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Bleistift-Fehler vermeiden - das sollten Sie beachten

Eine Gabel ist kein Bleistift. Distinguierte Menschen, die auf Tischsitten wert legen, machen da einen Unterschied. Auf Manieren - sei es in Sachen Kleidung oder Essen - legen die Menschen seit einiger Zeit wieder verstärkt wert. Denken Sie nur an Asserates Buch "Manieren", das sich sehr gut verkaufte. Knigge ersteht wieder auf. Der sogenannte Bleistift-Fehler sollte Ihnen also möglichst nicht passieren.

Der Bleistift-Fehler meint eine falsche Gabelhaltung.
Der Bleistift-Fehler meint eine falsche Gabelhaltung.

So brüskieren Sie nicht mit dem Bleistift-Fehler

Der Bleistift-Fehler ist ein Fauxpas, den Sie bei der Handhabung Ihres Essbestecks machen können, und zwar mit der Gabel. Halten Sie die Gabel nicht wie einen Bleistift zwischen Daumen und Zeigefinger.

  • Als Fehler, der gegen die guten Tischsitten verstößt, gilt es, wenn Sie nicht mit der nach oben gewölbten Gabel mit den Zinken in ein Stück Fleisch stechen. Die nach oben gewölbte Gabel wirkt harmloser, weniger aggressiv, weniger leicht einsetzbar als Waffe. Daran mag es liegen, dass diese Haltung der Gabel als sittenkompatibler eingeschätzt wird.
  • Herumdrehen können Sie die Gabel höchstens, wenn Sie einen mit dem Messer abgeschnittenen Happen Fleisch auf die sogenannte Kelle schieben, um ihn so zum Mund zu transportieren. Das gilt als eleganter, obwohl so ein Happen Fleisch leichter von der Gabel fallen kann, als wenn er mit den Zinken der Gabel aufgespießt zum Mund transportiert wird.
  • Und wenn etwas von der Gabel herunterfällt, dann wirken Sie täppisch. Aber verfallen Sie bloß nicht in den Fehler, mit dem Kopf der Gabel auf halbem Weg entgegenkommen zu wollen, um die Zeit, in der etwas von der Gabel fallen könnte, zu verkürzen. Bleiben Sie aufrecht sitzen und beugen Sie sich nicht wie ein Kutscher über Ihren Teller.

Missgeschicke beim Geschäftsessen vermeiden

  • Bezüglich Messer und Gabel gibt es neben dem Bleistift-Fehler weitere sehr ähnliche Fettnäpfchen, die Sie vermeiden sollten. Benutzen Sie z.B. ein Messer immer möglichst geräuschlos und achten Sie darauf, es nur als Gegenstück zur Gabel zu benutzen, also Essen nur zu schneiden und es gegen die Gabel zu halten.
  • Sie sollten Messer und Gabel auch nicht so halten, dass sich Ihr Zeigefinger ganz nah an der Wölbung der Gabel, also am Kellenansatz, oder gar im sogenannten Schiff (der Bereich zwischen Zinken und Stiel oder Griff) oder nah an der Messerklinge, sich also in dem Segment befindet, das Fachleute Kropf, Zwinge oder Balance nennen.
  • Das sieht dann so aus, als müssten Sie besonders viel Kraft aufwenden, um das Fleisch (ist es wirklich zäh wie eine Schuhsohle?) zu schneiden. Das ist alles andere als elegant. Außerdem fragt man sich, warum Messer und Gabel dann überhaupt einen Griff oder Stiel haben. Der Griff beim Messer besteht aus Kropf, Angel und Heft.

Bringen Sie ruhig - wenn nötig mit einem Körnchen Humor - dieses Wissen während einer Mahlzeit mit einem Tischgegenüber an. Dann merkt Ihr Tischgefährte, wie gut Sie sich auskennen, und braucht nicht zu fürchten, dass Sie ihn mit dem Bleistift-Fehler, der Ihnen vielleicht doch unterlaufen könnte, brüskieren. 

Weitere Autorin: Gillian Hayburg

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