Ein Aufsatz verlangt nach einer bestimmten Struktur

Um einen Aufsatz schreiben zu können, muss das Thema sowie der Themeninhalt, klar bekannt sein. Es ist daher oft sinnvoll, entweder ein Brainstorming oder eine Mindmap zu erstellen.

  • Mit einem Brainstorming schreiben Sie zunächst alles auf, was Ihnen zum Thema und dessen Inhalt einfällt, um die Stichpunkte später zu sortieren. Mit einer Mindmap erstellen Sie im Grunde eine Themenlandkarte, d. h. Sie zeichnen rund um das Thema verschiedenfarbige Striche oder Kreise, in bzw. an die Sie unterthemenzentrierte Stichworte schreiben.
  • Nach diesem Themenüberblick legen Sie eine Aufsatzstruktur fest. Markieren Sie, welche Aussagen in Einleitung, Hauptteil und Schluss gehören. Teilen Sie bei einem Argumentationsaufsatz in der Einleitung mit, dass es sich um einen solchen handelt, um für bzw. gegen das Thema "YX" Stellung zu beziehen. Klären Sie kurz, warum und wann es, um wen und was geht. Je nachdem, wie lang ein Aufsatz werden soll, kann sich eine Einleitung stecken. Grundsätzlich sollte sich eine Texteinleitung auf 5 % des Aufsatzvolumens beschränken.
  • Nutzen Sie den Hauptteil zum Aufbau Ihrer Argumentation. Einen Hauptteil unterteilt man in der Regel in drei unterschiedlich lange, ineinander überfließende Teile: Themenaufbau, Themenhandlung/-darstellung und Themenfinale. Bei einem Argumentationsaufsatz würde z. B. die These/Hypothese dem Aufbau dienen, die Argumentation mit Beispielen und Belegen stellt die Themenhandlung dar und die Folgerung entspräche dem Themenfinale, das mit Spannung auf den Schluss verweist.
  • Im Schlussteil wird die Spannung aufgelöst. Greifen Sie die Botschaft noch einmal kurz auf und fassen Sie zusammen, über was Sie geschrieben haben. In einem Argumentationsaufsatz würde ein Appell, eine Aufforderung bzw. eine Konsequenz den Schluss bilden. Begrenzen Sie den Schlussteil ebenfalls auf 5 % des Gesamttextes. Schreiben Sie einen Aufsatz nur, wenn Sie sich mit den Themeninhalten gut auskennen bzw. auseinandergesetzt haben.
  • Vermeiden Sie zu lange Sätze und stupide Satzanfänge, wie z. B. "Und dann." Satzanfänge lassen sich interessanter gestalten, mit Worten wie z. B. "Erst", "Später", "Daraufhin" usw. Eine ständige Wiederholung gleicher Verben ist unratsam. Nutzen Sie Synonyme, um den Text aufzulockern, z. B. "er lief", "er rannte", "er stolperte", "er schritt" usw.

Grundsätzliches zum Argumentationsaufsatz

  • Mit einem Argumentationsaufsatz dürfen Sie nicht manipulieren, sondern nur mit sachlicher Argumentation überzeugen. Zur Beweisführung können Sie Tatsachen, Erfahrungen, allgemeingültige Normen und Werte, bestehende Definitionen oder "Fach-Autoritäten" anführen.
  • Wenn Sie auf Erfahrungstatsachen zurückgreifen, müssen diese natürlich einer bewiesenen Allgemeingültigkeit unterliegen. Zitate und Begründungen von "Fach-Autoritäten", wie z. B. Wissenschaftlern oder Sachverständigen, müssen Sie diesen deutlich zusprechen. D. h. nennen Sie die "Fach-Autorität" namentlich und verweisen Sie auf dessen, themenbezogene Aussage.
  • Stellen Sie die Argumentation sachlich, objektiv, themenbezogen und präzise dar. Gliedern Sie die einzelnen Kriterien so, dass sie aufeinander aufbauen. Ggf. greifen Sie bereits genannte Stichworte noch einmal auf, um eine Verbindung zu schaffen. Nennen Sie Beispiele, um Ihre Argumentation konkret belegen zu können.
  • Bemühen Sie sich, so anschaulich wie möglich zu argumentieren. Dabei hilft Ihnen ein klarer Argumentationsaufbau und Inhalt. Sortieren Sie deshalb Ihre Gedankenführung. Kontrollieren Sie, ob sich Widersprüche in Ihren Aussagen befinden oder ob eine logische Verknüpfung Ihrer Argumente deutlich wird.

Fertigen Sie den Argumentationsaufsatz an

  1. Setzen Sie eine Einleitung auf, die neben dem Thema deutlich macht, für oder gegen was Sie sind, warum Sie das Thema für wichtig halten und wer zu welcher Zeit beteiligt ist.
  2. Bauen Sie dann Ihren Argumentationsaufsatz durch eine Meinungsdarstellung auf, indem Sie z. B. mit "Nach meiner Ansicht", "ich behaupte" oder "Meine Überzeugung ist" beginnen.
  3. Argumentieren Sie dann mit Einleitungen, wie z. B.: "Erfahrungsgemäß", "es ist bekannt", "die Statistik xy beweist", oder "Untersuchungen zufolge".
  4. Führen Sie Beispiele an, mit denen Sie konkrete Ausführungen verbinden. Zum Beispiel: "ich habe erlebt", " es ist bekannt, dass", "am Beispiel xy erkennt man" usw.
  5. Ziehen Sie aus den genannten Beispielen eine Schlussfolgerung. Beginnen Sie z. B.: "Daraus wird deutlich", "Somit folgt", "daran erkennt man" usw.
  6. Formulieren Sie zum Schluss Ihren Appell, z. B.: "aus diesem Grunde", "deshalb sollten", "konsequenterweise".

Bedenken Sie, dass ein Argumentationsaufsatz mit sachlichen Argumenten und nicht manipulativ überzeugen soll.