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Ausgezogene Krapfen - Rezept

Das Rezept für ausgezogene Krapfen ("Auszogne") ist je nach Region unterschiedlich. Sie bestehen grundsätzlich aus Hefeteig, sind Flach und in der Mitte sehr dünn. Die Küchlein werden in Fett gebacken. Neben der weiten geografischen Verbreitung des Gebäcks, fallen die lustigen Namen auf.

Probieren Sie ausgezogene Krapfen doch mal mit Käse und Tomatensoße
Probieren Sie ausgezogene Krapfen doch mal mit Käse und Tomatensoße

Zutaten:

  • 500 g Mehl
  • 1 Würfel Hefe
  • 250 ml Milch
  • 1 El Zucker
  • 60 g Butter
  • 1 Ei
  • Zitronenaroma
  • Salz
  • 1 kg Butterschmalz
  • Puderzucker

Heiteres zu dem ausgezogenen Gebäck

Die Krapfen sind unter Anderem in Oberfranken, Thüringen und Österreich verbreitet. Sie Tragen die Bezeichnung Küchla, Auszogne oder Schüsslaküchla. Die Österreicher lieben Sie als Bauernkrapfen mit Marillenmarmelade. In Tirol heißen Sie Kracherl und werden sowohl mit Preiselbeermarmelade als auch herzhaft serviert.

  • Die Schwaben nennen das Gebäck Knieküchle. Angeblich hat eine fleißige schwäbische Bäckerin den Teig über dem Knie ausgezogen, damit er in der Mitte extrem dünn wurde. Man hätte einen Liebesbrief durch den Teig lesen können.
  • Der Name rührt aber vermutlich von der Form her, denn die dünne Mitte wölbt sich beim Backen aus dem Fett und erinnert an ein gebeugtes Knie. Das Knie hat die Fantasie der Menschen offensichtlich sehr angeregt.
  • In einigen Sprüchen ist die Rede von breiten Knien, die man braucht, um die "Schüsselkuchen" zu backen. Als ironische Anspielung auf das Knien in der Kirche sprechen einige auch von katholischen Küchla.
  • ​In einigen Regionen Frankens unterscheidet man sogar zwischen katholischem und evangelischem Gebäck. Bei den Katholiken wird die Mulde des Gebäcks mit Zucker bestäubt, bei den Protestanten die andere Seite.
  • Die ausgezogenen Krapfen werden in Bayern meist zu Kirchweih gegessen. In Franken und in Schwaben verteilen Haushalte, in denen eine Kommunion, Konfirmation oder Taufe gefeiert wird, die Küchlein an die Gratulanten. Dieser Brauch geht auf die Verteilung von "Craphon" in mittelalterlichen Klöstern zurück. 
  • Ein ähnliches Gebäck kennen die Ungarn als Langos. Diese unterscheiden sich nur durch die fehlende Mulde, sie sind flache in Fett gebackene Krapfen. Die Ungarn essen diese Fladen meist mit Knoblauch, Schafskäse oder einer herzhaften Gemüsepaste (Letscho).

Egal ob mit Knie oder ohne. Die Spezialität schmeckt herzhaft mit Käse oder Knoblauchsoße zum Mittagessen oder als Snack am Abend. Mit Zucker oder Marmelade sind die Küchla eine nette Abwechslung zum Kaffee.

Rezept für die Krapfen

Wie erwähnt, es gibt viele Rezepte für das Gebäck. Wenn Sie süße ausgezogene Krapfen backen wollen, können Sie Rosinen hinzufügen. Ohne Rosinen entscheiden Sie erst nach dem Backen, ob Ihre Küchla herzhaft oder süß schmecken.

  1. Sieben Sie das Mehl in eine große Schüssel. Drücken Sie eine Mulde hinein, in welche Sie die zerbröckelte Hefe hineingeben. Fügen Sie etwa drei Esslöffel erwärmt Milch dazu und den Zucker.
  2. Rühren Sie mit einer Gabel in der Mulde um einen Teil des Mehls mit den übrigen Zutaten zu einem Vorteig zu vermengen. Dieser muss zugedeckt zehn Minuten gären, das bringt die Hefe in Schwung.
  3. Schmelzen Sie die Butter in der restlichen Milch. Achtung; Sie darf nur lauwarm werden. Geben Sie alle Zutaten zum Vorteig und kneten Sie ihn durch. Der Teig ist weich und klebrig. Lassen Sie ihn zugedeckt 30 Minuten gehen, dabei verliert er die Klebrigkeit und vergrößert sein Volumen.
  4. Formen Sie auf einer bemehlen Fläche eine Rolle mit einem Durchmesser von acht Zentimetern. Schneiden Sie diese in 12 Scheiben. Diese müssen nun 15 Minuten abgedeckt gehen.
  5. Erhitzen Sie Butterschmalz in einem Topf oder einer Fritteuse. Es hat die richtige Temperatur, wenn an einem Holzstil, den Sie ins Fett halten, kleine Bläschen aufsteigen. Wenn Sie genau sein wollen, verwenden Sie ein Thermometer. Die Temperatur soll etwa 175 Celsius betragen.
  6. Nehmen Sie einen Teigteil in die Hand und ziehen Sie die diese vorsichtig auf eine Größe von ca. zwölf Zentimetern aus. Die Mitte muss dünn werden, der Rand soll seine Dicke behalten. Achten Sie darauf, dass der Teig in der Mitte nicht reißt.
  7. Lassen Sie den Teig vorsichtig in das Fett gleiten. Der dünne Teig in der Mitte wölbt sich nach oben. Schöpfen Sie mit einem Schöpflöffel etwas heißes Fett darüber. Wenn der Teig sich am Rand goldbraun färbt, wenden Sie den ausgezogenen Krapfen. Er ist in der Mitte nicht gebacken, schöpfen Sie dort etwas von dem Fett hinein.
  8. Heben Sie ihn aus dem Topf, wenn auch die andere Seite gebräunt ist. Damit das Fett aus der Mitte ablaufen kann, müssen Sie in mit der Öffnung nach unten auf ein Gitter oder Küchenpapier legen.

Bestäuben Sie den Krapfen mit Puderzucker oder Zimt-Zucker oder versuchen Sie eine herzhafte Variante mit Kräuterquark oder Knoblauchsoße.

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