Das richtige Einschulungsalter von "Kann"-Kindern

  • Eltern eines “Kann“-Kindes müssen in der Regel selbst entscheiden, was das richtige Einschulungsalter für das Kind ist, denn in der Regel werden nur Eltern von Kindern, die am Stichtag mindestens 6 Jahre sind, angesprochen. Rechnen Sie also nicht damit, dass man Sie automatisch ansprechen wird. Sie müssen sich selbst darum kümmern.
  • Wenn Sie ein „Kann“-Kind haben, versuchen Sie, Ihr Kind einzuschätzen. Machen Sie sich dabei von Ihren eigenen Wünschen und Vorstellungen frei. Es ist keine Schande, wenn das Kind später eingeschult wird, und es wird auch keine Nachteile dadurch haben. Also setzen Sie weder sich noch das Kind unter Druck, dass es so früh wie möglich in die Schule gehen muss.
  • Aber auf der anderen Seite sind Kinder oft stolz, wenn Sie in die Schule gehen dürfen. Sie wollen dem Kind noch ein Jahr unbeschwerte Kindheit lassen und das Kind ist enttäuscht, weil es noch nicht in die Schule darf.
  • Sie sollten Ihr Kind also auch nach seinen Wünschen fragen und diese berücksichtigen. Natürlich sollten Sie sich auch nicht einfach seinen Wünschen beugen.

Wie Sie Schulreife erkennen können

  • Das richtige Einschulungsalter ist etwas schwierig festzustellen, denn es gibt eine Reihe von Kriterien, die Sie berücksichtigen sollten. Ganz klar ist, dass Ihr Kind sich alleine Anziehen und ohne Hilfe auf die Toilette gehen können muss, denn ohne die Fähigkeiten wäre es im Schulalltag verloren.
  • Wenn Ihr Kind auch mal eine Stunde lang still sitzen und sich gut konzentrieren kann, in der Lage ist, mal eine Enttäuschung zu verkraften bzw. eigene Wünsche zurückstellen kann, spricht dies dafür, dass es die Schulreife erreicht hat.
  • Es sollte eine kleine Geschichte korrekt nacherzählen können, einfache Formen wie Buchstaben und Zahlen nachmalen und auch mit Schere, Papier und Klebstoff umgehen können.
  • Unabhängig vom Einschulungsalter, sollten Kinder, die in die Schule gehen, diese Fähigkeiten haben. Wenn Sie ein "Kann"-Kind haben, dass starke Defizite in einem der Bereiche aufweist, sollen Sie sich fachmännische Hilfe holen, damit es in dem einen Jahr spielerisch die notwendigen Fähigkeiten erlernen kann.

So sollten Eltern von "Kann"-Kindern vorgehen

Egal ob Sie nach den genannten Kriterien davon ausgehen, dass Ihr Kind die Schulreife hat oder nicht, Sie sollten sich nicht nur auf Ihr eigenes Urteil verlassen.

  • Sprechen Sie mit den Erziehern im Kindergarten. Diese haben jedes Jahr mit Kindern im Einschulungsalter zu tun und können vieles besser beurteilen als Eltern, die vielleicht das erste Mal mit einem Kind in dem Alter zu tun haben.
  • Wenn Sie und die Erzieher zu dem Schluss kommen, dass das Kind eingeschult werden soll oder meinen, dass es so weit sein könnte, dann sollten Sie das Kind auf jeden Fall anmelden. Die Anmeldung erfolgt in der Grundschule. Meist findet diese im Februar oder noch früher für den Einschulungstermin im September statt. Es werden also ein paar Monate vergehen, bevor das Kind in die Schule kommt.
  • Wenn Sie Zweifel haben, ob Ihr Kind in die Schule soll, nehmen Sie in dieser Zeit Kontakt mit dem Schulleiter oder dem Schulsekretariat auf. Dort nennt man Ihnen Stellen, die spezielle Tests mit dem Kind durchführen, um die Schulreife zu testen.
  • Auch wenn Sie selbst keine weitere Initiative ergreifen, wird das Kind wie jedes andere Kind im Einschulungsalter von einem Arzt untersucht und meist zusätzlich einem kleinen Test unterzogen.

Da die Schulpflicht alleine an das Einschulungsalter gebunden ist, lösen Sie mit Ihrer Anmeldung keine Pflicht aus, das Kind zu Schule zur schicken, Sie können diese auch wieder zurückziehen, wenn Sie den Eindruck haben, dass Ihr Kind mit der Schule überfordert sein wird.