimmer kühlt sich dann langsam ab, ist jedoch mit Wasserdampf übersättigt. Dieser schlägt sich dann nicht - wie üblich - als Kondenswasser an den Fenstern nieder, sondern geht direkt in den festen Zustand, sprich: Eis, über. Diesen Vorgang nennt man übrigens Resublimation.
  • Für diesen Vorgang sind kleinste Staubkörnchen oder andere Unebenheiten auf der Fensterscheibe sehr wichtig. Dort lagern sich nämlich die ersten Eiskristalle an, die im Laufe der Zeit zu den verzweigten Eisblumen durch weitere Molekülanlagerung anwachsen. Mit etwas Geduld kann man diesen Wachstumsprozess beobachten.
  • Und: Eisblumen sind einer der schönsten Beweise dafür, dass Wasser zu Kristallen erstarrt. Entsprechend den Feuchtigkeits- und Temperaturbedingungen wird allerdings kein Eisblumenmuster dem nächsten gleichen, wie bei Schneeflocken übrigens auch.
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