In der Einleitung zu einer wissenschaftlichen Arbeit sollen eine Begründung für das Verfassen der Arbeit geliefert sowie das Vorgehen vorab ge- und erklärt werden. Dies gilt auch für die Facharbeit. Die Einleitung ist der Teil, den der Korrektor in der Regel als Erstes liest, nach der gesamten Korrektur häufig am Ende noch einmal wiederholt und mit dem gesamten Inhalt der Arbeit vergleicht.

Tipps für die Einleitung einer Facharbeit

  • Da die Einleitung einen Ausblick über die Vorgehensweisen der Facharbeit geben und die Methoden vorab vorstellen soll, ist es sinnvoll, sie vor dem Verfassen der Facharbeit anzufertigen, diese jedoch nicht als Endversion zu belassen. 
  • Nachdem Sie den Hauptteil und möglicherweise auch schon den Schluss der Arbeit geschrieben haben, sollten Sie diese mit der vorab verfassten Einleitung vergleichen. Unterschiede im Vorgehen oder andere Auffälligkeiten, die von der Vorabversion der Einleitung abweichen, sollten Sie nun ausbessern und eine endgültige Einleitung erst am Ende schreiben. 
  • In die Einleitung sollten Sie, wie oben bereits angedeutet, in jedem Falle schreiben, wieso Sie dieses Thema gewählt haben, wieso das Thema wissenschaftlich relevant ist und wie Sie vorhaben bei der Erarbeitung des Forschungsthemas vorzugehen. Stellen Sie die einzelnen Arbeitsschritte vor und gehen Sie schon in der Einleitung allgemein auf den Themeninhalt ein. 
  • Werfen Sie, wenn möglich, bereits Forschungsfragen auf, die Sie im Hauptteil erarbeiten und im Schlussteil dann abschließend bewerten können. Bei einem solchen Aufbau wirkt die Facharbeit für den Korrektor in sich geschlossen. 
  • In der Einleitung sollten Sie zunächst auf Zitate verzichten, um eigene Behauptungen zu untermauern. Leiten Sie allgemein ein und belegen Sie später im Hauptteil anhand von Sekundärliteratur. 
  • Eine gute Einleitung ist kurz. Selbst bei umfangreichen wissenschaftlichen Arbeiten beträgt sie gelegentlich nur eine Buchseite. Schwafeln Sie also nicht, sondern achten Sie darauf, alles kompakt und präzise darzustellen.

Die provisorische Einleitung

  • Denken Sie daran, dass Sie nur die Fragen stellen, die Sie auch beantworten können und die Sie in Hauptteil und Schluss auch tatsächlich beantworten. Es ist daher verkehrt, wenn Sie so vorgehen, wie Sie beim Schreiben einer Klausur vorgehen würden, wenn Sie dazu gezwungen sind, gleich alle Bestandteile der Arbeit in der Reinfassung zu präsentieren. Vielmehr beginnen Sie erst einmal mit einer provisorischen Einleitung. Es handelt sich um eine im Brainstorming-Verfahren verfasste Konzeption. Hier schreiben Sie alle Gedanken, die Sie sich zum Thema gemacht haben, und alle Fragen, die sich Ihnen zu dem Thema stellen, auf.
  • Es ist wichtig, dass Sie diese provisorische Einleitung schreiben, um der Gefahr entgegenzuwirken, dass Sie gleich zu Beginn in einer Blockade gefangen sind. Diese provisorische Einleitung hilft Ihnen nicht nur, sich daran zu erinnern, warum es gerade dieses Thema geworden ist und gibt Ihnen damit gleich zu Beginn einen Motivationsschub, sie hilft Ihnen damit auch, sich in das Thema vorzutasten, mit dem Sie sich nun beschäftigen werden.
  • Sie werden sicher die Einleitung mehrere Male umschreiben müssen. Betrachten Sie das als normal. Eine endgültige Fassung wird es erst nach der Fertigstellung des Hauptteils und des Schlusses geben. Läuft Ihre Arbeit auf einen Beweis hinaus, in dem Sie sich der These eines Autors anschließen und die These eines anderen Autors verwerfen, so können Sie das Ergebnis dieses Beweises als These bereits in die Einleitung einführen.

Denken Sie daran, dass der Leser, Ihr Lehrer, in der Regel mehrere Facharbeiten liest. Auch ein geübter Leser kann wichtige Stellen überlesen, wenn er nicht mit der Nase darauf gestoßen wird. Ihn mit der Nase darauf zu stoßen, ist die Aufgabe Ihrer Einleitung.

Ein Beispiel für die Einleitung

  • Nehmen Sie an, Sie schreiben eine Facharbeit im Fach Geschichte über die Sachsenmission Karls des Großen. Ihnen wird kein guter Einstieg gelingen, wenn Sie erst einmal lang und breit die Biografie Karls des Großen herunterbeten - von der Kaiserkrönung bis zur Schulpflicht. Der Leser, Ihr Lehrer, wird sich mit Recht fragen, was das alles mit der Sachsenmission zu tun hat und im Zweifel darauf schließen, dass Sie sich in das Thema unzureichend eingearbeitet haben und die Arbeit nur mangelhaft sein kann. Bedenken Sie die alte Binse, wonach es für den ersten Eindruck keine zweite Chance gibt. Die Einleitung gibt dem Leser den ersten Eindruck, was er von Ihrem Text erwarten kann.
  • Gehen Sie hingegen kurz auf die wichtigsten Lebensdaten ein, um den Gegenstand Ihrer Arbeit richtig einbetten zu können, und beginnen dann, in die lange Geschichte der Sachsenkriege, die bis hin zu Karl Martell zurückreicht, einzuleiten, um darüber dann zu Karl dem Großen zu kommen, der ihnen ein Ende setzte, so zeigen Sie, dass Sie erstens mit der Materie vertraut sind, zweitens den Gegenstand zu der Materie in Beziehung zu setzen vermögen und drittens, dass Sie in der Lage sind, Ihrer Arbeit Ordnung zu geben und einem roten Faden zu folgen.

Weitere Autoren: Markus Tacik, Markus Köhler