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Eine Yacht mit WC nachrüsten - so gelingt es

Ältere Yachten sind noch mit Seetoiletten ausgerüstet und lassen Fäkalien direkt ins Wasser ab. In vielen europäischen Revieren ist dies nicht mehr gestattet. Eine Umrüstung von einem Fäkalientank zum Yacht-WC ist für die meisten Boote Vorschrift. Ausnahmen gestatten dennoch nicht die ungehinderte Entsorgung von Schwarzwasser.

Bordtoilette mit Fäkalientank ausgerüstet.
Bordtoilette mit Fäkalientank ausgerüstet.

Vorschriften zur Nachrüstung von Yacht-WCs

  • Die Vorschriften zur Behandlung von Abwässern von Yachten, Schiffen und Booten sind international nicht geregelt. Auf offener See sind Yachten frei. In Küstennähe und auf Binnenrevieren gelten Einschränkungen, um die Umwelt zu schonen. 
  • Da viele Sportboote mit WCs ausgestattet waren, die die Abwässer direkt aus dem Boot beförderten, sind Umrüstungen mit einem Fäkalientank vorgeschrieben worden. Ausgenommen davon bleiben Boote, die vor 1980 gebaut wurden, eine geringere Rumpflänge als 11,5 Metern und eine geringere Breite als 3,8 Metern aufweisen. 
  • Auf deutschen Binnenrevieren ist das Ablassen von häuslichem Abwasser gestattet, was die Fäkalien ausdrücklich nicht mit einschließt. 
  • Auf der Ostsee gelten ebensolche Bedingungen, was auch die Nachrüstung implementiert. Lediglich für die Nordsee sind noch keine festen Regelungen getroffen worden. 
  • Die Niederlande besitzen ein Verbot für Fäkalien, auch als Schwarzwasser beschrieben, auf allen Binnengewässern und Küstenbereichen. Eine Nachrüstung mit einem Fäkalientank im Yacht-WC ist somit jedem Eigner anzuraten, da dies nicht sehr schwierig ist und eine problemlose Entsorgung verspricht.  

WC-Lösungen für die Yacht

  • Je kleiner ein Boot ausfällt, desto weniger Platz bleibt für die Nasszelle. Aber auch auf größeren Yachten sind die WCs nicht immer großzügig gebaut. Wenn Ihre Yacht noch nicht über einen Fäkalientank verfügt, so ist eine Nachrüstung dennoch wenig schwierig. 
  • Eine kleine Lösung bietet der Buffertank. Er lässt sich vor der Toilettenschüssel montieren und verbraucht somit kaum Platz und besitzt etwa 30 Liter Fassungsvermögen. Er passt zu allen handelsüblichen Toiletten im Wassersport und kann über die vorhandenen Rohre angeschlossen werden und besitzt eine Belüftungsfunktion. 
  • Kleinere Boote ohne WC können auch mit einer Chemotoilette versorgt werden, deren Entsorgung praktisch ist. Der Behälter mit den Reststoffen wird an Land mitgenommen und dort beim Hafenmeister entsorgt. 
  • Die häufigsten vorhandenen Toiletten sind Pump-Toiletten. Auch deren Abwasserrohre lassen sich einfach an einen Fäkalientank anschließen. Achten Sie nur darauf, dass die Inhalte des Tanks nicht austreten können, was bei Schräglagen schnell passieren kann. Eine Krümmung der Rohre, die zum Tank führen, kann dies unterbinden. 
  • Auch auf gute Schläuche für die Verbindungen ist zu achten. Industrieschläuche sind weniger durch Stoffe angreifbar und somit nicht so schnell porös. Sie verhindern üblen Geruch an Bord. 
  • Daneben sind noch elektrische Pumpsysteme und Vakuumpumpen möglich. Aber unter dem Gesichtspunkt der Zuverlässigkeit auf See sind die manuellen Pumpen weiterhin beliebter.  

Einbau der Yacht-WCs

  • Nachträglich einen Fäkalientank im Yacht-WC zu installieren, bedeutet, dass ein Platz für den Tank gefunden werden muss und Platz für die Anschlüsse vorhanden ist. Moderne Fäkalientanks sind oftmals nicht mehr sperrig und können auch schmal ausfallen. 
  • Mehr Platz verbrauchen eher die Anschlüsse und Rohre zwischen WC und Tank. Doch hierbei können die Plätze der Rohre, die schon vorhanden sind, genutzt werden. 
  • Die Rohre der Seewasser-Toilette liegen dort, wo die Leitungen zum Fäkalientank sein können. Lediglich für die Entlüftung kann es Probleme geben, wenn die Nasszelle über keine eigene Luke verfügt. 
  • Hierzu können Sie eine Luke in der Bordwand einbauen oder eine Öffnung für ein Entlüftungsrohr schaffen. Beides ist mit wenig Aufwand möglich. Dabei kann das vorhandene WC beibehalten werden. 
  • Eine mobile Lösung stellt das Chemoklo dar. Es ist überall unterzubringen und kann transportiert werden. Wenn Sie regelmäßig viele Stunden an Bord verbringen, ist eine Nachrüstung notwendig, wenn Sie nicht einen Eimer benutzen wollen. 
  • Die Kosten für eine Nachrüstung belaufen sich auf bis zu 2000 Euro, wenn Sie dies von Handwerkern erledigen lassen. Wenn Sie es eigenhändig erledigen, entfallen die Lohnkosten. 
  • Immer ist darauf zu achten, dass Anschlüsse zu den Tanks, die sich an der Bordwand befinden mit den richtigen Stutzen versehen sind, da sonst ein Abpumpen der Fäkalien schwierig ist. Adapter sind aber für alle Anschlüsse zu erstehen.   
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