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Definition der "Plastik" in der Kunst

In der bildenden Kunst sind im Laufe ihrer Geschichte zahlreiche Disziplinen und Formate für Kunstwerke entstanden. Die "Plastik" gehört zu den traditionellen Formaten, deren Ursprung bis in die Antike zurückgeht. Eine Definition der Gattung berücksichtigt den Herstellungsprozess und ihre räumlichen Dimensionen.

Gussformen für Plastiken basieren auf Modellen.
Gussformen für Plastiken basieren auf Modellen.

Ursprung der "Plastik" - einige Grundlagen

  • In ihrer Tradition ist die Plastik der Bildhauerei zuzurechnen. Im Gegensatz zu dieser wird eine Plastik jedoch nicht aus einem Material geschnitzt oder gehauen, sondern das Kunstwerk wird in eine Hohlform gegossen und nach dem Aushärten bzw. Trocknen weiter veredelt.
  • Neben klassischen Verfahren wie Bronzeguss oder der Arbeit mit Gips und Ton ist seit dem 20. Jahrhundert die Nutzung künstlich erzeugter Materialien wie Epoxidharze oder Plastilin verbreitet, welches häufig im Kunstunterricht an Schulen verwendet wird.
  • Körperhafte Objekte entstehen indes in verschiedenen Kunstgattungen. So sind, je nach Verfahren, die Grenzen zwischen Bildhauerei, Plastik, Installation und Land Art in der neueren Kunst teilweise fließend. Eine Liste erläuternder Definitionen ist zur Einstufung von Werken der Bildhauerei sehr hilfreich.

Räumliche Kunst - Definitionen

  • Die Bildhauerei gehört zu den ältesten Gattungen der bildenden Künste. Sie macht Formen und Gebilde räumlich erfahrbar. Ihr werden gleichermaßen Denkmäler, Statuen, Plastiken, aber auch Reliefs zugerechnet. Im Unterschied zum Relief, das zumeist Teil einer bestimmten Architektur ist, werden Plastiken zumeist frei stehend präsentiert und sind somit von allen Seiten sicht- bzw. erfahrbar.
  • Beim Herstellungsprozess einer Plastik wird per Definition kein Material abgetragen, wie es der Bildhauer bei der Herstellung einer Marmorstatue tut, sondern vielmehr angetragen bzw. in eine Form gegossen. Außer Ton, Gips und Wachs gehört der Guss mit Metallen wie Bronze, Gold oder Kupfer ebenso dazu wie derjenige mit dem Baustoff Beton. In der Regel wird ein weiches Modell auf eine Gussform übertragen und anschließend daraus das Werk gegossen.
  • Eine Plastik erlaubt gleichermaßen die Umsetzung gegenständlicher Objekte als auch abstrakter Gebilde.
  • Man unterscheidet zwischen Kleinplastiken, die teilweise aus Materialien wie Jade oder Elfenbein gefertigt werden, und sogenannten Freiplastiken, die allein von ihrer Größe nicht in kleinen Vitrinen präsentierbar sind. So reicht die Palette bekannter Exponate von Bronzeplastiken wie "Kleine Liegende" (Größe 14 x 21 x 11 cm) des Informel von Gerson Fehrenbach bis zu den sinnlichen "Nana"-Figuren der Französin Niki de Saint Phalle, deren größte Version, eine 29 m lange Plastik einer liegenden Frauenfigur, 1966 in Stockholm ausgestellt wurde.
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