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Badfliesen überkleben - so geht's

Oh je - neue Wohnung, aber im Bad der Fliesendekor-Charme der 80er? Und Sie erinnern sich noch voller Grauen an die Aktion von damals, als Sie mühsam den alten Fliesenspiegel in der Küche abgeschlagen haben und Berge von Schutt und Schmutz entsorgen mussten. Zum Glück sind diese Zeiten vorbei - heutzutage können Sie schnell und unproblematisch Ihre alten Fliesen mit neuen überkleben. Wie, erfahren Sie hier.

Neue Fliesen machen ein neues Bad.
Neue Fliesen machen ein neues Bad.

Was Sie benötigen:

  • Haftgrund
  • flexiblen Fliesenkleber
  • flexiblen Fugenmörtel
  • Fugenkreuze
  • Kelle
  • Zahnspachtel
  • Fugenbrett (Gummilippe)
  • Schwamm
  • Wasserwaage
  • Fliesenschneider

Einfach die altmodischen, z.T. auch schon etwas wackeligen alten Badfliesen mit neuen überkleben? Geht das? Ja, natürlich geht das. Ganz einfach sogar, wenn Sie ein paar Dinge beachten, die sich aber nicht einmal gravierend vom Fliesen auf "normalem Untergrund" unterscheiden.

Wie Sie alte Badfliesen überkleben können

  1. Wo auch immer Sie fliesen wollen - der Untergrund sollte immer trocken, sauber, staub- und fettfrei sein. Er muss eben sein und darf keine Aufkleber oder Anstrichreste mehr haben. Das alles gilt im Besonderen für Ihre alte Fliesenwand im Bad, wenn Sie sie überkleben möchten.
  2. Zunächst sollten Sie mit einem Gummihammer prüfen, ob noch alle alten Fliesen fest sitzen. Wenn nicht, dann entfernen Sie lockere Teile und spachteln die entstehende Fläche eben zu.
  3. Reinigen Sie die zu überklebenden Badfliesen gut, lassen sie trocknen und bringen einen geeigneten Haftgrund auf. Alternativ - und gerade bei schweren, großen Fliesen - können Sie auch "kratzspachteln". Das bedeutet das Auftragen einer sehr dünnen Schicht des später zu verwendenden Fliesenklebers. Den sollten Sie allerdings über Nacht gut abtrocknen lassen. Bei Haftgrund genügt die Einhaltung der angegebenen Trocknungszeit.
  4. Für das Überkleben Ihrer alten Badfliesen mit den neuen benötigen Sie einen flexiblen Fliesenkleber. Den können Sie entweder in Pulverform zum Anrühren mit Wasser kaufen oder aber (für kleine Flächen) fertig angerührt als sogenannten Dispersionskleber.
  5. Wichtig beim Fliesen ist immer die auf der Verpackung angegebene "offene" Zeit. Sie sollten also immer nur so viel Kleber anrühren, wie Sie innerhalb dieser Zeit auch verarbeiten können. Im Zweifel und wenn Sie noch ungeübt im Fliesen sind, stellen Sie zunächst lieber weniger als mehr her, denn neu anmischen können Sie immer noch.
  6. Wenn Sie genau auf den alten Fliesenspiegel kleben möchten und dessen obere Kante waagerecht ist, können Sie sich mit der obersten Fliesenreihe danach richten. Wenn nicht, sollten Sie eine Waagerechte herstellen. Es macht nichts, wenn dann ein Teil der neuen Fliesen vielleicht minimal nach oben übersteht - mit genügend Fliesenkleber an diesen Stellen können Sie das ausgleichen.
  7. Wenn Sie die obere Kante markiert haben, bringen Sie mit einer Kelle den Fliesenkleber gleichmäßig und vollflächig auf. Wählen sie eine Fläche, die Sie schnell und innerhalb der erwähnten "offenen" Zeit gut mit neuen Fliesen versehen können. Auch hier wieder: Lieber kleiner. Im Zuge der Arbeit merken Sie, was für sie optimal ist und wie viele Fliesen Sie in einem Zug verkleben können.
  8. Mit einem Zahnspachtel wird der Fliesenkleber "durchgekämmt", anschließend beginnen Sie mit dem Anbringen der Fliesen. Den Abstand und die Ausrichtung der neuen Fliesen zur Seite und nach unten können Sie leicht mit Fugenkreuzen festlegen. Dadurch ergibt sich ein exaktes Fugenbild. Achten Sie darauf, die Fugenkreuze vor dem endgültigen Abbinden des Klebers wieder herauszunehmen und die Fugen auszukratzen.
  9. Überkleben Sie die alten Fliesen von oben nach unten. Wenn die unterste Reihe keine vollständige Fliesenhöhe mehr hat, schneiden Sie die Fliesen mit einem Fliesenschneider entsprechend zu.
  10. Wenn der Kleber vollständig trocken ist, können Sie die Fugen mit Fugenmörtel verschließen. Hierfür wählen Sie einen flexiblen Mörtel, den Sie mit Wasser anrühren und Stück für Stück mit einem Fugenbrett aufbringen. Am besten füllt ein diagonaler Auftrag die offenen Fugen.
  11. Entfernen Sie überschüssiges Material sofort, und sobald der Mörtel in den Fugen antrocknet, reinigen Sie die Fläche mit einem feuchten Schwamm. Dehnungsfugen im Bad (Wand/Wand, Wand/Boden, Anschlussfugen an Sanitärobjekten) füllen Sie nicht mit Fugenmörtel, sondern mit Sanitärsilikon.

Sie sehen: Bis auf die Tatsache, dass Sie einen Haftgrund benötigen und besonders darauf achten müssen, flexiblen Fliesenkleber zu verwenden, können Sie beim Fliese-auf-Fliese-Überkleben genauso vorgehen, wie auf jedem normalen anderen tragfähigen geeigneten Untergrund. Innerhalb kürzester Zeit haben Sie aus Ihrem altmodischen 80er-Jahre-Bad einen modernen Raum zum Wohlfühlen gemacht.

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