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Affektiv - Begriffserklärung

Wenn Sie affektiv handeln, reagieren Sie emotional anstatt rational. In der Psychologie umschreibt Affekt eine mögliche Grundstimmung einer Person.

Bei einer Depression handelt es sich um eine affektive Störung.
Bei einer Depression handelt es sich um eine affektive Störung.

Der Ursprung des Wortes affektiv

Wie so viele Wörter, die Sie heute gebrauchen, stammt auch das Wort affektiv aus dem Griechischen. Das Wort "pathos", das übersetzt Leiden oder Leidenschaft bedeutet, ist der Ursprung des Wortes Affekt. Im Deutschen bildet sich das Adjektiv affektiv aus dem Substantiv Affekt.

Aus dem griechischen Wort wurde im Lateinischen das Substantiv "affectus" und das Verb "afficere". Das Wort affectus bedeutet übersetzt Zustand, Verfassung oder Leidenschaft. Das Verb afficere trägt die Bedeutung hervorrufen oder bewirken. Bereits in seiner ursprünglichen Bedeutung beschrieb das Wort affektiv einen emotionalen Zustand.

Die heutige Bedeutung des Wortes

Heutzutage beschreibt das Adjektiv affektiv etwas Gefühlsbetontes oder eine ausgelöste Gemütsregung. Das Wort ist selten im Gebrauch. Sie finden es vor allem in der Psychologie. Synonyme aus dem Wörterbuch sind: Gefühlsbetont, emotionell, gefühlsmäßig oder gefühlvoll. 

Im Duden finden Sie mehrere Bedeutungen für das Wort Affekt. Demzufolge handelt es sich um eine starke Erregung und Gemütsbewegung. Außerdem beschreibt es psychische Anspannung. Es findet sich außerdem die ursprüngliche Bedeutung Leidenschaft im Duden, die vom Wort pathos herrührt.

Affekt beschreibt einen besonderen Zustand des Fühlens. Es handelt sich um einen ausgeprägten Zustand einer Emotion. Affekt beschreibt dabei nicht nur eine einzige Emotion.

Wenn Sie als affektiv bezeichnet werden, bedeutet dies, dass Sie generell sehr emotional handeln. Ihr Handeln ist eher durch impulsive Emotionen geprägt, anstatt durch rationales Denken. Das Gegenteil ist eine Person, dessen Handeln vor allem kognitiv geprägt ist, da sie nicht emotional reagiert.

Affekt beschreibt insgesamt drei verschiedene Dimensionen: Sie können Affekt durch einen Ausdruck, eine Körperreaktion oder eine Motivation zeigen. Sympathie zeigen Sie zum Beispiel durch ein Lächeln. Wenn Sie jemanden besonders mögen, werden Sie womöglich rot im Gesicht. Dies ist ein Beispiel für die körperliche Dimension. Wenn Sie eine andere Person spontan umarmen, ist dies durch eine Handlungsmotivation ausgelöst.

Affektive Störungen in der Psychologie

In der Psychologie umfasst das Wort Affekt vor allem die Grundstimmung einer Person. Eine affektive Störung oder Affektstörungen bezeichnen psychische Störungen, die durch enorme Stimmungsveränderungen gekennzeichnet sind. Bei einer Depression handelt es sich zum Beispiel um eine affektive Störung, da die betroffene Person in einem sehr negativen emotionalen Zustand ist.

Die Manie beschreibt im Gegensatz dazu einen kurzfristigen Zustand der Euphorie. Wechselt eine Person zwischen beiden Zuständen, handelt es sich um eine bipolare Störung. Die Phänomene können von kurzfristiger Natur sein oder chronisch auftreten. Von einer bipolaren Störung zu unterscheiden ist die Affektambivalenz. Hierbei handelt es sich um das Auftreten widersprüchlicher Gefühle zur gleichen Zeit. Ein Betroffener empfindet zum Beispiel im selben Augenblick Freude und Trauer. Eine bipolare Störung besteht dahingegen aus zwei verschiedenen Perioden, in denen sich die gefühlten Emotionen stark voneinander unterscheiden.

Eine chronische Erkrankung im Affekt, die allerdings nicht so ausgeprägt ist wie eine Depression, trägt den Namen Dysthymie. Hierbei leidet eine Person über Jahre hinweg unter einer schlechten Stimmung, die sich nur gelegentlich bessert.

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