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Anleitung - Ölwechsel beim Motorrad

Sie haben sich ein neues Motorrad gekauft. Laut Betriebsanleitung ist bei Fahrzeugen mit Viertaktmotor nach etwa 1000km der 1. Ölwechsel fällig. Zweitakter benötigen ihn nicht, da bei ihnen das Öl dem Kraftstoff beigemischt wird. Da dieser 1. Ölwechsel in die Garantiezeit fällt, sollten sie ihn in der Vertragswerkstatt durchführen lassen. Da ein Ölwechsel keine besondere Schwierigkeit darstellt, können Sie alle weiteren dann nach Anleitung und mit etwas Zubehör wie Motoröl, Ölfilter, Auffangwanne, Drehmomentschlüssel sehr gut auch selbst durchführen.

Zum Motorradfahren gehört auch ein regelmäßiger Ölwechsel.
Zum Motorradfahren gehört auch ein regelmäßiger Ölwechsel.

Was Sie benötigen:

  • hochwertiges Motoröl (kein billiges, Kassenzettel aufbewahren)
  • Ölfilter mit oder ohne Gehäuse (dem Handbuch entnehmen)
  • Dichtungen und Dichtringe (Kupfer)
  • Drehmomentschlüssel
  • Auffangwanne für Altöl
  • Einfülltrichter mit flexiblem Auslauf
  • Messbecher 500 ml
  • Putzlappen und Aufsaugpapier für Öl
  • stabile Folie
  • Gummihandschuhe
  1. Ein Motorrad benötigt zur regelmäßigen Wartung und Pflege in größeren Abständen einen Ölwechsel. Die Intervalle sind vom Typ abhängig und können 4000km und mehr betragen. Wann genau ein Ölwechsel erforderlich ist, können Sie dem Service-Handbuch (Betriebsanleitung, Bedienungsanleitung) für Ihr Motorrad entnehmen.
  2. Kaufen Sie im Vorfeld ein sehr gutes Motoröl (wegen der höheren Drehzahl des Krad-Motors, der sich sonst festfahren kann), das auch hochgradig reinigend ist. Die erforderliche Menge entnehmen Sie wieder dem Service-Handbuch. Die Hinweise auf dem Ölbehälter müssen es mindestens übereinstimmend, besser aber noch höher einstufen, als es die SE-, SF- oder SG-Kategorien der amerikanischen API-Klassifizierung aussagen.
  3. Da bei jedem Ölwechsel auch der Ölfilter ausgetauscht werden sollte, müssen Sie im Service-Handbuch nachschauen, ob Sie einen Ölfilter mit oder ohne Gehäuse kaufen müssen.
  4. Schauen Sie nach, ob Sie noch ausreichend Dichtungen und einen neuen Dichtring für die Ablassschraube vorrätig haben. Kaufen Sie notfalls etwas.

Altölentfernung beim Motorrad

  1. Breiten Sie unter dem Motorrad eine stabile Folie aus, um ggf. den Garagenboden oder auch die Umwelt zu schonen.
  2. Fahren Sie das Motorrad warm (nicht heiß, achten Sie trotzdem beim Kontakt mit dem Öl und Metallteilen auf die Temperatur), damit das Öl flüssiger wird und leichter abläuft.
  3. Stellen Sie das Motorrad so ab, dass alles Öl ablaufen kann, möglichst auf dem Seitenständer. Achten Sie darauf, wo sich die Ablassschraube für das Motoröl befindet. Sollte sich an der ein Magnet befinden, so kontrollieren Sie den auf eventuelle Späne, denn das deutet auf Abnutzung/Schaden hin und sollte überprüft werden.
  4. Stellen Sie unter die Ablassschraube eine Auffangwanne für Altöl. Die Anschaffung lohnt sich, da Sie dann nicht mehr mit provisorischen offenen Gefäßen hantieren müssen. Legen Sie ausreichend saugfähiges Papier und Putzlappen bereit.
  5. Ziehen Sie nun Gummihandschuhe an (Altöl kann Hautkrebs verursachen) und öffnen Sie vorsichtig die Ablassschraube für das Motoröl, denn der erste Schwall ist sicher stark. Um danach ein zügiges Abfließen des Altöls zu erreichen, öffnen Sie die Einfüllschraube. Das gesamte Altöl muss entfernt werden, prüfen Sie das durch stärkeres Schräghalten der Maschine.

Ölfilterwechsel beim Motorrad

  1. Entfernen Sie einen Ölfilter ohne Gehäuse mit dem Drehmomentschlüssel.  Schmieren Sie den Gummirand des neuen Ölfilters mit etwas Motoröl ein und setzen Sie ihn wieder ein. Sollten Sie keinen Drehmomentschlüssel verwenden (der Erwerb ist aber angeraten), seien Sie vorsichtig beim Anziehen der Schrauben, denn ein überdrehtes Gewinde kann teuer werden.  Lassen Sie in dem Fall unbedingt den Anzugswert in einer Werkstatt prüfen.
  2. Einen Ölfilter mit Gehäuse (Filterpatrone) entfernen Sie, indem Sie die Zentralschraube lösen (Sitz siehe Service-Handbuch). Reinigen Sie das Gehäuse und setzen Sie die neue Patrone ein. Erneuern Sie unbedingt alle eventuellen Dichtungen. Schrauben Sie mit dem Drehmomentschlüssel das Gehäuse samt Filter vorsichtig wieder in den Motorblock.
  3. Danach können Sie die Ablassschraube mit einer neuen Dichtung (meist Kupferring) wieder einschrauben. Verwenden Sie auch hierbei den Drehmomentschlüssel, um ein Überdrehen zu vermeiden.

Neues Motoröl einfüllen

  1. Stecken Sie den flexiblen Auslauf des Einfülltrichters in die Öffnung der Einfüllschraube und füllen Sie das neue Motoröl bis zur Anzeige „Maximum“ am Schauglas (bei Nichtvorhandensein einen Ölmessstab benutzen). Beachten Sie, dass Sie für einen Ölwechsel ohne gleichzeitigen Filterwechsel auch etwas weniger Motoröl benötigen.
  2. Nach einiger Wartezeit schrauben Sie die Einfüllschraube wieder ein und starten Sie Ihr Motorrad kurz. Schalten Sie aus und überprüfen Sie den Ölstand in senkrechter Motorradstellung. Füllen Sie ggf. nun noch fehlendes Motoröl nach.
  3. Bei einem erneuten Kurzstart muss die Anzeigelampe für Öl ausgehen. Warten Sie erneut und kontrollieren Sie dann nochmals den Ölstand.

Entsorgung des Altöls nach Ölwechsel beim Motorrad

  1. Füllen Sie das Altöl aus der Auffangwanne in einen alten Ölkanister und bringen Sie es dahin zurück, wo Sie das neue Motoröl gekauft haben (deshalb unbedingt diesen Kassenzettel aufheben). Jeder Händler, der Motoröl verkauft, ist gesetzlich verpflichtet, eine gleiche Menge Altöl zurückzunehmen.
  2. Ölverschmutzte Putzlappen und Aufsaugpapiere geben Sie, ebenso wie geleerte Motorölbehälter, in den Sondermüll.
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