Alle Kategorien
Suche

Die Vorläufer des Jazz

Vorläufer des Jazz gibt es viele. Das erklärt auch, warum dieser Musikstil so abwechslungsreich ist und sich seit vielen Jahrzehnten weiterentwickelt - unter Beibehaltung der für den Jazz typischen Merkmale. Auch der Name Jazz hat eine spannende Geschichte, denn so richtig klar ist es nicht, woher er kommt und warum er diesen Musikstil bezeichnet.

Jazz kommt aus den USA.
Jazz kommt aus den USA.

Der Jazz hat spezielle Eigenheiten

  • Die Jazz-Musik zeichnet sich bis heute durch Eigenheiten aus, die sie von anderen Musikstilen abgrenzt. Da wären die allgegenwärtige Improvisation, die zum Jazz gehörende Rhythmusform Swing (nicht zu verwechseln mit der Stilrichtung Swing), das Einbeziehen der Traditionen der einzelnen Stilrichtungen des Jazz und eine spezielle Art der Tonbildung, gepaart mit einem speziellen Klangideal.
  • Die Instrumentierung im Jazz ist ähnlich vielfältig wie die musikalischen Einflüsse. Es finden sich fast immer Kontrabass, Klavier, Trommel und Blasinstrumente in den Bands. Je nach Jazz-Richtung kommen zusätzlich Conga, Banjo, Tuba, Gitarre, Horn, Sousaphon, Orgel und verschiedene Elektroinstrumente wie E-Gitarre oder E-Violine zum Einsatz.
  • Der Jazz mit seinen einzelnen Vorläufern und Stilrichtungen hat in der Funktion eine weite Reise unternommen. Zunächst war er eine regionale Musik, die sich stark an den Traditionen der Bevölkerung orientierte (New Orleans). Der spätere Swing war eine massenkompatible Popularmusik, von dort ging es direkt in die Kunstrichtung. Stile wie Bebop, Free Jazz und Fusion sind oft nur einem kleinen Publikum eine Freude.
  • Bekannte Größen des Jazz aus der Vergangenheit sind: Ella Fitzgerald, Louis Armstrong, Dizzy Gillespie, Josephine Baker und Nat King Cole. In den letzten Jahren ist in Europa besonders der Pop-Jazz einem breiten Publikum bekannt geworden - durch die Werke von Norah Jones.

Vorläufer der Musikrichtung

  • Welche Geräusche und welche Rhythmen als Musik angesehen werden oder einfach nur als Krach, ist sehr stark kulturell geprägt. Daher ist es generell schwierig, die Geburtsstunden oder gar -orte von Musik zu bestimmen. Das ist auch beim Jazz so.
  • Das, was heute als Jazz bezeichnet wird, hatte mehrere Geburtsorte, die alle in den USA liegen. Hier trafen Musiker aufeinander, die ihre verschiedenen musikalischen Hintergründe in Bands zusammenwarfen. Ende des 19. Jahrhunderts waren das im Süden der USA Bands, die vornehmlich Straßenmusik spielten.
  • In diesen sogenannten Marching-Bands gab es je nach Besetzung Einflüsse aus verschiedenen Ländern. Die Kreolen hatten französische und spanische Wurzeln, die Afroamerikaner hatten afrikanische Wurzeln. Dass diese Menschen sich in New Orleans gemeinsam mit Musizieren beschäftigen konnten, lag daran, dass die Rassentrennung zu diesem Zeitpunkt relativ wenig ausgeprägt war. So konnten sich unterschiedliche Musizierweisen und Stile vermengen. Die von den Marching-Bands gespielte Musik wird archaischer Jazz genannt.
  • Kurz darauf, Anfang des 20. Jahrhunderts, kam Ragtime dazu, ein ausnotierter Klavierstil, der sich dadurch auszeichnet, dass die rechte Hand die Akkorde und die linke Hand die Rhythmusgruppe spielt, also Schlaggitarre und Bass ersetzte. Zur gleichen Zeit kam auch der sogenannte New Orleans Jazz auf, der sowohl Elemente des Ragtime als auch des archaischen Jazz beinhaltete.
  • Der New Orleans Jazz wird oft als Musik der schwarzen Bevölkerung von New Orleans bezeichnet. In der gleichen Zeit spielten weiße Musiker im gleichen Ort ebenfalls Jazz, dieser wird in der Regel als Dixieland bezeichnet. Neben New Orleans gab es auch andere Städte in den USA, in denen Jazz und deren Vorläufer gespielt wurden, daher gibt es keinen einzelnen Erfinder dieser Musikrichtung.
  • In den nächsten Jahrzehnten entwickelten sich dann immer mehr Unterformen des Jazz, teilweise Neuentwicklungen, teilweise Wiederaufnahmen von alten Formen - zum Beispiel Swing, Bebop, Cool Jazz, Free Jazz und Fusion.
  • Die Herkunft des Wortes Jazz ist nicht geklärt, dazu gibt es verschiedene Theorien. Die Bezeichnung wurde zwischen 1913 und 1915 öffentlich bekannt und setzte sich spätestens 1917 mit der Original Dixieland Jazz Band aus New Orleans durch.
Teilen: