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Cool Jazz - Merkmale

Jazz hat vermutlich mehr Subgenres als überhaupt andere Musikrichtungen existieren. Vor allem Cool Jazz mit seinen subtilen Merkmalen, die ungeschulten Ohren im Vergleich leicht entgehen können, hat eine interessante Geschichte zu erzählen.

Der Bezeichnung zum Trotz ist Cool Jazz ausgesprochen leidenschaftliche Musik.
Der Bezeichnung zum Trotz ist Cool Jazz ausgesprochen leidenschaftliche Musik.

Eine kleine Geschichte des Cool Jazz

  • Cool Jazz entwickelte sich nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs (1945) aus dem Bebop - wesentliche Merkmale des Bebop sind größere Rhythmus-Freiheiten für die Musiker und ein schnelleres Tempo als sein Vorgänger Swing. So wird Bebop oft als Grundstein der Richtung bezeichnet, die wir heute als Modern Jazz verstehen.
  • Anfang der 1960er-Jahre wurde der Cool Jazz wieder abgelöst von neuen Musikrichtungen, die Elemente des Subgenres weiterentwickelten. Zu diesen Genres gehören u. a. Bossa Nova, Free Jazz und der sogenannte Modale Jazz.

Merkmale des Subgenres

  • Wenn Musik Farben hätte, wäre Bebop ein feuriges Rot, während Cool Jazz eher das Spektrum der Pastellfarben bedient. Trotzdem ist Cool Jazz alles andere als eine unterkühlte Musikrichtung: Der Ton ist eher zurückgenommen; gleitend und ruhiger, Noten werden länger gezogen - ein bewusster Gegenentwurf zu der schnellen Spielweise und den hektischen Bewegungen des Bebop.
  • Die dominantesten Merkmale von Cool Jazz sind komplexe Arrangements, die sich teilweise an klassischen Musikstücken orientieren, während sie gleichzeitig genug Raum für improvisierte Soli lassen. Diese Tatsache ist dafür verantwortlich, dass Cool Jazz oft als Kunstmusik bezeichnet wird.
  • Ganz falsch ist die Benennung als Kunstmusik nicht: Viele Cool Jazz Musiker waren Akademiker und hatten Abschlüsse in Musik. In Verbindung mit der besseren und einfacheren Aufnahmetechnik von Schallplatten wurde Cool Jazz so zu einer interessanten Welt für musikinteressierte Intellektuelle in den 1950er Jahren.
  • Cool Jazz kennt keine Beschränkungen in Bandgröße und keine Begrenzung bei Instrumenten: Von Solisten bis Big Bands mit Bläsern, Pianisten, Bassisten und Drummern war alles willkommen.

Die wichtigsten Vertreter

  • Die ersten Impulse des Cool Jazz stammen vom legendären Trompeter Miles Davis und Gil Evans, die unter dem Banner Miles Davis And The Metronome All Stars mit "Birth Of The Cool" eine Platte kreierten, die erst relativ spät in der Szene Beachtung fand. Die Musik auf dieser Aufnahme zeigt deutlich noch viele Merkmale des Bebop.
  • Ebenfalls als Vater des Cool Jazz gilt der Pianist Lennie Tristano, der 1946 von Chicago nach New York zog.
  • Als "King of Cool" wird Trompeten-Genie Chet Baker bezeichnet, der eine der beeindruckensten und umfassensten Jazz-Diskographien überhaupt vorweisen kann.
  • Ebenfalls ausgesprochen wichtig für den Cool Jazz sind Musiker wie Dave Brubeck, Stan Getz, Shelly Mane, Gerry Mulligan und das Modern Jazz Quartet.
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